Gedenkraum für Opfer des Olympia-Attentats 1972: Kultusminister Ludwig Spaenle informiert über aktuelles Konzept

Das Olympiaattentat 1972 - ein Anschlag auf Israel auf deutschem Boden
Das Olympiaattentat 1972 - ein Anschlag auf Israel auf deutschem Boden

Die Bayerische Staatsregierung hatte anlässlich des 40. Jahrestages des Attentats beschlossen, einen Gedenkraum für die Opfer des Attentats der Terrororganisation „Schwarzer September“ in München einzurichten. „Die nun vorliegenden Planungen für einen Gedenkraum für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 ermöglichen es, dem historischen Geschehen einen dauerhaften Ort zu geben“, sagte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Ministerrat zum derzeitigen Stand der Planungen zur Errichtung des Gedenkraums.

Bei dem heimtückischen Überfall auf die Sportler waren elf Mitglieder der Olympiadelegation aus Israel und ein deutscher Polizist ermordet worden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hatte Kultusminister Ludwig Spaenle mit der Koordinierung des Projekts beauftragt. „Damit wird ein historischer Auftrag erfüllt“, erklärte Spaenle.
 

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

Eine an der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit angesiedelte Projektgruppe hat nun unter Beteiligung der Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg sowie des Jüdischen Museums München ein entsprechendes Konzept entwickelt und mit einem wissenschaftlichen Beraterkreis abgestimmt. In die konzeptionellen Überlegungen waren vor allem das Bundesinnenministerium, der Deutsche Olympische Sportbund, das Staatsministerium des Inneren, das Staatsministerium der Finanzen, das Staatsministerium für Unterricht und Kultus, die Landeshauptstadt München, die Israeltische Kultusgemeinde München, das Generalkonsulat des Staates Israel sowie die Sprecher der Gruppe der Überlebenden des Attentats und Familienangehörige mit einbezogen.

Das Konzept fußt auf der Idee, auf einer Anhöhe südlich der Connollystraße 31 - einem zentralen Ort des Attentats - ein offenes Gebäude zu errichten, das eine Dauerausstellung beherbergt. Der Standort ist Eigentum des Freistaats Bayern und ermöglicht unmittelbare Sichtbezüge zu den historischen Koordinaten Conollystraße 31, ehemaliges olympisches Dorf, Olympiaturm und -stadion. Die Planungen für die Dauerausstellung sehen vor, die Themen „Biographien“, „Internationale Politik“ und „Olympische Spiele“ zu vertiefen. Die Biographien der Opfer des Attentats stehen dabei im Zentrum der Ausstellung. Das Attentat wird als Zäsur in der jüngeren Geschichte der internationalen Politik eingeordnet, da 1972 Terror erstmals zu einem globalen Medienereignis wurde. Der Gedenkraum in München wird durch ein zusätzliches Projekt am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck ergänzt - einem weiteren zentralen Ort des Attentats.

„Der geplante Gedenkraum ist ein authentischer Ort, der als Ort der Erinnerung sehr gut geeignet ist. Die Planungen für die Dauerausstellung zeigen auch, dass das Geschehen im Sinne eines zeitgemäßen museumspädagogischen Ansatzes aus verschiedenen Perspektiven und Ebenen beleuchtet werden soll“, kommentierte der Kultusminister die Konzeption.

Zur Umsetzung des nun vorliegenden Konzepts wird ein Wettbewerb ausgeschrieben. Für die Planung und Realisierung der Baumaßnahme sowie für die Konzeption und Kuratierung durch ein Projektteam werden insgesamt Kosten von rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt.

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