Migration

Was versteht man unter Sprachbegleitung?

Bei dem Projekt „Sprachbegleitung“, das durch die MB-Dienststelle Mittelfranken koordiniert wird, geht es um die Förderung der Sprachentwicklung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund an staatlichen Gymnasien durch zusätzliche Budgetstunden.

Annahmen und Voraussetzungen:

  • Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Muttersprache, die von der Grundschule mit einer gymnasialen Eignung oder über den Probeunterricht an das Gymnasium kommen, scheitern in der Sekundarstufe I überdurchschnittlich oft.
  • Neben anderen denkbaren Faktoren ist eine häufige Ursache, dass sie in der Entwicklung der in der Schule benötigten (Schrift-)Sprache hinter den muttersprachlich deutschen Mitschülern zurückbleiben. Das gilt insbesondere in den Bereichen der Semantik, der Syntax, aber auch in der Grammatik.
  • Außerdem stellt die Aneignung der Fachsprachen innerhalb der verschiedenen Fächer eine zusätzliche Herausforderung dar.
  • Dieser Sachverhalt wirkt sich nicht nur – oft nicht in erster Linie – im Deutschunterricht, sondern vielmehr in Fächern wie Geschichte, Geographie, Ethik, aber auch in den Naturwissenschaften aus.

Daher setzt das Projekt „Sprachbegleitung“ genau dort an.

Wer koordiniert das Projekt?

  • Koordination durch die MB-Dienststelle Mittelfranken, vor allem durch die Koordinierungsgruppe: Konrad Brandmüller (Landeskoordinator (Schwerpunkt Nordbayern, Schwaben), Verbindung zu den teilnehmenden Schulen), Birgit Hartung (Landeskoordinatorin Schwerpunkt Oberbayern, Verbindung zu den teilnehmenden Schulen), Monika Braun (Mitarbeiterin beim MB, Gesamtkoordination, Verbindung zu ISB, KM)

Welche Gymnasien nehmen daran teil?

Beteiligt sind alle staatlichen Gymnasien mit einem bestimmten Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Derzeit sind dies:

  • Mittelfranken: Ohm-Gymnasium Erlangen, Hardenberg-Gymnasium Fürth, Helene-Lange-Gymnasium Fürth, Dürer-Gymnasium Nürnberg, Hans-Sachs-Gymnasium Nürnberg, Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg, Pirckheimer-Gymnasium Nürnberg, Willstätter-Gymnasium Nürnberg, Senefelder-Schule Treuchtlingen
  • Niederbayern: Hans-Leinberger-Gymnasium Landshut
  • Oberbayern-Ost: Asam-Gymnasium München, Gisela-Gymnasium München, Maria-Theresia-Gymnasium München, Max-Josef-Stift München, Michaeli-Gymnasium München, Gymnasium München-Trudering, Werner-Heisenberg-Gymnasium München, Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München, Franz-Marc-Gymnasium Markt Schwaben, Sebastian-Finsterwalder-Gymnasium Rosenheim, Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching
  • Oberbayern-West: Christoph-Scheiner-Gymnasium Ingolstadt, Dante-Gymnasium München, Erasmus-Grasser-Gymnasium München, Gymnasium Fürstenried-West, Klenze-Gymnasium München, Gymnasium München-Moosach, Max-Planck-Gymnasium München, Rupprecht-Gymnasium München, Theresien-Gymnasium München, Carl-Orff-Gymnasium Unterschleißheim
  • Oberfranken: Graf-Münster-Gymnasium Bayreuth, Schiller-Gymnasium Hof
  • Oberpfalz: Gregor-Mendel-Gymnasium Amberg, Albrecht-Altdorfer-Gymnasium Regensburg,  Gymnasium Neutraubling, Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg, Kepler-Gymnasium Weiden
  • Schwaben: Bayernkolleg Augsburg, Holbein-Gymnasium Augsburg, Peutinger-Gymnasium Augsburg, Rudolf-Diesel-Gymnasium Augsburg, Paul-Klee-Gymnasium Gersthofen, Jakob-Brucker-Gymnasium Kaufbeuren,  Hildegardis-Gymnasium Kempten, Albertus-Magnus-Gymnasium Lauingen, Bodensee-Gymnasium Lindau, Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen, Lessing-Gymnasium Neu-Ulm
  • Unterfranken: Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg, Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen, Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Bayernkolleg Schweinfurt, Olympia-Morata-Gymnasium Schweinfurt

Wozu dient die Sprachbegleitung?

