Pressemitteilung Nr. 004 vom 08.01.2018 Kultusministerium: Bayerns Schulen sehr leistungsfähig, Minister Spaenle im Dialog mit Schulfamilie - Mit dem Bildungspaket und dem Masterplan BAYERN DIGITAL II eröffnet Bayern zusätzliche Chancen - SPD gibt Realität nicht wider

MÜNCHEN. An Bayerns Schulen unterrichten hoch engagierte Lehrkräfte, das bayerische Schulwesen ist sehr gut aufgestellt, der Freistaat und die bayerischen Kommunen investieren massiv in Bildung. Allein im Jahr 2018 investiert Bayern 12 Milliarden Euro in die schulische Bildung. Bayerns Schülerinnen und Schüler sind stark und schneiden bei Leistungsvergleichen sehr gut ab, etwa beim „IQB-Bildungstrend“. Veröffentlichungen wie der „Bildungsmonitor“ bescheinigen den bayerischen Schülerinnen und Schülern sehr gute Startbedingungen für ihre Zukunft – auf der Basis einer ganzheitlichen Bildung. Aber auch die Begegnung von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle mit der Schulfamilie vor Ort bestätigt dieses Bild. Minister Spaenle ist u. a. seit Monaten in allen Regierungsbezirken mit Mitgliedern der Schulaufsicht aller Schularten im Gespräch. Er setzt den Dialog mit der Schulfamilie konsequent weiter fort – mit dem Ziel, die Schulen als Lern- und Lebensraum sowie das Schulwesen in Bayern weiter zu stärken.

Die Einschätzung, die heute SPD-Landtagsabgeordneter Martin Güll von Bayerns Schullandschaft gezeichnet hat, gibt nicht die Realität wider. Bayern gibt sich mit dem bereits erreichten hohen Standard nicht zufrieden.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: „Der Freistaat Bayern wird in den kommenden Jahren erhebliche zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um unsere Kinder und Jugendliche, unsere Schulen und unser differenziertes Schulwesen stark zu machen, noch stärker zu machen. Wir dürfen nicht stehen bleiben und müssen uns den Herausforderungen von morgen stellen. Bildung ist und bleibt unser Investitionsschwerpunkt.“ Konkret nannte Minister Spaenle das Bildungspaket „Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen!“ und den „Masterplan BAYERN DIGITAL II“.

 

Bayerns Förderstrategie umfasst viele Elemente

1. Bayern unterstützt die Schulen in erheblichem Maße dabei, den Unterricht sicherzustellen. So werden allein für die Grund- und Mittelschulen knapp 2.400 „Mobile Reserven“ bereitgestellt, die Lehrkräfte im Fall von Erkrankungen etc. vertreten. Auch den Gymnasien und Realschulen werden mehr Lehrkräfte zugewiesen, als für Pflichtunterricht und Wahlangebote notwendig wären. Hier wurde eine Integrierte Lehrerreserve geschaffen. Für den Unterricht von jungen zugewanderten Menschen hat Bayern 2016 in einer enormen Kraftanstrengung 1079 Planstellen sowie mehrere hundert Beschäftigungsmöglichkeiten für Lehrkräfte zusätzlich geschaffen. Insgesamt hat der Freistaat Bayern zum aktuellen Schuljahr über 4.300 Lehrkräfte neu eingestellt und damit nicht nur alle frei werdenden Lehrerstellen wieder besetzt, sondern auch zusätzliche geschaffen, um wichtige Bereiche wie z. B. die Inklusion zu stärken.

2. Bayern hat seit 2009 die Besoldung für viele Lehrkräfte weiter verbessert, etwa durch die Einführung von funktionslosen Beförderungsämtern für besonders engagierte Grund-, Mittel- und Realschullehrkräfte im Rahmen der Dienstrechtsreform. Die bayerischen Lehrkräfte verdienen nach den Zahlen des Bundesbildungsfinanzberichts im Monat ca. 300 Euro mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen in den anderen Ländern.

