Bundesverdienstkreuz: Vier Bayern für jahrzehntelangen Einsatz ausgezeichnet

Die Ausgezeichneten: Professor Janusz Surzykiewicz,Berthold Gehlert, Angela Hoh, Günter Franzen mit Staatssekretär Bernd Sibler
Die Ausgezeichneten: Professor Janusz Surzykiewicz,Berthold Gehlert, Angela Hoh, Günter Franzen mit Staatssekretär Bernd Sibler

Angela Hoh aus Wunsiedel, Günter Franzen aus Oberhaid, Berthold Gehlert aus Bamberg und Professor Janusz Surzykiewicz aus Neufarn – sie wurden mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Staatssekretär Bernd Sibler würdigte ihr Engagement für das Gemeinwohl.

Das Bundesverdienstkreuz
Das Bundesverdienstkreuz

Bernd Sibler nannte es eine Ehre, dass er diese vier Personen auszeichnen durfte -  für ihren jahrzehntelangen Einsatz händigte der Kultusstaatssekretär vier Orden aus. Ein kleines Kreuz mit einem langen Namen: Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Der Bundespräsident hat die Auszeichnungen vergeben an: Angela Hoh aus Wunsiedel, Günter Franzen aus Oberhaid, Berthold Gehlert aus Bamberg und Professor Janusz Surzykiewicz aus Neufarn.

Bei der Ordensverleihung in den Räumen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus in München lobte Staatssekretär Bernd Sibler den jahrzehntelangen Einsatz der Geehrten.

Angela Hoh freute sich mit Mitgliedern ihrer Gemeinde
Angela Hoh freute sich mit Mitgliedern ihrer Gemeinde
Staatssekretär Sibler mit Angela Hoh
Staatssekretär Sibler mit Angela Hoh

Angela Hoh aus Wunsiedelist seit mehr als sechs Jahrzehnten in vielfältiger Weise im sozialen und kirchlichen Bereich tätig. Bereits 1946 übernahm sie die Leitung einer Jugendgruppe der katholischen Pfarrgemeinde Wunsiedel. 1952 wurde sie Bezirksleiterin der Jugendarbeit im Dekanat Wunsiedel und arbeitete bis 1956 mit den jungen Frauen. Fast vier Jahrzehnte engagierte sich Angela Hoh im Pfarrgemeinderat Wunsiedel, bis sie sich im März 2010 nicht mehr zur Wiederwahl stellte. Darüber hinaus war Angela Hoh mehr als 25 Jahre Dekanatsleiterin des Katholischen Deutschen Frauenbundes und von 1990 bis 2002 stellvertretende Vorsitzende im Dekanatsrat. Daneben wirkte sie zehn Jahre als Mitglied im Hauptausschuss der Katholischen Erwachsenenbildung. Seit 1993 leitet sie den Seniorenkreis der Pfarrgemeinde. Am Runden Tisch „Senioren und Menschen mit Behinderung“ der Stadt Wunsiedel setzt sich Angela Hoh für die Interessen und Belange der Betroffenen ein.

Bei der Laudatio für Günter Franzen (re.). In der Mitte Berthold Gehlert.
Bei der Laudatio für Günter Franzen (re.). In der Mitte Berthold Gehlert.
Günter Franzen aus Oberhaid
Günter Franzen aus Oberhaid

Günter Franzen aus Oberhaidhat sich seit mehr als vier Jahrzehnten ehrenamtlich im örtlichen und überörtlichen Bereich engagiert. Seit 1974 ist er Leiter der Volkshochschule Bamberg-Land. In dieser Funktion betreut und koordiniert er die Arbeit von mehr als 80 ehrenamtlichen Außenstellenleiterinnen und -leitern. Das Angebot der VHS wird jährlich von mehr als 26.000 Teilnehmern genutzt. Nach der Wiedervereinigung hat er beim Aufbau von Volkshochschulen in Thüringen geholfen. Seit 1991 gehört Günter Franzen dem Gesamtvorstand des Bayerischen Volkshochschulverbandes an. Staatssekretär Bernd Sibler würdigte, dass der Ausgezeichnete somit nicht nur die ehrenamtliche Tätigkeit in über 800 Außenstellen unterstützt habe, sondern ganz wesentlichen Anteil hatte er auch an der Professionalisierung der Volkshochschulen mit hauptamtlichen pädagogischen Mitarbeitern. Dank seiner Beratung und Unterstützung konnten die Volkshochschulen auch zahlreiche anspruchsvolle Lehrgänge anbieten, so für Frauen bei der Wiedereingliederung in das Berufsleben oder für Arbeitslose und benachteiligte Jugendliche. Neben seinem Engagement für die Volkshochschule setzt sich Günter Franzen auch im sportlichen Bereich ein, besonders die Sportjugend liegt ihm am Herzen. So wirkte er unter anderem als Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend und als 2. Vorsitzender der Deutschen Sportjugend oder als Kreisvorsitzender im Bayerischen Landes-Sportverband.