  • Verbesserung der mündlichen und schriftlichen Ausdrucksfähigkeit
  • Vermittlung von fachsprachlichem Wortschatz
  • Verbesserung des Leseverstehens
  • Vermittlung von kulturellen und interkulturellen Inhalten
  • Förderung der Mitarbeit
  • Motivation
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Verbesserung der (schulischen) Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Wie läuft der Unterricht ab?

  • ein- bis dreistündiger Förderunterricht mit zusätzlichen Budgetstunden, insbesondere in Sachfächern, Naturwissenschaften und Mathematik
  • Es wird in Modulen, d.h. Unterrichtssequenzen, die an ein bestimmtes Leitfach geknüpft sind und sich über mehrere Stunden (bis zu einem halben Jahr) erstrecken, gearbeitet.
  • Diese bieten die Möglichkeit, auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Gruppe einzugehen.
  • Durch die Erarbeitung fachspezifischer Inhalte (z.B. geographischer oder geschichtlicher Natur), für die sich die Schülerinnen und Schüler oft sehr interessieren, erweitern die Teilnehmer ihre mündlichen und schriftsprachlichen Fähigkeiten, aber auch ihre Methodenkompetenz.
  • Zudem erwerben sie Fachwortschatz.
  • Daneben soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, auf aktuelle Wünsche (z.B. Wiederholung bestimmter Grammatikkapitel, Übungen für eine Schulaufgabe) in angemessenem Rahmen einzugehen.

Wie wird die Maßnahme evaluiert?

  • Es erfolgt eine Evaluation der einzelnen Module (z.B. durch kleine Tests, Umfragen, Präsentationen).
  • Zudem wird die Gesamtmaßnahme am Ende des Schuljahres durch einen Fragebogen für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte, die das Modell durchführen sowie die in der Klasse unterrichtenden Lehrkräfte evaluiert.
  • Zum Ende des Schuljahres erhält der Ministerialbeauftragte von jeder teilnehmenden Schule die Evaluationsergebnisse sowie einen Erfahrungsbericht.

Weiterführendes Material:

MitSprache fördern. Bd 1: Formale Sprachbeherrschung und Ausdrucksförderung, Bd 2: Schreib- und Lesekompetenz. Brigg Verlag. 2013/14.

Leisen, Josef: http://www.leisen.studienseminar-koblenz.de/

Kontakt:

MB-Dienststelle für die Gymnasien in Mittelfranken: StDin Monika Braun (Email: monika.braun@mb-gym-mfr.de, Tel.: 0911/2315468)

Ausgangssituation

Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die erst während der Sekundarstufe zuwandern und über eine gymnasiale Vorbildung, nicht aber über ausreichende Sprachkenntnisse im Deutschen verfügen, wurden bisher individuell an Gymnasien aufgenommen und dort intensiv gefördert. Nachdem die Zahl derartiger Zuwanderer in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist und mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen ist, wird für die staatlichen Gymnasien ein Sammelkurs-Modell erprobt, das es besonders leistungsstarken und leistungsmotivierten Kindern und Jugendlichen mit nichtdeutscher Muttersprache (Kinder von Arbeitsmigranten sowie Flüchtlingen) ermöglicht, sowohl die für den Unterricht erforderlichen Sprachkenntnisse zu erwerben als auch die gymnasiale Bildungsbiographie ohne Unterbrechung (z.B. durch den Besuch von Übergangsklassen, Sprachkursen usw.) fortzuführen.

Das staatliche Regelangebot auch für gymnasial geeignete Schülerinnen und Schüler mit Migrations- oder Flüchtlingsgeschichte sind die Übergangsklassen.

