Pressemitteilung Nr. 237 vom 26.10.2018 Neun Bundesverdienstkreuze für niederbayerische Bürgerinnen und Bürger - Kultusminister Bernd Sibler händigt Auszeichnung in Freyung aus

"Engagement in seiner Vielfalt und Selbstlosigkeit ein Anker unserer Gesellschaft"

FREYUNG/MÜNCHEN. „Unsere Gesellschaft beruht auf Menschen, die in ihrem Engagement und in ihrem sozialen Bewusstsein das Bild unseres Zusammenlebens prägen. Ob in der Pflege, im Beruf, in der Wohltätigkeit oder im Sport – die Übernahme von Verantwortung erfolgt auf verschiedenen, oft ganz individuellen Wegen. Ihnen allen gemeinsam ist die Vielfalt und die Selbstlosigkeit, mit der Sie handeln und mit der Sie fester Anker für unsere Gesellschaft sind“, begrüßte Kultusminister Bernd Sibler die neuen Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Landratsamt von Freyung-Grafenau. Neun Persönlichkeiten aus Niederbayern sind dort heute für ihr ehrenamtliches und langjähriges Engagement in den verschiedensten Bereichen des Zusammenlebens ausgezeichnet worden.

„Bereits seit seiner Jugend ist Alois Atzinger aus Waldkirchen ehrenamtlich im politischen, sozialen und sportlichen Bereich aktiv. Durch sein langjähriges außerordentliches gesellschaftliches und soziales Engagement hat er sich große Verdienste um das Gemeinwohl und die Wirtschaft der Region Freyung-Grafenau erworben“, lobte Kultusminister Bernd Sibler Alois Atzinger in seiner Laudatio. So bekleidete Atzinger neben verschiedenen Funktionen in der Jungen Union unter anderem das Amt des Kassiers und Vorsitzenden des TSV Waldkirchen, des größten Vereins des Landkreises Freyung-Grafenau. Atzinger, dem die Kinder- und Jugendarbeit besonders am Herzen liegt, begründete eine eigene Eishockey-Abteilung im Verein und unterstützte zudem die Freiwillige Feuerwehr Jandelsbrunn genauso wie den Fischereiverein Waldkirchen als Kassier.

In seiner beruflichen Tätigkeit trug Atzinger als Vorstandsmitglied, Vorstandssprecher und letztlich Vorstandsvorsitzender der lokalen Raiffeisenbank in Waldkirchen zu einer florierenden Wirtschaft im Landkreis Freyung-Grafenau bei. Darüber hinaus übte der Niederbayer zahlreiche herausgehobene Ämter im bayerischen Genossenschaftswesen aus. Auch im Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) wirkt Atzinger bis heute nicht nur als Vorsitzender des IHK- Gremiums Freyung-Grafenau, sondern ist zudem Mitglied der Vollversammlung der IHK Niederbayern und als IHK-Vizepräsident auch Mitglied des Präsidialrats. Ebenfalls bis zum heutigen Tag ist er Handelsrichter am Landgericht Passau. Seit 2013 gehört Atzinger offiziell zum Kreis der 124 „Niederbayern-Botschafter“, die die Wirtschafts-, Lebens- und Tourismusregion im Landkreis Freyung-Grafenau repräsentieren.

Marianne Bäumler aus Abensberg ist seit 1988 Mitglied im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) und gestaltet seither in verschiedenen verantwortlichen Positionen sowohl in ihrem Heimatort Sandharlanden als auch im überregionalen Bereich die verbandliche Arbeit mit. Kultusminister Bernd Sibler lobte Bäumler als „großartige Teamplayerin, die äußerst kompetent zwischen Basis und übergeordneten Stellen bzw. Diözesan-, Landes- und Bundesverband vermittelt“. Bäumler bringe einen „erheblichen Teil ihrer Freizeit“ ins Ehrenamt ein und wisse aus „eigener Erfahrung, welche Herausforderungen die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit, Kindererziehung und Ehrenamt bedeuten“. Marianne Bäumler ist seit Oktober 2015 als Vizepräsidentin des KDFB-Bundesvorstandes in ihrem Engagement auch auf Bundesebene tätig. „In einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels mit dem drohenden Bedeutungsverlust von Familie und Kirche ist und war es Marianne Bäumler stets wichtig, daran mitzuarbeiten, dass der KDFB seine Bedeutung sowohl für die Frauen als auch für Gesellschaft und Kirche behält, stärkt und ausbaut“, so Minister Sibler weiter. Neben der konkreten Unterstützung von Frauen und Familien vor Ort ist Marianne Bäumler die Sensibilisierung für gesellschaftspolitische Themen wie die Rolle der Frauen in der Gesellschaft und Arbeitswelt genauso wie die wachsende soziale Ungleichheit ein wichtiges Anliegen. 2012 wurde sie in den Rechtsträgerverein des 99. Deutschen Katholikentages in Regensburg berufen und mit der finanziellen Durchführung und Abwicklung des Katholikentages 2014 in Regensburg betraut.