Bertholt Gehlert aus Bamberg
Bertholt Gehlert aus Bamberg

Berthold Gehlert aus Bamberg hat sich national wie international für die Belange des beruflichen Schulwesens eingesetzt, sagte Staatssekretär Bernd Sibler. Von 1994 bis 2011 war er Leiter der Staatlichen Berufsschule I mit Berufsaufbauschule Bamberg. Die Schule profilierte sich unter seiner Leitung als Kompetenzzentrum für produktions- und informationstechnische Berufe. Außerdem setzte er sich erfolgreich für die Gründung der Berufsfachschule für technische Assistenten für Informatik ein. Seit vielen Jahren engagiert er sich außerdem auf Verbandsebene ehrenamtlich für die berufliche Bildung. So arbeitete er im Arbeitskreis Lehrerbildung im Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS). Im Jahr 2005 wurde Berthold Gehlert zum Bundesvorsitzenden dieser größten Interessengruppe für berufliche Bildung in Deutschland gewählt. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt besonders in der Weiterentwicklung des dualen Systems der Berufsbildung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der beruflichen Schulen. Daneben wirkt er als Präsidiumsmitglied im Deutschen Lehrerverband. Der Autor von Fachliteratur und von Broschüren zur Berufsbildungspolitik ist dadurch – so Staatssekretär Bernd Sibler – „ein geschätzter Gesprächspartner für Wirtschaftsverbände, Länder- und Bundesministerien.“

Professor Surzykiewicz aus Neufarn
Professor Surzykiewicz aus Neufarn

Professor Janusz Surzykiewicz aus Neufarn wirkt seit 1998 als Pfarrer der Kuratie Neufarn, mit den Ortschaften Neufarn, Parsdorf, Weißenfeld und Hergolding. Mit seiner Unterstützung sind unter anderem der Weihnachtsmarkt in Neufarn und der Ostermarkt in Parsdorf entstanden. Sanierungsarbeiten an den Kirchen in Neufarn, Parsdorf und Weißenfeld wurden in seiner Amtszeit eingeleitet, in Parsdorf zudem ein neuer Kindergarten gebaut. Staatssekretär Bernd Sibler lobte in seiner Laudatio: „Wie kein anderer Pfarrer vor Ihnen haben Sie es geschafft, Kirche und Kirchenleben äußerst lebendig zu gestalten. Durch Ihr ausgeprägtes mitmenschliches Engagement und Einfühlungsvermögen schafften Sie es, Menschen generationsübergreifend und in den verschiedensten Lebenssituationen, insbesondere die Jugend, zu begeistern.“ Zudem ist  dem polnischen Staatsbürger die deutsch-polnische Aussöhnung immer ein großes Anliegen. Surzykiewicz arbeitet neben seiner Tätigkeit als Pfarrer an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er übernahm Lehraufträge und führte Projektarbeiten durch. Von 2001 bis 2007 war er wissenschaftlicher Universitätsassistent am Lehrstuhl für Christliche Spiritualität und Homiletik. Im Jahr 2008 wurde Janusz Surzykiewicz auf die Professur für Pastoraltheologie, Schwerpunkt Gemeindepastoral und Allgemeine Psychologie an der Fakultät für Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt berufen. An der Kardinal Wyszynski Universität in Warschau wirkte er außerdem seit 2007 als Lehrstuhlinhaber in für Psychagogik. Staatssekretär Sibler würdigte ihn als einen der „ganz wenigen Universitätswissenschaftler, denen das soziale Engagement in Verbindung mit wissenschaftlicher Forschung zur Lebensmaxime geworden ist.“ 

Bilder von der Ordensvergabe

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