Pressemitteilung Nr. 038 vom 13.02.2017 Bildungsminister Dr. Spaenle: "Berufsschulen bei Demokratieerziehung junger Zuwanderer vor großen Herausforderungen - Verfassung gibt christlich-abendländisch geprägte Werteordnung vor"

MÜNCHEN. Eine intensive Wertevermittlung und Demokratieerziehung sind für Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle eine zentrale Voraussetzung, dass sich die jungen Zugewanderten in die bayerische und deutsche Gesellschaft integrieren können. „Vor allem unsere Berufsschulen sowie die Grund- und Mittelschulen erbringen hier eine Herkulesaufgabe“, würdigte der Minister die Arbeit der Pädagogen. An Bayerns Grund- und Mittelschulen gibt es z. B. über 700 Übergangsklassen, an den Berufsschulen sind über 1.100 Berufsintegrations- und Sprachlernklassen eingerichtet worden. Sowohl in den Übergangsklassen wie auch in den Berufsintegrationsklassen wird die Werteerziehung mit der Sprachvermittlung eng verknüpft.

 

Die Lehrkräfte der Berufsintegrationsklassen stehen nach Einschätzung von Ludwig Spaenle in der Wertevermittlung und Demokratieerziehung vor einer besonderen Herausforderung, da die Flüchtlinge im berufsschulpflichtigen Alter bereits sehr stark sozio-kulturell in ihrer Heimat geprägt worden sind. „Die Verfassungsmütter und Verfassungsväter des Grundgesetzes und der Bayerischen Verfassung haben die demokratische Grundordnung mit einer klaren christlich-abendländisch geprägten Werteordnung gestaltet. Mit dieser Werteordnung haben sich die Menschen, die in Bayern und Deutschland leben und leben wollen, auseinanderzusetzen und sie müssen sich daran halten“, betonte Minister Spaenle. Er ergänzte: „Dabei spielen z. B. die Würde jedes Menschen mit seinen unveräußerlichen Rechten, die Gleichberechtigung von Frau und Mann, der Respekt und die Achtung vor dem Mitmenschen, die Toleranz gegenüber anders Denkenden eine zentrale Rolle. Sie stehen nicht zur Disposition.“

 

Kongress kann Lehrkräften wertvolle Anregungen vermitteln

 

Um u. a. die Berufsschullehrkräfte, die in den Berufsintegrationsklassen unterrichten, in ihrer Aufgabe mit den meist 16- bis 21-jährigen jungen Zuwanderern zu unterstützen, richtet das Bildungs- und Wissenschaftsministerium gemeinsam mit der Hanns Seidel Stiftung und der Stiftung Bildungspakt Bayern am 22. und 23. Februar in Kloster Banz eine Arbeitstagung mit dem Titel „Flucht nach Bayern – Wie gelingt Demokratieerziehung?“ aus. Von dieser Tagung, zu der sich mehr als 200 Lehrkräfte und Wissenschaftler angemeldet haben, erwartet der bayerische Bildungs- und Wissenschaftsminister vielfältige neue Anregungen für die Arbeit in den Berufsschulen.

Als Referenten und Gesprächspartner wirken an der Tagung neben Vertretern der ausrichtenden Einrichtungen und Schulen renommierte Persönlichkeiten mit wie: der ehemalige Professor von Harvard und Göttingen Dr. Bassam Tibi, der stellv. Hauptgeschäftsführer der vbw, Dr. Christof Prechtel, und der Direktor der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Dr. Harald Parigger. Pädagogen und junge Flüchtlinge, die Berufsschulen besuchen, berichten über ihre Erfahrungen.

 

Dr. Ludwig Unger, Tel. 089-21862105

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