Pressemitteilung Nr. 009 vom 10.01.2018 Kultusministerium: Bayerns Schulen bei digitaler Bildung gut auf dem Weg - Masterplan BAYERN DIGITAL II eröffnet Bayern zusätzliche Chancen - Analyse der Grünen gibt Schulalltag nicht wieder

MÜNCHEN. Das Kultusministerium nimmt zu den Forderungen der Grünen zur digitalen Bildung und zu einem möglichen zusätzlichen eigenen Unterrichtsfach Stellung. Die Analyse der Grünen gibt den Schulalltag nicht wieder. Die Grünen wollen offensichtlich mit einem neuen zusätzlichen Schulfach „Digitalkunde“ eine neue zusätzliche Schublade aufmachen. In den bestehenden Fächern Informatik und Informationstechnologie werden an Bayerns Schulen bereits heute die informationstechnischen Grundlagen vermittelt, um die digitale Welt zu verstehen und an dieser teilhaben zu können. Dazu sind Medienbildung und digitale Bildung in allen bayerischen Lehrplänen fächerübergreifend verankert und werden an Bayerns Schulen bereits praktiziert.

Bayerns Schulen sind bei der digitalen Bildung gut auf dem Weg – ein paar Fakten:

  • Der Freistaat und die Schulen wollen konsequent die Chancen nutzen, die die Digitalisierung bietet. Ziel ist es, junge Menschen auf die digitale Welt vorzubereiten und sie zu kritischen und verantwortungsvollen Nutzern der digitalen Möglichkeiten zu machen. Eine Grundlage dazu bietet die Zukunftsstrategie „Digitale Bildung in Schule, Hochschule und Kultur“, die das Kultusministerium Anfang 2016 vorgelegt hat.
  • Digitale Bildung und Medienbildung sind in Bayern als Bildungs- und Erziehungsziele fächerübergreifend im neuen LehrplanPLUS für alle Schularten fest verankert. Damit wird Digitalisierung aus gesellschaftlich-kultureller und anwendungsbezogener Perspektive in allen Fächern mit der dem Unterrichtsfach eigenen Spezifizierung Rechnung getragen.
  • In den weiterführenden Schulen im Freistaat wird Informatik bzw. Informationstechnologie unterrichtet. Dieser Fachunterricht wird auf der Basis des Masterplans BAYERN DIGITAL II, der 2017 von der Staatsregierung beschlossen wurde, weiter massiv gestärkt (siehe unten).
  • Die bayerischen Schulen erstellen gegenwärtig Medienkonzepte, mit denen die digitale Bildung in die Schulentwicklung fest integriert wird. Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) hat auf der Grundlage des Projekts „Referenzschulen für Medienbildung“ Informationen für die Erarbeitung der Medienkonzepte zur Verfügung gestellt.
  • Der Gestaltung digital gestützter Lehr- und Lernprozesse dient die digitale Lern- und Übungsplattform „mebis – Landesmedienzentrum Bayern“. Sie bietet Schülern und Lehrkräften neben einer großen Auswahl an rund 30.000 digitalen Unterrichtsmaterialien eine Online-Mediathek sowie ein Prüfungsarchiv mit zentralen Abschlussprüfungen.
  • Ein „Handy-Verbot“, wie es die Grünen bezeichnen, gibt es in Bayern nicht. Handys dürfen in Bayern im Unterricht im pädagogischen Zusammenhang schon immer eingesetzt werden und werden es auch. Die Schulen können im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben allgemeine Grundsätze zur Nutzung vor Ort festlegen. Gleichzeitig sind aber Schulen geschützte Räume, in denen Kinder den reflektierten Umgang mit Handys lernen sollen. Staatsminister Dr. Spaenle hat einen Runden Tisch mit den Vertretern der gesamten Schulfamilien angekündigt, bei dem erörtert werden soll, wie sich die im Jahr 2006 verabschiedete gesetzliche Regelung bislang bewährt.


Masterplan BAYERN DIGITAL II eröffnet vielfältige neue Möglichkeiten

Mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II setzt Bayern derzeit seine Zukunftsstrategie „Digitale Bildung in Schule, Hochschule und Kultur“ um.

Mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II will das Kabinett in den kommenden fünf Jahren Investitionen in einer Höhe von drei Milliarden Euro tätigen. Die dabei vorgesehenen Investitionen werden sich allein für das Schulwesen auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag belaufen. Als erster Schritt ist bereits für den Nachtragshaushalt ein Fördervolumen in Höhe von 162,5 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind u. a. folgende Maßnahmen:

  • Förderprogramme zur Verbesserung der IT-Ausstattung der Schulen,
  • eine nachhaltige Stärkung von Informatik bzw. Informationstechnologie an den weiterführenden Schulen,
  • der Ausbau der pädagogischen Angebote im Internetportal „mebis“
  • und eine Fortbildungsinitiative für Lehrkräfte.

Gegenwärtig erarbeitet das Kultusministerium in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden Richtlinien für die Förderprogramme.

Darüber hinaus sieht der Masterplan weitere Fördermittel für den Breitbandanschluss und WLAN an Schulen im Etat des Finanzministeriums vor.

Dr. Ludwig Unger, 089 2186 2105

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