Pressemitteilung Nr. 214 vom 14.06.2017 Bayern bei schulischer Begabtenförderung im Ländervergleich vorn - Minister Spaenle jüngst von Karg-Stiftung für Begabtenförderung ausgezeichnet - Kultusminister Spaenle: "Begabtenförderung ist Kernelement von Bildungsgerechtigkeit"

MÜNCHEN. Bei der Begabtenförderung ist Bayern im Vergleich der Länder weit vorn. Erst jüngst hatte die in Frankfurt ansässige Karg-Stiftung, die sich der Begabtenförderung widmet, Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle aufgrund „beispielgebenden Engagements Bayerns in der Begabtenförderung“ ausgezeichnet. Insofern versteht das Bayerische Kultusministerium die PM des Forums Bildungspolitik als Unterstützung der eigenen Anliegen. Allerdings scheint das Forum die Gesamtstrategie und die vielfältigen Maßnahmen zur Begabtenförderung nicht ausreichend zu kennen.

 

Begabtenförderung gehört für Bayerns Kultusminister Spaenle ebenso wie die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit schwierigeren Startbedingungen „zum Kern von Bildungsgerechtigkeit“. Dabei stehen im bayerischen Konzept und der schulischen Praxis die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler im Mittelpunkt der Begabtenförderung – unabhängig von der jeweiligen Schulart.

Bayern setzt dabei auf eine möglichst frühe Erkennung der Begabungen und deren intensive Förderung. Um die Diagnosefähigkeit und die Förderkompetenzen bei den Lehrkräften weiter zu stärken, arbeitet der Freistaat seit Jahren an der Aus- und Weiterbildung von Multiplikatoren der Begabtenförderung.

 

Die Instrumente zur Begabtenförderung sind in Bayern je nach Schulart:

- z. B. die Flexible Grundschule, die Kinder mit besonderer Begabung dabei unterstützt, die Eingangsstufe der Grundschule in einem Jahr zu durchlaufen;

- z. B. Seminare für besonders begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler an der Mittelschule, der Realschule und dem Gymnasium;

- z. B. der Mittlere-Reife-Zug an der Mittelschule;

- z. B. der Schulversuch „Talente finden und fördern an der Mittelschule“ (TAFF) der Stiftung Bildungspakt Bayern und des Bayerischen Kultusministeriums an 26 Mittelschulen;

- z. B. Talentklassen an 21 Realschulen auf dem Grundsatz des Enrichments mit einem zusätzlichen Abschlussprüfungsfach,

- z. B. das Programm „Talent im Land Bayern“, das sich jungen Migranten ebenso wie einheimischen Jugendlichen mit schwierigeren Startbedingungen zuwendet.

- z. B. die acht Kompetenzzentren für Begabtenförderung an Gymnasien, die bayernweit die Begabtenförderung zu einem Thema der Schulentwicklung machen, und die Qualifikation weiterer Lehrkräfte an Gymnasien mit Hochbegabtenklassen – hier arbeitet der Freistaat eng mit der Karg-Stiftung zusammen.

 

Weitere Elemente der Begabtenförderung sind:

- die Teilnahme an nationalen Spitzenwettbewerben wie beispielsweise dem „Bundeswettbewerb Mathematik“ und „Jugend forscht“.

- die Vernetzung von Schule und Hochschule mit zielgruppenbezogenen Angeboten wie dem TUM-Kolleg an Gymnasien in Gauting und Garching, aber auch an anderen Standorten, sowie Formen des Frühstudiums und Unitage.

 

Nach der schulischen Laufbahn begleitet Bayern besonders begabte Absolventinnen und Absolventen auf dem Weg in die Hochschulen: Auf der Grundlage eines Auswahlverfahrens können die Studierenden dann z. B. nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz mit dem Max-Weber-Programm während des Studiums gefördert werden.

 

Diesen Weg der frühzeitigen Erkennung von Begabungen, der intensiven Beratung und Förderung wird Bayern weiter beschreiten.

 

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105

 

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