Pressemitteilung Nr. 051 vom 07.03.2012 Sechs Länder bieten ab 2014 jungen Menschen Vergleichbarkeit im Schulabschluss - Kein Zentralabitur

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle informiert die Schulen über die künftige Gestaltung der Abiturprüfungen – Kein Mehraufwand für die Schulen vor Ort

MÜNCHEN. In Bayern, Sachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden die Schülerinnen und Schüler der Gymnasien erstmals im Jahr 2014 gemeinsame Aufgaben in den Abiturprüfungen lösen. Konkret handelt es sich um gemeinsame Aufgabenteile, die in die schriftlichen Abiturprüfungen in Deutsch, Englisch und Mathematik eingebunden werden. Den Anstoß zu länderübergreifenden und vergleichbaren Abiturprüfungen hatte im Jahr 2008 Bayern gemeinsam mit seinen Partnerländern gegeben. Die beteiligten Länder streben kein Zentralabitur an, erhöhen aber die Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen deutlich. Für die Schulen vor Ort ist die Neugestaltung der Abiturprüfungsaufgaben mit keinem Mehraufwand verbunden.

„Wir wollen durch die Einbindung gemeinsam erarbeiteter Aufgaben in die schriftlichen Abiturprüfungen vergleichbare Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler in den beteiligten Ländern umsetzen“, so Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. Er ergänzte: „Hinter dem gleichen Namen eines Bildungsabschlusses, in diesem Fall des Abiturs, muss auch eine gleichwertige Leistung stehen. Das setzen wir in den sechs beteiligten Ländern ab 2014 konsequent um.“
„Wir haben die anderen 10 deutschen Länder eingeladen, diesen Schritt mit uns gemeinsam zu gehen und damit stärker – als bisher – sichtbar zu machen, dass die Länder ihrer Gesamtverantwortung für die Bildung in Deutschland und auch dem Anspruch auf Mobilität der Familien gerecht werden.“

Länderübergreifende Abituraufgaben als ein Bestandteil der Prüfungen in den einzelnen Ländern – kein Zentralabitur

Es handelt sich bei dem länderübergreifenden Abitur allerdings nicht um ein Zentralabitur mit den gleichen Prüfungen und Prüfungsinhalten am gleichen Tag in allen beteiligten Ländern. Vielmehr sieht das länderübergreifende Abitur vor, dass einzelne gemeinsam entwickelte Aufgaben bzw. Aufgabenteile in die Prüfungen der einzelnen Länder eingebunden werden:
Konkret geht es für Bayern darum:
1. Im Fach Deutsch wird eine der fünf schriftlich gestellten Aufgaben von den Ländern gemeinsam erarbeitet. Von diesen fünf Aufgaben wählt jeder Schüler eine aus.
2. Im Fach Mathematik werden gemeinsame Aufgaben im Umfang von einem Sechstel der erreichbaren Bewertungseinheiten im bayerischen Abitur gemeinsam erarbeitet. Die übrigen Aufgaben werden in Bayern eigens erstellt.
3. Im Fach Englisch werden sich die Schülerinnen und Schüler einer gemeinsamen Aufgabe im Umfang von 60 Minuten stellen. Schriftliche Prüfungen dauern im Fach Englisch derzeit ca. vier Stunden.
4. Die Prüfungsdauer wird in den Ländern harmonisiert.
5. Der von den Ländern gewählte Weg eines länderübergreifenden Abiturs ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität und setzt nicht unbedingt gemeinsame Prüfungstermine voraus.
6. Die Schulen werden durch das veränderte Vorgehen ab 2014 nicht zusätzlich belastet. Wie bisher erhalten sie vom Ministerium die entsprechenden Prüfungsaufgaben und korrigieren sie vor Ort. Lediglich 2013 wird in Bayern zusätzlich eine Übungsklausur geschrieben.
Die Grundlage für die Prüfungsaufgaben liefern die Einheitlichen Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfung und die gemeinsamen Bildungsstandards, die noch 2012 in der Kultusministerkonferenz verabschiedet werden.

„Wir hoffen, dass wir damit mehr Vergleichbarkeit in den Bildungsabschlüssen innerhalb Deutschlands gewährleisten können“, so der Minister abschließend.

Dr. Ludwig Unger
Tel. 089-21862105


 

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