Pressemitteilung Nr. 123 vom 29.07.2022 Antisemitismus und jüdisches Leben: 1.362 Lehrkräfte nehmen an digitaler Fortbildungsoffensive mit namhaften Experten teil

Kultusminister Michael Piazolo würdigt die vertiefte Vermittlung von Hintergrundwissen und das herausragende Engagement der Lehrkräfte im Kampf gegen Antisemitismus.

MÜNCHEN. Am gestrigen Donnerstagabend wurde die digitale Lehrerfortbildungsoffensive „Antisemitismus“ erfolgreich abgeschlossen. Seit April bestand für alle bayerischen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich im Rahmen einer elfteiligen Vortragsreihe über die unterschiedlichen Facetten des jüdischen Lebens, über die Erscheinungsformen von Antisemitismus, aber auch über die Präventions- und Interventionsarbeit zu informieren. Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo ist überzeugt: „Es ist eine notwendige gesellschaftliche Aufgabe, Antisemitismus mit aller Macht zu bekämpfen. Das entschiedene Eintreten gegen Antisemitismus kann nur auf Basis von profunden Sachkenntnissen und mithilfe von praxiserprobten Handlungsstrategien gelingen. Wir unterstützen die Schulen bei dieser tagtäglichen Herausforderung soweit irgend möglich!“ Das Kultusministerium hat in Zusammenarbeit mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen (ALP) eine digitale Fortbildungsreihe zum Thema Antisemitismus entwickelt. Die hohe Teilnehmerzahl belegt den Erfolg des Fortbildungsformats. Auch Kultusminister Piazolo zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung: „Ich freue mich sehr, dass so viele Lehrkräfte das digitale Fortbildungsangebot wahrgenommen und sich neben den vielen Anforderungen in diesem Schuljahr noch Zeit für ein so wichtiges wie sensibles Thema genommen haben! Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten mit ihrer tagtäglichen Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag zur demokratischen Werteerziehung unserer Schülerinnen und Schüler. Dafür bin ich sehr dankbar!“

Die Fortbildungsreihe steht für weitere drei Schuljahre allen bayerischen Lehrkräften auch weiterhin als Schulungsangebot zur Verfügung, denn die Fachvorträge der wissenschaftlichen Dozenten wurden aufgezeichnet und werden demnächst auf dem Portal „Bayern gegen Antisemitismus“ (Freischaltung: Herbst 2022) als Stream abrufbar sein.

Weitere Informationen zur Fortbildungsreihe
Zum Auftakt der Fortbildungsreihe referierte der bekannte Nahost-Experte Prof. Dr. Michael Wolffsohn über die israelische Geschichte, aber auch über das politische System und die Gesellschaft Israels. In weiteren Vortragsabenden beleuchteten Prof. Dr. Johannes Heil, Prof. Dr. Johannes Becke (jeweils Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg) sowie PD Dr. Philipp Lenhard (LMU München) verschiedene Erscheinungsformen des Antisemitismus, während die bekannte Publizistin Katharina Nocun den Fokus ihres Vortrages auf antisemitische Verschwörungserzählungen und deren Gefahrenpotential legte. Speziell auf den Umgang mit Antisemitismus in der Schule ging der Antisemitismusbeauftragte des Landes Berlin, Prof. Dr. Samuel Salzborn (Justus-Liebig-Universität Gießen), ein. Weitere Vorträge lieferten sicherheitsbehördliche Informationen zu diesem Phänomenbereich und zeigten auf, wie Demokratiebildung zur Antisemitismusprävention beiträgt. Konkrete Formen von Prävention und Intervention wurden bei den Vorträgen der Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz diskutiert: Diese Experten der schulischen Extremismusprävention sensibilisierten im Hinblick auf Antisemitismus und erklärten anhand konkreter Fallbeispiele, wie sich Lehrkräfte bei antisemitischen Vorfällen verhalten sollten. Selbstverständlich gab es aber auch Beiträge zu Geschichte und Gegenwart des jüdischen Lebens, um bewusst zu machen, dass das Judentum konstitutiver Teil unseres Gemeinwesens war und ist.

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