Pressemitteilung Nr. 326 vom 20.12.2012 Entgleisung eines Verbandsfunktionärs - Bayerns Kultusministerium weist die Unterstellung von Klaus Wenzel, Bayerns Schulsystem befördere Rechtsradikalismus, als einzigartige Entgleisung scharf zurück

MÜNCHEN. Als Entgleisung eines Verbandsfunktionärs weist das Bayerische Kultusministerium den heute von Klaus Wenzel vom BLLV erhobenen Vorwurf einer Affinität zwischen dem Bayerischen Bildungswesen und dem Rechtsradikalismus scharf zurück. Rechts- und Linksradikalismus werden an Bayerns Schulen nicht geduldet. Bayerns Schulen fördern stattdessen die Kinder und Jugendlichen sehr gut ganzheitlich. Sie begleiten ihre Schülerinnen und Schüler in der Persönlichkeitsentwicklung und erziehen sie zu Demokratie und Toleranz.
Wer wie Herr Wenzel den Anschein erweckt, eines der chancenreichsten Bildungssysteme für die jungen Menschen in Deutschland stehe in Affinität mit rechtsradikalen Kräften, der leistet sich eine einzigartige politische Entgleisung. Herr Wenzel weiß - folgt man seiner Pressemitteilung - offensichtlich nicht einmal, dass der Lehrerverband mit dem Freistaat Bayern in einem Wertebündnis zusammenarbeitet. Als seriöser Gesprächspartner zu Bildungsfragen hat sich Klaus Wenzel nun selbst ins Abseits gestellt.
Rechts- und Linksradikalismus werden in Bayern nicht geduldet. Vielmehr erziehen die Lehrkräfte an Bayerns Schulen junge Menschen zu Toleranz und Demokratie, die bereit sind, für ihre demokratische Gesinnung auf die Straße zu gehen. Nicht nur die gemeinsame Demonstration von Schülerinnen und Schülern aller Schularten in Landshut vor fast genau einem Jahr gegen ein landesweites Treffen junger Neonazis hat dies unter Beweis gestellt. Die höchste Quote an Neonazis lässt sich - Gott sei Dank - nicht in Bayern, sondern in anderen Bundesländern feststellen. Diese haben ein weniger differenziertes Schulwesen als Bayern.
Mit seinem Sammelsurium unrichtiger Behauptungen beschließt Klaus Wenzel vom BLLV offensichtlich seine publizistische Arbeit vor Weihnachten. Es ist bedauerlich, dass er die Leistungsfähigkeit des Bayerischen Schulwesens und seiner Lehrkräfte, der Eltern und der Schülerinnen und Schüler selbst nicht ausreichend wahrnimmt, sondern selektiv negative Unterstellungen verbreitet. Dies zeigt seine heutige Pressemitteilung.

Das Bayerische Kultusministerium nimmt dazu Stellung.

1. Das Bayerische Schulwesen ist - wie auch die Ländervergleiche bei den Schülerinnen und Schülern der Grundschule sowie der Jugendlichen aller Schularten in der 9. Jahrgangsstufe zeigen - in der Lage, alle Kinder sehr gut zu fördern. Gegenüber den von Herrn Wenzel gepriesenen Ländern mit einem Gemeinschafts- bzw. Gesamtschulmodell sind die Schülerinnen und Schüler in keinem Land so leistungsfähig wie in Bayern.

2. Der Freistaat hat nie behauptet, dass bereits alle Aufgaben erledigt seien. Immer wieder hat Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle betont, dass der Freistaat seine Anstrengungen zu noch mehr individueller Förderung sowie zum Ausbau von Ganztagsschulen konsequent fortsetzt. Ziel des Kultusministeriums ist es, alle Kinder und Jugendlichen - unabhängig vom Elternhaus - sehr gut zu fördern.

3. Bayern unternimmt enorme Anstrengungen, um vergleichbare Lebensbedingungen in allen Teilen des Freistaats zu sichern, dazu dienen u.a. die Erhaltung selbst kleinster selbständiger Grundschulen, der Erhalt möglichst vieler Mittelschulen durch das Instrument der Mittelschulverbünde und die Neugründung von Realschulen und Gymnasien auch im ländlichen Raum.

4. Auch die Angebote der individuellen Förderung sind an allen Schularten ausgebaut worden:
- etwa durch die Einführung jeweils einer zusätzlichen Förderstunde in den Jahrgangsstufen 5 und 6 pro Woche an den Mittelschulen,
- durch zusätzliche Förderangebote an den Realschulen,
- etwa durch Maßnahmen, die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe an den Gymnasien bei Bedarf noch intensiver als bisher zu unterstützen.

5. In den vergangenen zwei Jahren sind auch alle Anträge, neue und zusätzliche gebundene und offene Ganztagsangebote einzurichten, genehmigt worden, wenn sie genehmigungsfähig waren.

Klaus Wenzels ständige wiederholte Unterstellungen von „Ausgrenzung“ und „Sortierung“, „sozialen Spaltungsprozessen“, „zerfallender Demokratie“ mögen seiner Ansicht geschuldet sein, dass man Meinungen am besten dadurch verbreitet, dass man sie immer wiederholt. Der realen Situation in Bayern entsprechen sie nicht. Bayern hat ein leistungsfähiges Schulsystem, fördert und fordert seine Schülerinnen und Schüler sehr gut und unternimmt große Anstrengungen, Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen.

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105
 

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