3. Die digitale Bildung ist in Bayern auf einem guten Weg. Der Freistaat will die Chancen, die die Digitalisierung bietet, nutzen. Mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II setzt Bayern derzeit seine Zukunftsstrategie „Digitale Bildung in Schule, Hochschule und Kultur“ um.

Der „Länderindikator 2017“ der Deutschen Telekom Stiftung bescheinigt Bayern in der Digitalisierung an Schulen einen Platz in der Spitzengruppe im Bundesvergleich: Bei der Nutzung digitaler Medien verwendet in keinem Land in Deutschland ein so hoher Anteil an Lehrkräften digitale Medien regelmäßig im Unterricht wie in Bayern. Auch die Ende 2017 vorgestellte vbw-Studie „Digital Bildung an bayerischen Schulen“ bestätigt die enormen Anstrengungen der Staatsregierung in der digitalen Bildung.

Mit dem Masterplan BAYERN DIGITAL II will das Kabinett in den kommenden fünf Jahren Investitionen in einer Höhe von drei Milliarden Euro tätigen. Die dabei vorgesehenen Investitionen werden sich allein für das Schulwesen auf einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag belaufen. Als erster Schritt ist bereits für den Nachtragshaushalt ein Fördervolumen in Höhe von 162,5 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind u. a. folgende Maßnahmen:

  • Förderprogramme zur Verbesserung der IT-Ausstattung der Schulen,
  • eine nachhaltige Stärkung von Informatik bzw. Informationstechnologie des Informatikunterricht an den weiterführenden Schulen,
  • der Ausbau die pädagogischen Angebote im Internetportal „mebis“
  • und eine Fortbildungsinitiative.

Gegenwärtig erarbeitet das Kultusministerium in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden Richtlinien für die Förderprogramme. Die Kommunen werden hier massiv bei ihren Aufgaben unterstützt.

Darüber hinaus sieht der Masterplan weitere Fördermittel für den Breitbandanschluss und WLan an Schulen im Etat des Finanzministeriums vor.

4. Beim flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau des Ganztags arbeiten Kommunen und Freistaat Hand in Hand. Offener und Gebundener Ganztag, Mittagsbetreuung und Verlängerte Mittagsbetreuung gehören schulischerseits ebenso dazu wie Kinderhorte und Tagesheime in kommunaler Trägerschaft. Dazu kommen Vernetzungen unterschiedlicher Angebote. Es gibt rund 6.250 offene Ganztagsgruppen an bayerischen Schulen, darunter allein 1.900 offene Ganztagsgruppen an Grundschulen. Knapp 1.100 Schulen haben gebundene Ganztagsklassen beantragt. Die Zahl der Gruppen von Mittagsbetreuung liegt bei rund 6.100. In Bayern entscheiden die Eltern, ob ihre Kinder Ganztagsangebote besuchen.

5. Der Ausbau der Inklusion erfolgt in Bayern nach dem Grundsatz „Inklusion durch eine Vielfalt von Angeboten“: Der Freistaat stellt eigens für die Inklusion seit 2011 jedes Jahr 100 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. Für das Jahr 2018 sind weitere 100 Stellen für die Inklusion bereits beschlossen – das sind dann seit 2011 insgesamt 800 zusätzliche Stellen für die Inklusion. Die Zahl der Schulen mit dem Profil „Inklusion“ ist zum neuen Schuljahr um rund ein Viertel auf nun 298 angestiegen. Bei seinem Vorgehen setzt Bayern auch weiterhin auf Förderzentren als Kompetenzzentren sowie als Schulen mit ganz spezifischen Fördermöglichkeiten junger Menschen, die viele Eltern in besonderer Weise schätzen. Mit fünf neuen Lehrstühlen steigert der Freistaat die Ausbildungskapazitäten in der Sonderpädagogik. An der Universität Regensburg entsteht ein neuer Ausbildungsstandort.

