Pressemitteilung Nr. 128 vom 11.10.2021 Prof. Dr. Michael Piazolo und Dr. Florian Herrmann eröffnen die Ausstellung zum 90-jährigen Bestehen der Synagoge Reichenbachstraße

MÜNCHEN. Vor genau 90 Jahren wurde die Synagoge Reichenbachstraße eingeweiht. Aus diesem Anlass eröffnen Prof. Dr. Piazolo und Dr. Florian Herrmann eine Ausstellung, die der Verein „Synagoge Reichenbachstraße e. V.“ entwickelt hat. Das Projekt, das vom Freistaat gefördert wird, stellt in einer filmischen Installation die Geschichte der Synagoge dar, ihre Geschichte, ihren kulturhistorischen Rang und ihre Bedeutung für die Münchner Juden. Zentrales Thema der Ausstellung ist auch die Renovierung der Synagoge. „Die Synagoge, die 1938 von den Nazis verwüstet wurde, setzt heute ein eindrucksvolles Zeichen für Toleranz und für ein friedliches Miteinander von Juden und Nichtjuden. Sie ist ein Geschenk und Auftrag zugleich: Wir müssen dafür sorgen, dass der offene oder verdeckte Antisemitismus keine Chance hat“, sagt Kultusminister Michael Piazolo.

Staatskanzleichef Dr. Florian Herrmann würdigt den Beitrag des Freistaats zur Renovierung: „Die Synagoge Reichenbachstraße wird neu erstehen und ein starkes Zeichen setzen. Jüdische Kultur und jüdisches Leben, auch dieses Gotteshaus, haben einen zentralen Platz in unserer Gesellschaft. Dafür setzen wir uns mit großem Engagement ein und wollen dies auch sichtbar machen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen und historische Verpflichtung, einen wesentlichen Beitrag zur Renovierung der Synagoge leisten zu können.“

Die Synagoge Reichenbachstraße war bis 2006, bis zur Errichtung der Ohel Jakob Synagoge am Jakobsplatz, das wichtigste Gotteshaus der Münchner Juden. Seither steht sie leer. Erst mit dem Engagement des Vereins „Synagoge Reichenbachstraße“ wurde dem Verfall Einhalt geboten.

Piazolo würdigt das herausragende Engagement des Vereins „Synagoge Reichenbachstraße e. V.,“: „Ich danke Rachel Salamander, die zusammen mit Ron C. Jakubowicz den Verein im Jahre 2013 gründete, für ihren bespielhaften Einsatz, die Synagoge in ihren originären Zustand von 1931 zu versetzen.“

Dr. Rachel Salamander: „Die Synagoge gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten Münchens und ist mit ihrem Stil der neuen Sachlichkeit ein Juwel der internationalen Baugeschichte. Die Sanierung der Synagoge bewahrt der jüdischen Gemeinschaft den einzig erhaltenen Vorkriegsbau des Münchner Judentums und gibt der Stadt München und ihren Bürgern ein einzigartiges Kunstdenkmal zurück.“

Die Synagoge Reichenbachstraße feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Sie befindet sich unweit des Gärtnerplatzes in einem Münchner Hinterhof der Reichenbachstraße 27.  Ein imposanter Bau, der vom Architekten Gustav Meyerstein 1931 für die meist osteuropäischen Zugewanderten der umliegenden Isarvorstadt errichtet wurde. Während des Novemberpogroms, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, verwüsteten Nationalsozialisten auch diese Synagoge. Das Feuer wurde jedoch wegen der Gefahr für die umliegenden Gebäude gleich wieder gelöscht, aber die Synagoge in den darauffolgenden Jahren zweckentfremdet genutzt. Nach 1947 konnte die Jüdische Gemeinde, die zu dem Zeitpunkt aus Überlebenden der Schoa - meist aus Osteuropa - bestand, die Synagoge wieder einweihen, und sie wurde zur Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, bis zum Umzug in die neue Hauptsynagoge am St.-Jakobs-Platz im Jahr 2006. 2013 ergriff Rachel Salamander die Initiative zur Sanierung der Synagoge und gründete gemeinsam mit Ron C. Jakubowicz den Verein „Synagoge Reichenbachstraße e.V.“. Seither setzt sich der Verein für die Wiederherstellung der Synagoge in ihren originären Zustand von 1931 ein.

Die Öffentlichkeit hat ab dem 13.10.2021 für einige Wochen die Gelegenheit, die derzeit im Umbau befindliche Synagoge zu besichtigen. Eine Audio- und Filminstallation gibt Auskunft über die Bau- und Stadtteilgeschichte, kombiniert mit persönlichen Erinnerungen.

Fotos von diesem Termin stehen ab Dienstag, 12. Oktober, ab ca. 10:30 Uhr zum Download unter https://www.km.bayern.de/ministerium/minister-fuer-unterricht-und-kultus/pressebilder-zum-download.html zur Verfügung.

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