Sport im Ganztag/ Sport nach 1

Sport im Rahmen schulischer Ganztagsangebote

Schulische Ganztagsangebote eröffnen große Chancen, ergänzend zum schulischen Sportunterricht das Sport- und Bewegungsangebot an bayerischen Schulen weiter auszubauen. Dass diese Einschätzung von den Schulen und den Schülerinnen und Schülern geteilt wird, zeigen wissenschaftliche Studien. Diese belegen u. a., dass sportliche Aktivitäten an fast allen Schulen mit Ganztagsangeboten unterbreitet und diese von den Schülerinnen und Schülern unter allen Angeboten am häufigsten nachgefragt werden.

Darüber hinaus eröffnen schulische Ganztagsangebote hervorragende Möglichkeiten einer heimatortnahen Förderung von Talenten des Nachwuchsleistungssports in den Jahrgangsstufen 5 mit 8 als Unterbau für die Eliteschulen des Sports.
 

Qualifikation des im Sport eingesetzten Ganztagspersonals

Bei schulischen Bildungs- und Betreuungsangeboten im Bereich Sport dürfen nur Personen eingesetzt werden, die die Lehrbefähigung für das Fach Sport besitzen oder aber über eine freiberufliche oder vereinsorientierte Qualifikation im Sport verfügen, mit der sie zumindest fachlich in der Lage sind, Sport zu vermitteln. Hierzu gehören: die Diplomausbildung Sportwissenschaft, die Ausbildung zum/zur Diplom-Sportlehrer/in, die Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Sportlehrer/in im freien Beruf, die Ausbildung zum/zur Staatlich geprüften Gymnastiklehrer/in mit Wahlpflichtfach Sport und Freizeit. Darüber hinaus dürfen Inhaber von Fachübungsleiterlizenzen (Trainer C) eines Sportfachverbandes nur im Bereich der jeweiligen Sportart eingesetzt werden. Weitere Informationen enthalten die Bekanntmachungen des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst „Gebundene Ganztagsangebote an Schulen“ bzw.  „Offene Ganztagsangebote an Schulen“.

Die in der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums vom 8. April 2003 getroffenen Bestimmungen zur „Sicherheit im Sportunterricht“  (KWMBl 2003 S. 202) gelten für schulische Ganztagsangebote entsprechend.
 

Sport nach 1 in Schule und Verein

Das Ziel, junge Menschen „lebenslänglich“ zur sportlichen Betätigung anzuhalten, können Schule und Sportverein nur gemeinsam erreichen. Deshalb wurde bereits 1991 das Bayerische Kooperationsmodell „Sport nach 1 in Schule und Verein“ ins Leben gerufen. Als Brückenschlag vom Schul- zum Vereinssport stellt das „Sport nach 1“ Modell seither einerseits eine wichtige Ergänzung des Pflichtunterrichts an bayerischen Schulen dar und ist andererseits die ideale Plattform für Vereine, junge Talente zu sichten, zu fördern und dauerhaft an sich zu binden. Die Attraktivität und der Erfolg des Modells werden nicht zuletzt daran deutlich, dass die Anzahl an Kooperationen über die letzten Schuljahre hinweg kontinuierlich gesteigert werden konnte. Mittlerweile kooperiert bereits fast jede 3. Schule in Bayern mit einem Sportverein im Rahmen des „Sport nach 1“ Modells.

Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen im Rahmen des „Sport nach 1“ Modells können in zwei verschiedenen Ausprägungen erfolgen:

  • in breitensportlich orientierten „Sportarbeitsgemeinschaften“ (SAG) bzw.
  • in leistungssportlich orientierten „Stützpunkten“.

Das „Sport nach 1“ Modell wird staatlich gefördert.

Sportarbeitsgemeinschaften des Kooperationsmodells „Sport nach 1“ können in den Ganztag integriert werden, sofern das Verbot der Mehrfachförderung beachtet wird.

Mentor Sport nach 1

Beim Modell „Mentor Sport nach 1“ ermöglichen ausgewählte Schülerinnen und Schülern anderen Schülerinnen und Schülern in Pausen oder in Freistunden am Nachmittag ein freies, im großen Unterschied zum Sportunterricht nicht angeleitetes selbstorganisiertes Sporttreiben in wenigen, ausgewählten, geeigneten Sportarten. Im Mittelpunkt des Projektes stehen dabei nicht nur gesundheitliche, sondern vor allem auch persönlichkeitsbildende Aspekte der Eigenverantwortlichkeit. Das Projekt „Mentor Sport nach 1“ leistet somit auch einen wichtigen Beitrag zur Werteerziehung in der Schule. Dem Mentor steht beratend eine Lehrkraft (Mentorenbetreuer) zur Seite. Das Mentorenmodell wird von der Bayerischen Fördergemeinschaft für Sport in Schule und Verein unterstützt.

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