Schulen bilden auch Herz und Charakter

Video − Ausbildung der Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter

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Politische Bildung sowie Demokratie- und Werteerziehung sind als fächerübergreifendes Bildungsziel an allen Schularten in Bayern im LehrplanPLUS festgeschrieben und Grundprinzip jeder pädagogischen Arbeit. Mit der Initiative Werte machen Schule stärkt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus die Werteerziehung im Freistaat und unterstützt Schulen, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler bei der Umsetzung von wertebildenden Maßnahmen.

Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem digitalen Wandel, Extremismus, Gewalt und Fake News wird den Schülerinnen und Schülern ein starker ethischer Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitgegeben. Ziel ist es, dass sich die jungen Menschen aktiv für ein Miteinander in der Gesellschaft engagieren, das von Respekt und Zivilcourage geprägt ist.

Wertemultiplikatorinnen und Wertemultiplikatoren

Bereits im Jahr 2008 wurden in ganz Bayern mehr als 120 Lehrkräfte zu Wertemultiplikatorinnen und Wertemultiplikatoren ausgebildet. Sie sind eine wichtige Säule der Werteerziehung an bayerischen Schulen und unterstützen interessierte Lehrkräfte und Schulen bei der Wertebildung.

Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter

Wer sind die Wertebotschafter?

Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter können Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen aller weiterführenden Schularten werden, nachdem sie eine einwöchige Ausbildungsphase durchlaufen haben. Nach der Ausbildung zum Wertebotschafter kehren die Schülerinnen und Schüler an ihre Schulen zurück und initiieren dort kleinere und größere Projekte zum Thema Werte. Die Bandbreite der Projektbeispiele ist groß und reicht von einer Werte-Stunde mit der eigenen Klasse bis hin zu Werte-Projekttagen oder Werte-Wochen für die ganze Schule.

Wie läuft die Ausbildung zum Wertebotschafter ab?

In einer einwöchigen Ausbildungswoche erhalten die Schülerinnen und Schüler theoretische Grundlagen zum Thema Werte sowie wertvolle Praxistipps für die Umsetzung eines eigenen Werteprojekts. Wesentliche Ausbildungsinhalte sind philosophische Reflexionen über Werte, Module zur Medien- und Kommunikationskultur sowie zum erfolgreichen Projektmanagement. Ein Betreuertandem, bestehend aus einer Lehrkraft und einem Schulsozialpädagogen, begleitet die Ausbildungswoche und wird von externen Partnern wie dem Bayerischen Schullandheimwerk, der Akademie für Philosophische Bildung und Wertedialog und dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis unterstützt.

Wie wird man Wertebotschafter?

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus ruft in einem Kultusministeriellen Schreiben (KMS) alle weiterführenden Schulen im Freistaat zur Bewerbung auf. Die Schulleitung jeder Schule kann in enger Abstimmung mit der Schülermitverantwortung (SMV) eine Schülerin bzw. einen Schüler der 8. oder 9. Jahrgangsstufe für die Wertebotschafterausbildung vorschlagen. Nach Ende der Bewerbungsfrist erfolgt durch das Kultusministerium die Auswahl von rund 25 Wertebotschaftern pro Regierungsbezirk. Die Schulleitung wird im Anschluss zeitnah über das Ergebnis des Bewerbungsprozesses in Kenntnis gesetzt.

Welche Ziele verfolgt die Initiative Werte machen Schule mit der Wertebotschafterausbildung?

Mit der Initiative Werte machen Schule werden die Schülerinnen und Schüler zu Hauptakteuren bei der Wertebildung. Die Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter bereichern durch ihre Arbeit und ihr Engagement Unterricht und Schulleben und machen Werte für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler erfahrbar, wie die zahlreichen Projekte der Wertebotschafter im Freistaat zeigen. Dieser Peer-to-Peer-Ansatz ist ein wichtiger Faktor bei der Werteerziehung.

Wie wird die Nachhaltigkeit der Initiative gesichert?

Die Wertebotschafter stehen auch nach ihrer Ausbildungswoche in engem Kontakt mit dem Betreuertandem, das die weitere Arbeit der Wertebotschafter an ihren Schulen begleitet. Zudem benennt jede Schule bereits bei der Bewerbung eine Lehrkraft, eine (Schul-)Sozialpädagogin oder einen (Schul-)Sozialpädagogen zur Unterstützung der Wertebotschafterin oder des Wertebotschafters bei der Durchführung der geplanten Aktivitäten. Ein zusätzliches Seminarwochenende der Wertebotschafter etwa drei Monate nach der Ausbildungswoche dient dem Austausch untereinander sowie der Reflexion der eigenen Tätigkeit an der Schule. Außerdem führt das Forschungsinstitut für Betriebliche Bildung (fbb) eine externe Evaluation der Pilotphase (2018-2021) durch – zur Optimierung der Wertebotschafterausbildung und zur Erarbeitung weiterer Handlungsprämissen für die schulische Wertearbeit. 