Josef Beer aus Pilsting leistet mit seinem ehrenamtlichen Engagement seit über vier Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Jugend. Dabei ist es ihm ein großes Anliegen, Jugendliche für bestimmte Themen zu sensibilisieren, ihnen die Notwendigkeit des persönlichen Einsatzes in der Gesellschaft näherzubringen und sie so zu verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gemeinschaft heranwachsen zu lassen“, würdigte Kultusminister Bernd Sibler die Verdienste Josef Beers um die Jugend in Niederbayern. Angefangen mit der Leitung des Wasserwacht-Stützpunktes in Großköllnbach, fungierte der ausgebildete Rettungstaucher und Bootsführer unter anderem als stellvertretender Vorsitzender der Wasserwachts-Ortsgruppe Pilsting-Großköllnbach. Darüber hinaus war Beer über viele Jahre hinweg ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Kreisjugendrings Dingolfing-Landau. Hier macht er sich bis heute insbesondere bei der Gestaltung eines sinnvollen Ferienangebotes für Kinder verdient. Gemeinsam mit seiner Ehefrau organisiert er seit fast 20 Jahren Jugendreisen in den polnischen Partnerlandkreis Lomza und sorgt für die Betreuung der polnischen Jugendlichen bei ihren Gegenbesuchen. Nach seiner Pensionierung übernahm Beer das Amt des ehrenamtlichen Vorsitzenden bei der Verkehrswacht Landau a.d. Isar, für die er als Jugendverkehrserzieher mit zahlreichen Vorträgen in Schulen zur Aufklärung und Unfallverhütung unter Jugendlichen beiträgt. Nicht zuletzt ist Josef Beer auch politisch ehrenamtlich im Marktgemeinderat Pilsting aktiv.

„Ein weiteres, ebenso leuchtendes Beispiel für unser Land sind Menschen, die sich der Pflege verschreiben und das eigene Leben dem Wohle anderer widmen. Einer dieser Menschen ist Therese Hoffmann aus Grainet“, begrüßte Kultusminister Bernd Sibler Therese Hoffmann, die seit über drei Jahrzehnten aufopferungsvoll eine von Geburt an schwerbehinderte nahestehende Verwandte pflegt. Einen Pflegedienst nimmt Frau Hoffmann nicht in Anspruch. Vielmehr betreut, unterstützt und hilft sie täglich rund um die Uhr mit all ihren Kräften und beträchtlichem Aufwand. „Dieser außergewöhnliche pflegerische Einsatz, den sie nun seit über drei Jahrzehnten Tag für Tag erbringt, verdient höchste Anerkennung und öffentliche Würdigung. Mit ihrem Einsatz und ihrer Hilfsbereitschaft gibt Therese Hoffmann wertvolle Orientierung für unser eigenes Denken und Handeln und leistet einen humanitären Beitrag, der beispielhaft für unsere Gesellschaft ist“, erklärte der Minister.

„Anneliese Jacquet aus Viechtach hat in den letzten zwölf Jahren durch ihren unermüdlichen Einsatz Großartiges für die Bevölkerung Kenias und den Austausch unserer Kulturen geleistet“, berichtete Kultusminister Bernd Sibler über Jacquet, die 2003 den Verein „Ukunda-Hilfe e. V.“ als erste Vorsitzende gründete. Die Ukunda-Hilfe verfolgt gemeinnützige und wohltätige Zwecke im Bereich soziale Hilfe und Entwicklungshilfe in Kenia. So konnte der Verein in den letzten Jahren zahlreiche Projekte in dem ostafrikanischen Land verwirklichen. Hierzu zählen die Vermittlung von Patenschaften für kenianische Kinder oder auch die Organisation der „Doctor days“, bei denen Menschen kostenlos medizinisch versorgt werden. Darüber hinaus gründete Anneliese Jacquet eine Krankenstation in der Diani Baptist Church, hilft bei der Einrichtung der Krankenstation Gombato Dispensary und unterstützt ein Reha-Zentrum für Kinder in Mombasa. Außerdem initiierte sie, auch mit enormem finanziellen und bürokratischen Aufwand, den Bau von Wasserbrunnen in verschiedenen Gebieten und Dörfern Kenias. Bereits drei Mal hat Anneliese Jacquet Container mit medizinischen Hilfsgütern, Kleidung, Matratzen u.v.m. nach Kenia geschickt. Ebenso sammelt sie Spenden für dringend benötigte Materialien in Krankenhäusern oder Schulen.

„In ihrem täglichen Handeln ist Renata Kaps aus Oberpöring ein hervorragendes Beispiel für selbstlosen Einsatz und Hilfsbereitschaft. Ihre Opferbereitschaft dient als leuchtendes Vorbild für unser gesellschaftliches Zusammenleben“, lobte Kultusminister Bernd Sibler Renata Kaps. Sie pflegt und umsorgt einen engen Verwandten seit dessen Geburt ebenso wie einen weiteren ihr sehr nahestehenden Mitmenschen seit mehr als dreißig Jahren vorbildlich und aufopfernd. „Ihre ebenso selbstlose wie selbstverständliche Bereitschaft zu helfen und eigene Bedürfnisse hintanzustellen, verdienen hohe Anerkennung und große Wertschätzung“, so der Minister. „Mit ihrem außergewöhnlichen pflegerischen Einsatz, den sie seit über drei Jahrzehnten Tag für Tag erbringt, leistet Renata Kaps einen humanitären Beitrag, der beispielhaft für unsere Gesellschaft ist.