6. Mit der Initiative „Bildungsregion in Bayern“ bindet Bayern vor Ort neben den Schulen alle beteiligten Einrichtungen und gesellschaftlichen Organisationen in die Entwicklung von Chancen für die jungen Menschen vor Ort ein. An dieser Initiative beteiligen sich mittlerweile 75 Landkreise und kreisfreie Städte. Die Initiative bietet nach Einschätzung des Initiators Minister Spaenle die Gelegenheit, die Stärken des differenzierten Schulwesens möglichst passgenau vor Ort weiterzuentwickeln. Dabei geht es besonders um Zukunftsthemen wie etwa die MINT-Förderung, die Digitalisierung, die Berufsorientierung und die Integration.

Zusätzliche Förderung für Unterricht und Schule – Das Bildungspaket

Die Bayerische Staatsregierung hat zur weiteren und zusätzlichen Förderung der jungen Menschen im Jahr 2017 das Bildungspaket „Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen!“ beschlossen. Die Staatsregierung will mit dem Bildungspaket in den kommenden Jahren 2.000 zusätzliche Stellen für die Schulen aller Schularten zur Verfügung stellen, darunter auch zur Entlastung von Schulleitungen und Verwaltungsangestellten. Und Bayern will darüber hinaus allein bis 2020 zusätzlich 66 Millionen Euro für die Zukunftsinitiative „Berufliche Bildung“ investieren.

Als Einzelmaßnahmen gehören zum Bildungspaket:

  • die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung mit einem bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Ausbau der Betreuungsangebote zum Ausbau der Inklusion: Auch in den Jahren 2019 und 2020 sollen jeweils 100 Lehrerstellen zusätzlich bereitgestellt werden.
  • mehr Lehrer für die Förderschulen durch die Zuweisung von 250 zusätzlichen Lehrerstellen.
  • Mit fünf neuen Lehrstühlen werden die Kapazitäten der bayerischen Universitäten zur Ausbildung von Lehrkräften für Sonderpädagogik merklich erhöht. Neben den Standorten München und Würzburg sollen Lehrkräfte für Sonderpädagogik künftig auch an der Universität Regensburg ausgebildet werden.
  • der weitere Ausbau der Lehrerreserve zur Sicherung des Unterrichts. So sollen in den nächsten beiden Jahren 100 Stellen für die Integrierte Lehrerreserve an den Realschulen sowie 50 Stellen für Mobile Reserven an Grund- und Mittelschulen geschaffen werden.
  • die Entlastung von Schulleitungen an Grund- und Mittelschulen, Realschulen und beruflichen Schulen bereits 2018 mit insgesamt 150 Stellen. Ferner soll 2018 die Anzahl der Stellen für Verwaltungsangestellte um 150 erhöht werden.
  • für die Zukunftsinitiative „Berufliche Bildung“ zur Stärkung der beruflichen Bildung sind im Bildungspaket vorgesehen:  
    • 100 zusätzliche Stellen in den Jahren 2018 und 2019 für Berufsschulen sowie Fachober- und Berufsoberschulen,
    • eine Erhöhung des Meisterbonus von derzeit 1.000 Euro auf durchschnittlich 1.500 Euro (Gesamtkosten jährlich rund 17 Millionen Euro),
    • 10 Millionen Euro 2018 zur Förderung von Investitionen in Aus- und Weiterbildungseinrichtungen und
    • 5 Millionen Euro für Exzellenzzentren der beruflichen Bildung im Bereich „Industrie 4.0“.
  • die personelle Grundlage für die Einführung eines neuen auf neun Jahre angelegten bayerischen Gymnasiums – mit mehr Lernzeit für die Schüler und mit der Möglichkeit, sich intensiv mit aktuellen Fragestellungen zu beschäftigen, etwa der Digitalisierung und der politischen Bildung etc.. 1.000 Planstellen sollen dazu bis 2025/26 bereitgestellt werden.

Die Bayerische Staatsregierung verfolgt konsequent das Ziel weiter, alle Kinder bestmöglich zu fördern und ihnen eine umfassende Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Dr. Ludwig Unger, 089 2186 2105

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