Mit dem Pilotprojekt InGym wird an folgenden fünf Gymnasien in Bayern ein schulartspezifischer Weg der Integration erprobt: Peutinger-Gymnasium Augsburg, Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München, Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg, Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg, Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg.

 

Konzeption des Sammelkurses InGym

In eigenen Kursen werden besonders leistungsstarken und leistungsbereiten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 6-9  Kenntnisse in der deutschen Sprache sowie fachliche Inhalte und fachsprachliche Kenntnisse im MINT-Bereich und in den Gesellschaftswissenschaften vermittelt.

Die Kurse sind als Ganztagsangebot konzipiert und auf ein Schulhalbjahr angelegt. Zielsetzung ist es, die Schülerinnen und Schüler zur aktiven Teilnahme am Unterricht zu befähigen. Nach dem Halbjahr kehren sie an ihre wohnortnahe Stammschule zurück und werden dort - z.B. im Rahmen der Sprachbegleitung - weiter gefördert. Zwei Blockseminare (Freitag/Samstag) zur Stabilisierung und Weiterentwicklung der Sprachkompetenz werden im 2. Halbjahr an den Pilotschulen durchgeführt.

Aufbau der Kurse

An den beiden Projektschulen wird jeweils halbjährlich ein Kurs für die "Junioren" (6./7. Jahrgangsstufe) und für die "Senioren" (8.-10- Jahrgangsstufe) eingerichtet. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 8 Schüler pro Kurs, die maximale Gruppengröße 15 (in Ausnahmefällen bis zu 18). Über die Aufnahme in den Kurs entscheidet nach einer Eignungstestung das durchführende Gymnasium.

Dem Ziel entsprechend hat der Unterricht für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zunächst oberste Priorität. Vorgesehen sind drei (vier) Phasen:

  • Phase 1 (Februar-Ostern): Intensiver DaZ-Unterricht, angereichert durch je vier Wochenstunden in einer modernen FS (E/F) und Mathematik; Rhythmisierung durch zusätzliche Angebote in den Bereichen Sport, Musik, Kunst und Theater
  • Phase 2 (Ostern bis Pfingsten): Reduzierung des DaZ-Unterrichts zugunsten von fachsprachlichem Unterricht aus dem MINT-Bereich (Natur und Technik, Biologie, Physik, Chemie); Rhythmisierung durch zusätzliche Angebote (Sport, Musik, Kunst, Theater)
  • Phase 3 (Pfingsten bis Schuljahresende): DaZ-Unterricht ergänzt durch fachsprachlichen Unterricht, Hereinnahme der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer (Geo, G); Rhythmisierung durch zusätzliche Angebote (Sport, Musik, Kunst und Theater), Binnendifferenzierung: fortgeschrittene Lerner hospitieren stunden-/tageweise in Regelklassen an der Pilotschule.
  • Phase 4 (nach Rückkehr an die Stammschule):  zwei Blockseminare zur weiteren Förderung und Stabilisierung der Sprachkompetenz an den Pilotschulen

Rückkehr an die Stammschulen

Im Halbjahr bzw. zu Beginn des Schuljahres kehren die Teilnehmer des Sammelkurses an die Stammschulen zurück. Dort werden sie durch die Lehrkräfte vor Ort individuell weitergefördert. Auch der Besuch eines offenen oder gebundenen Ganztagsangebots erscheint hier zielführend. Am Ende des Schuljahres bzw. zum Halbjahr legen sie dann eine Aufnahmeprüfung ab, an die sich eine Probezeit anschließt, wenn der Schüler die Aufnahmeprüfung besteht.

Evaluation

Eine Zwischenbilanz dieses Pilotprojekts wird auf der Basis der Erfahrungen des ersten Halbjahres im Laufe des Jahres 2016 vorliegen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse wird geprüft werden, ob und in welcher Weise neben den Übergangsklassen ggf. weitere schulartspezifische Deutschförderkurse in Ballungszentren eingerichtet werden.

Kontakt

MB-Dienststelle für die Gymnasien in Mittelfranken: StDin Monika Braun (Email: monika.braun@mb-gym-mfr.de, Tel.: 0911/2315468)

 

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