„Otto Pfeffer aus Regen hat sich mit seinem Engagement in der Lokalpolitik, im Sport und in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen hohes Ansehen erworben und um seine Heimatstadt mehr als verdient gemacht. Sein jahrzehntelanges Wirken erhält heute seine verdiente Würdigung“, betonte Kultusminister Bernd Sibler bei der Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes. Otto Pfeffer war mehr als 40 Jahre ehrenamtliches Mitglied im Gemeinde- bzw. Stadtrat von Rinchnachmündt und Regen. 11 Jahre hiervon amtierte Pfeffer als dritter bzw. zweiter Bürgermeister der Kreisstadt Regen. Der couragierte Lokalpolitiker war zudem über 30 Jahre im Kreistag des Landkreises Regen tätig, gründete die Freien Wähler im Landkreis mit und wurde deren Fraktionsvorsitzender. Otto Pfeffer war neben seinem politischen Engagement auch im Vereinswesen außerordentlich aktiv. So war er 18 Jahre lang ehrenamtlicher Geschäftsführer des Vereins „Urlaub auf dem Bauernhof“ und half mit vollem Einsatz dabei mit, diese Marktnische im Landkreis Regen mit Leben zu füllen und die Qualität des touristischen Angebots zu verbessern. Auf sportlichem Gebiet blickt Otto Pfeffer neben vielen anderen Funktionsämtern im Eisstocksport auf eine 39-jährige Tätigkeit als Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Europa-Cup e. V.“ und eine weitere vierjährige Tätigkeit als zweiter Vorsitzender zurück. Ein besonderes Anliegen ist Otto Pfeffer die Volksmusik und der Volksgesang. Hier wirkt er auch durch seine überregionalen Auftritte erfolgreich als Botschafter für die Stadt Regen.

„Josef Roth aus Vilsbiburg ist seit 1964 für den Sport im Allgemeinen und für die Sportjugend im Besonderen tätig. Er engagiert sich seit Jahrzehnten in den verschiedensten ehrenamtlichen Funktionen mit außerordentlichem Einsatz und ist so ein Vorbild für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“, lobte Kultusminister Bernd Sibler. Bereits mit 18 Jahren übernahm Josef Roth bei seinem Heimatsportverein verschiedene Funktionen, darunter für drei Jahre das Amt des Vorsitzenden. In seiner darauffolgenden Tätigkeit beim Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) gelang es ihm in verschiedenen Funktionen, die Mitgliederzahl der Jugendabteilungen im Bereich Landshut zu erhöhen und die Nachwuchsförderung in den Vereinen des Sportkreises voranzutreiben. 1992 wurde Josef Roth zum Bezirksvorsitzenden des Sportbezirks Niederbayern und vier Jahre darauf in den Landesvorstand der Bayerischen Sportjugend (BSJ) im BLSV gewählt. Seit 2007 ist er Ehrenvorsitzender der BSJ im Sportbezirk Niederbayern und seit 2008 zudem stellvertretender BLSV-Bezirksvorsitzender. Neben seinem sportlichen Engagement wirkte Roth von 1977 bis 2005 im IHK-Prüfungsausschuss „Bürokaufleute“ und von 1986 bis 2015 im IHK-Prüfungsausschuss „Bilanzbuchhalter“ in Passau.

Renate Vondru aus Bogen war lange Jahre ehrenamtlich als Tagesmutter tätig, ehe sie vor 25 Jahren die ganztägige Pflege und Betreuung einer nahen Verwandten übernahm. „Selbstlos und weit über das erforderliche Maß hinaus handelte Renate Vondru beispielhaft und liebevoll in der Unterstützung eines geliebten Menschen. Zeitweise kam durch einen zweiten Schicksalsschlag sogar die Fürsorge für eine weitere Verwandte hinzu“, berichtete Kultusminister Bernd Sibler. Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst nahm Renate Vondru erst in Anspruch, als die medizinischen Umstände dies alternativlos machten. „Mit ihrem außergewöhnlichen pflegerischen Einsatz leistet Renate Vondru einen humanitären Beitrag, der beispielhaft für selbstloses soziales Handeln ist", so Minister Sibler. Für ihre Verdienste erhält Renate Vondru die Auszeichnung des Bundespräsidenten.
 

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung der Bundesrepublik Deutschland und die höchste Anerkennung der Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl. Er wird für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich.
 

Fotos der Aushändigung mit Kultusminister Bernd Sibler und allen ausgezeichneten Verdienstträgern stehen am 26. Oktober ab ca. 14:30 Uhr unter

/ministerium/minister-fuer-unterricht-und-kultus/pressebilder-zum-download.html

zum kostenfreien Download zur Verfügung.
 

Daniel Otto, Sprecher, 089-2186 2866

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