Pressemitteilung Nr. 126 vom 12.07.2018 Über 95 Prozent der Lehrer in Bayern fest angestellt - Kultusminister Bernd Sibler zum Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer - Befristung kann auch Übernahme in den Staatsdienst bedeuten

MÜNCHEN. In Bayern sind derzeit – anders als in anderen Bundesländern – rund 92 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer verbeamtet, 3 Prozent sind unbefristet angestellt und rund 5 Prozent befristet angestellt.

Befristet angestellte Lehrkräfte vertreten abwesende Stammlehrkräfte, z. B. aufgrund von Erkrankungen, Schwangerschaften und Elternzeiten, bis zu deren Rückkehr. Sie sind im Einsatz, bis die Stammlehrkraft, die die Planstelle belegt, wieder in den Dienst zurückkehrt. Bei ihnen endet der Arbeitsvertrag in der Regel mit Ablauf des vorletzten Tages der Sommerferien, wenn sie spätestens vier Wochen nach dem ersten Schultag eingestellt und bis zum Schuljahresende eingesetzt werden. Es findet also eine Weiterbeschäftigung in den Sommerferien statt. Im anderen Fall – wenn Lehrerinnen und Lehrer später als Aushilfskräfte eingestellt werden – enden die Anstellungsverträge dann, wenn der Vertretungsfall nicht mehr besteht – spätestens aber zum Schuljahresende, da in den Sommerferien keine Vertretungen anfallen. Dabei wird mindestens der anteilige tarifliche Urlaub je nach Beschäftigungsdauer gewährt.

Zweitqualifizierungsmaßnahme führt zu Festanstellung

Unter den befristet angestellten Lehrerinnen und Lehrern befinden sich auch diejenigen, die an der Zweitqualifizierungsmaßnahme des Ministeriums teilnehmen: Ihnen allen wird bei erfolgreichem Abschluss eine unbefristete Beamtenstelle in Aussicht gestellt. Inzwischen haben mehr als 300 diese Maßnahme durchlaufen und arbeiten unbefristet beschäftigt in der Regel auf Planstelle an Mittelschulen in Bayern. Weitere 1.300 Lehrkräfte konnten bisher für diese Maßnahme gewonnen werden, auch die aktuelle Bewerbungsrunde stieß auf hohes Interesse.
 

Kultusminister Bernd Sibler dankt Bayerns Lehrerinnen und Lehrern für ihre wertvolle, engagierte Arbeit zum Wohl der jungen Menschen. Die Sicht des Vorsitzenden des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger nimmt er ernst: „Seine Aussage, dass sich die Lage in Bayern in den vergangenen Jahren verbessert hat, ist mir echter Ansporn, weiter an einem guten Unterkommen für unsere Lehrerinnen und Lehrer zu arbeiten! Ich habe ihre Situation im Blick. Die insgesamt 4.000 zusätzlichen Lehrerstellen in den kommenden Jahren sind dafür ein starkes Zeichen!“
 

Zur Situation an den Grund- und Mittelschulen:

Lehrerinnen und Lehrer, die an der Zweitqualifizierung für Grund- und Mittelschule teilnehmen, werden zunächst befristet angestellt – mit der festen Zusage auf Verbeamtung nach einer erfolgreichen Zweitqualifizierung.
 

Zur Situation an den Realschulen:

Das Durchschnittsalter der Realschullehrerinnen und -lehrer nach der Einführung der sechsstufigen Realschule ist niedrig.

Viele befinden sich in der Phase der Familiengründung und damit teilweise in einer Elternzeit oder familienpolitischen Beurlaubung. Sie werden durch zeitlich befristet angestellte Lehrkräfte vertreten, bis sie wieder in den Dienst zurückkehren.
 

Kathrin Gallitz, Pressesprecherin, 089 - 2186 2057

Vorlese-Funktion