Redeflussstörung

Ziel einer schulischen Förderung von Schülern mit Redeflussstörungen ist es, diese bei der Beteiligung am Unterricht zu stärken.
Ziel einer schulischen Förderung von Schülern mit Redeflussstörungen ist es, diese bei der Beteiligung am Unterricht zu stärken.

In allen Kulturen tritt Stottern auf, etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung stottert. Die Mehrheit aller stotternden Kinder zeigt erste Symptome im Vorschulalter; um die fünf Prozent eines Altersjahrganges beginnen zu stottern. Sehr viele junge Kinder durchlaufen Phasen, in denen sie altersgemäße Sprechunflüssigkeiten zeigen wie z.B. Wortwiederholungen, Satzumstellungen oder Satzabbrüche. Stottern ist vor allem bei jungen Kindern hoch dynamisch und sehr individuell ausgeprägt. Für die individuelle Entwicklung und nicht zuletzt den Bildungsweg der Kinder bzw. Jugendlichen mit Stottersymptomatik ist es besonders wichtig, dass sie sich in der Schule wohl fühlen  und sich angstfrei in Kommunikationssituationen einbringen können. Nur dann können sie ihr Leistungspotenzial voll entfalten.  Ein Schweigen aus Angst vor Hänseleien und Mobbing darf es nicht geben. Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten benötigen Wissen über diese Redeflussstörung, um Kommunikationssituationen im Unterricht bewusst zu gestalten und sprachliche Hürden zu erkennen.  Die Mitschülerinnen und Mitschüler müssen in altersgerechter Form über Stottern informiert werden, um Verständnis für betroffene Kinder bzw. Jugendlichen zu entwickeln und zu lernen, wie sie bei Sprechblockaden reagieren sollen. Nicht zuletzt die Erziehungsberechtigten und Familienangehörigen profitieren von Information und Beratung.

Daher wurde bereits im Schuljahr 2008/09 durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V. das interdisziplinäre Projekt „Stottern und Schule“ ins Leben gerufen. Ziel war es hierbei insbesondere Lehrkräfte aller Schularten über die Redeflussstörung Stottern im Kontext Schule aufzuklären.

In jedem bayerischen Regierungsbezirk wurden dazu ausgewählte Lehrkräfte für Sonderpädagogik mit dem Förderschwerpunkt Sprache einer Schulpsychologin bzw. einem Schulpsychologen der jeweiligen Staatlichen Schulberatungsstelle des Regierungsbezirks zugeordnet. Diese Tandems wurden in mehrtägigen Fortbildungstagen an der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen qualifiziert, so dass Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte, Beratungsunterstützung und -vernetzung für Betroffene und deren Eltern sowie präventive Angebote, bspw. für Erzieherinnen und Erzieher in vorschulischen Kindertageseinrichtungen, ermöglicht werden konnten.

Hilfen und Unterstützung

Bei Fragen und Unterstützungwünschen wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Schulberatungsstellen.

Weitere Unterstützung erhalten Sie bei der Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe:

Link zur Bundesvereinigung Stottern & Selbsthilfe

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