Intensiv eingebunden in die Initiative Werte machen Schule sind außerdem externe Partner und Institutionen: Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften, Lehrer- und Elternverbänden, Jugendorganisationen, des Wertebündnis Bayern sowie Fachexperten der digitalen Bildung gehören zum festen Kreis eines Expertenforums, das gemeinsam an der Weiterentwicklung der Wertebildung an den Schulen arbeitet.

Video der Oberpfälzer Wertebotschafterinnen und -botschafter zur COVID-19-Pandemie

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Materialien zur Wertebildung

Im neuen ISB-Internetportal werden Lehrerinnen und Lehrer zu allen Fragen und Themen der Wertebildung fündig. Unter www.wertebildung.bayern.de  hat jeder Interessierte sofort Zugriff auf vielfältige Informationen und zahlreiche Best-Practice-Beispiele zur Wertebildung – zu bestimmten Themen, Fächern, Jahrgangsstufen, Schularten und Initiativen, die das Schulleben bereichern. Auch die Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter im Freistaat sind mit ihren Ideen und Projekten vertreten. Das Angebot an guten Beispielen zur Wertebildung ist das Herzstück des neuen Internetportals und wird ständig erweitert.

ISB-Handreichung: Werte bilden – Impulse zur wertebasierten Schulentwicklung

Die Handreichung zeigt, wie eine Schule einen Wertekonsens ausbilden und wertebasierte Schulentwicklung gelingen kann. Zudem macht sie deutlich, dass Werte als Grundbestand der Schulentwicklung unverzichtbar sind.
Die Handreichung zeigt Wege auf, wie der systematische Prozess einer wertebasierten Schulentwicklung an der eigenen Schule in Gang gesetzt oder fortentwickelt werden kann. Sie gibt Anregungen, wie ein Wertekonsens nicht nur auf dem Papier bestehen bleibt, sondern konkret im Unterrichtsalltag und in der Schulkultur verankert werden kann. Das Innovative dabei ist, dass erstmals eine Querverbindung zwischen dem Thema Werteerziehung und der Struktur der systematischen Schulentwicklung (mit Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung) hergestellt wird.

Aus dem Inhalt:

  • Grundlegendes zum Thema Werte und Schulentwicklung und zur Notwendigkeit eines gemeinsamen Wertefindungsprozesses als Ausgangspunkt für eine wertebasierte Weiterentwicklung der eigenen Schule.
  • Wege der Prozesssteuerung bzw. ein Prozessmodell, um von fragmentierten Einzelmaßnahmen hin zu einem nachhaltigen und umfassenden Gesamtkonzept für die eigene Schule zu kommen.
  • Mögliche Handlungsfelder einer wertebasierten Weiterentwicklung der Schule, die an die Bedürfnisse und Gegebenheiten an der eigenen Schule angepasst werden können.
  • Tabellen mit Kurzbeschreibungen möglicher Maßnahmen in den verschiedenen Handlungsfeldern für eine Bestandsaufnahme und Stärkenanalyse bzw. als mögliche Ideenquelle.

Das Praxis-Handbuch "Werte machen stark"

Das Praxis-Handbuch "Werte machen stark" fasst die zentralen Ergebnisse der Wissenschaft zusammen und stellt viele konkrete Beispiele für Werteerziehung in der Schule vor.

Diese sind leicht im Alltag einzusetzen und in entprechende Kategorien gegliedert: Persönlichkeitsbildung, Soziales Verhalten, Umwelt, Gesundheit, Sport, Kultur und Schulleben/-kultur. 

Für weitere Informationen sind jeweils konkrete Ansprechpartner für die Projekte genannt.

Ansprechpartner für die Wertebildung

Ansprechpartner im Ministerium:

Für die Koordination der Initiative Werte machen Schule:

Birgit Kleinhappl
Salvatorstraße 2
80327 München

Telefon: 089 2186 2435
E-Mail: birgit.kleinhappl@stmuk.bayern.de

 

Für die Wertemultiplikatoren:

Dr. Ulrich Seiser
Salvatorstraße 2
80327 München

Telefon: 089 2186 2619
E-Mail: ulrich.seiser@stmuk.bayern.de


Ansprechpartner im Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB):

Andreas Huber
Schellingstr. 155
80797 München

Telefon: 089 2170 2147
E-Mail: andreas.huber@isb.bayern.de

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