Pressemitteilung Nr. 009 vom 22.01.2020 Fortbildungsinitiative "Basisinformation Antisemitismus" startet heute am Josef-Effner-Gymnasium in Dachau.

"Extremismus- und Antisemitismusprävention fängt in der Schule an."

MÜNCHEN. „Extremismus- und Antisemitismusprävention haben an unseren bayerischen Schulen einen besonderen Stellenwert. Deswegen bieten wir eine Fortbildung für unsere Lehrkräfte an, die sie für dieses wichtige Thema sensibilisiert und Handlungsoptionen bei antisemitischen Vorfällen aufzeigt“, betonte Kultusminister Michael Piazolo anlässlich der Auftaktveranstaltung einer neuen Fortbildungsinitiative zur Antisemitismusprävention. Das bayerische Kultusministerium, die Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz, die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) und das Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) haben dieses Fortbildungsformat gemeinsam entwickelt. Alle Lehrkräfte der weiterführenden Schulen in den sieben bayerischen Regierungsbezirken können daran teilnehmen.

Am Josef-Effner-Gymnasium in Dachau fiel heute der Startschuss für die Fortbildungsinitiative. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Dem Antisemitismus müssen wir uns alle entschieden entgegenstellen", forderte er. Es sei wichtig, gerade auch bei jungen Menschen anzusetzen, um Hass und Gewalt gar nicht erst aufkommen zu lassen. Laut dem Innenminister haben antisemitische Straftaten in den letzten Jahren stark zugenommen. So wurden 2018 in Bayern insgesamt 219 antisemitische Straftaten registriert, gegenüber 2017 mit 148 antisemitischen Straftaten eine deutliche Steigerung. Auch wenn die endgültigen Zahlen für 2019 noch nicht vorliegen, rechnet der Minister für das vergangene Jahr mit keiner Entspannung. „Der Schutz unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger hat für uns oberste Priorität", stellte Herrmann abschließend fest. „Die neue Fortbildungsinitiative des Kultusministeriums leistet einen wichtigen Beitrag, um Antisemitismus bereits im Keim zu ersticken."

Nach einem Fachvortrag über Definitionen und Ausprägungen von Antisemitismus konnten sich die Lehrerinnen und Lehrer in inhaltlichen Seminaren über die Themenfelder ‚Antisemitismus als Phänomen des Rechtsextremismus‘ und ‚Islamischer Antisemitismus‘ informieren. In einem daran anschließenden praktischen Seminar standen Handlungsempfehlungen für den Umgang mit antisemitischen Vorfällen im Schulkontext im Fokus. „Uns ist es wichtig, unseren Lehrkräften Orientierungshilfe zu bieten und sie nicht allein zu lassen. Schulen spielen bei der Antisemitismusprävention eine wichtige Rolle, weil hier den Kindern und Jugendlichen vermittelt wird, dass antisemitische Einstellungen, Äußerungen und Übergriffe nicht mit den Werten einer demokratischen, toleranten und weltoffenen Gesellschaft vereinbar sind“, so Piazolo. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Fortbildungsinitiative auch das Ziel, zu untersuchen, wie die Schulen langfristig bei dieser zentralen Aufgabe durch weitere passgenaue Fortbildungsangebote unterstützt werden können.

 

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