Wahrzeichen Walhalla ist nun barrierefrei zugänglich

Die Walhalla ist einer der großen Monumentalbauten von König Ludwig I.
Die Walhalla ist einer der großen Monumentalbauten von König Ludwig I.

Sichtbares Zeichen gelebter Inklusion: Mehr als 100.000 Besucher aus nah und fern strömen jedes Jahr zur Walhalla bei Regensburg. Das berühmte Wahrzeichen ist nun auch für Gäste mit Mobilitätseinschränkung leicht zu erreichen. Deshalb wurde das Signet „Bayern barrierefrei“ an dem Bauwerk angebracht.

Kultusminister Bernd Sibler
Kultusminister Bernd Sibler

„Die Walhalla ist ein Sinnbild für das, was unser Land über die Zeiten hinweg im Innersten zusammenhält. Denn sie bewahrt mit ihren Büsten und Gedenktafeln das Gedächtnis an große Persönlichkeiten. Ich freue mich sehr, dass die Besucherinnen und Besucher diesen bedeutenden Erinnerungsort ohne Barrieren erreichen können und so in der einmaligen Atmosphäre dieses Baudenkmals unserer nationalen Identität nachspüren können“, erklärte Kultusminister Bernd Sibler bei der Anbringung des Signets „Bayern barrierefrei“ gemeinsam mit Finanz- und Heimatminister Albert Füracker an der Walhalla. Das Signet wurde im Rahmen des Veranstaltungstags „100 Jahre Schlösserverwaltung“ angebracht.

Wesentlicher Bestandteil der Heimat

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker
Finanz- und Heimatminister Albert Füracker

Die Walhalla ist eines der bedeutendsten Nationaldenkmäler Deutschlands und einer der großen Monumentalbauten von König Ludwig I. Geplant wurde der „Ruhmestempel“ von einem der bedeutendsten Architekten des Klassizismus: Leo von Klenze. Am 18. Oktober 1842 wurde die Walhalla von König Ludwig I. feierlich eröffnet. „Sie ist wesentlicher Bestandteil unserer Heimat Bayern. Die Besucher können diese Gedenkstätte barrierefrei betreten. Dafür wurde unter anderem eine Rampe auf der Westseite der Walhalla errichtet. Seit 2010 wurden insgesamt 260.000 Euro in die Barrierefreiheit des Objekts investiert“, stellte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker fest.

Die Walhalla zieht jährlich mehr als einhunderttausend Besucher aus nah und fern an – mit und ohne Mobilitätseinschränkungen. „Die Walhalla ist ein Symbol für die nationale Einheit Deutschlands, für gemeinsame Identität, Sprache und Kultur. Der barrierefreie Zugang ist ein sichtbares Zeichen gelebter Inklusion. Und eine hervorragende Leistung angesichts der Lage und der Bauweise des historischen Kulturdenkmals“, merkte Füracker an.

Das Signet „Bayern barrierefrei“ würdigt die Leistung beim Abbau von Barrieren. Die Bayerische Staatsregierung stellt allein für dieses Jahr ein Investitionsvolumen von mehr als 200 Millionen Euro für ein barrierefreies Bayern zur Verfügung.

Ganz besonderer Erinnerungsort

Wissenschafts- und Kunstministerin Prof. Dr. Marion Kiechle
Wissenschafts- und Kunstministerin Prof. Dr. Marion Kiechle

Wissenschafts- und Kunstministerin Prof. Dr. Marion Kiechle teilte mit: „Den Zugang zu diesem wunderbaren Kulturdenkmal, diesem ganz besonderen Erinnerungsort allen Menschen barrierefrei zu ermöglichen, ist ein echter Gewinn. Die Büsten in der Walhalla erzählen herausragende Lebensgeschichten und erinnern an Persönlichkeiten, die uns auch heute noch viel zu sagen haben und deren Lebensleistung mittelbar oder unmittelbar bis in die Gegenwart wirkt – denken Sie nur an Händel und Richard Strauss, an Rubens und van Dyck, an Röntgen und Einstein, um nur wenige zu nennen. Ein einziger Besuch in der Walhalla reicht eigentlich nicht aus – umso mehr freue ich mich, dass dieser für Bayern und darüber hinaus so bedeutende Ort ab sofort für die Besucherinnen und Besucher ohne Barrieren zu erreichen ist.“

Die Grundsteinlegung für den Ruhmestempel erfolgte am 17. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, am 18. Oktober 1830. Die Walhalla gilt mit ihren zahlreichen Büsten und Gedenktafeln als Gedenkstätte für verdiente Persönlichkeiten „teutscher Zunge“, und zwar unabhängig von Staatsgrenzen. Es sind Persönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen: Geistes- und Naturwissenschaften, Literatur, Musik und bildende Kunst. Darunter befinden sich auch Persönlichkeiten aus Schweden, England, den Niederlanden, Österreich, Russland und den baltischen Staaten. Zwei neue Büsten werden demnächst dazukommen: die Künstlerin Käthe Kollwitz und der Physiker Max Planck. Im Inneren der Walhalla befinden sich 130 Marmorbüsten, 65 Gedenktafeln und eine Großplastik mit König Ludwig I. Seit 2016 steht die Walhalla unter der Obhut der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Das Auswahl- und Aufstellungsverfahren für die Büsten berühmter Persönlichkeiten obliegt jedoch nach wie vor der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und dem Bayerischen Kunstministerium.

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