Begabtenförderung

Elterninformation

Allgemeine Informationen zur Begabtenförderung an den Gymnasien in Oberbayern-Ost

Grundsätzliches

Begabtenförderung ist Kernaufgabe jeder Schule. Zentral ist dabei die Entdeckung und die Entfaltung der individuellen Begabungen der Schülerinnen und Schüler: Jede und jeder Lernende rückt als Person mit individuellen und sozialen Voraussetzungen und Potenzialen in den Mittelpunkt des schulischen Lernprozesses.

Bei der Erfüllung dieser Aufgabe kommt im differenzierten Schulsystem Bayerns dem Gymnasium eine Schlüsselrolle zu, da überdurchschnittlich begabte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler die Hauptklientel dieser Schulart bilden. Angesichts der wachsenden Heterogenität der gymnasialen Schülerschaft ist es im Sinne einer individuellen Förderung unabdingbar, sich nicht nur um die Unterstützung der Schwächeren zu bemühen, sondern auch den intellektuellen und kreativen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler am oberen Rand des Begabungs- und Leistungsspektrums gerecht zu werden.

Besonders begabte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler können sich in der Regel die in der Schule vermittelten Inhalte schneller aneignen (Akzeleration) und haben so noch Kapazität für zusätzliche Angebote (Enrichment). Diese Enrichmentangebote stehen im Rahmen der bayerischen Begabtenförderung allen Schülerinnen und Schülern offen, die - vor allem aufgrund des Notenbilds und/oder einer psychologischen Diagnostik - eine allgemeine oder fachspezifische besondere Begabung zeigen oder eine solche vermuten lassen.

Institutionen in Oberbayern-Ost

An der breiten Palette von Angeboten der Begabtenförderung an den Gymnasien in Oberbayern-Ost wirken zahlreiche Institutionen mit. Die Koordination obliegt dem Ministerialbeauftragten.

Unter den Gymnasien in Oberbayern-Ost verfügt insbesondere das Maria-Theresia-Gymnasium München aufgrund der dort eingerichteten Hochbegabtenklassen über langjährige Erfahrung nicht nur mit der effizienten Gestaltung derartiger Enrichmentangebote für besonders Begabte, sondern auch mit dem binnendifferenzierenden Unterrichten dieser speziellen Schülerklientel. Daher wurde es im Schuljahr 2015/16 zum Kompetenzzentrum für Begabtenförderung weiterqualifiziert. Ab dem Schuljahr 2016/2017 gibt es seine Erfahrungen und entsprechende Förderkonzepte an andere Schulen in der Region weiter. Das Kompetenzzentrum bietet Informationsmöglichkeiten, Hospitationen und Fortbildungsveranstaltungen im Themenfeld Begabtenförderung an und ist für Gymnasien, die ihr Schulprofil im Bereich Begabtenförderung schärfen wollen, eine zentrale Anlaufstelle.

Um geeigneten Schülerinnen und Schülern, die nicht auf das Maria-Theresia-Gymnasium wechseln können und wollen und um Schülerinnen und Schülern mit Inselbegabungen weitere Angebote machen zu können, gibt es einerseits die Regionalzentren für Begabtenförderung (Begabungsstützpunkte) und die Exzellenzseminare, die direkt von der Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-Ost für alle Gymnasien in Oberbayern-Ost angeboten werden.

Ansprechpartner

An der Schule

An jeder Schule gibt es einen Schulpsychologen, der mit den Lehrern der Schule vernetzt ist und Teil der Schulgemeinschaft ist. Er ist der ideale erste Ansprechpartner für Eltern, die eine Beratung zum Thema (vermuteter) Hochbegabung wünschen.

Daneben gibt es an jeder Schule einen Lehrer, der als Begabtenbeauftragter Auskunft über die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten an und in der Schule aber auch außerhalb geben kann.

 

Dienststelle des Ministerialbeauftragten

StDin Beate Bott
Regerplatz 1
81541 München
Telefon: +49 89 81888200
Fax: +49 89 818882010
E-Mail: beate.bott@mbost.de

 

Für konkrete Fragen zum Projekt Unitag, zum Ferienseminar, zu Exzellenzseminaren, zum Youth-Science-Club und zu Stipendien ist zuständig:

StD Dr. Thomas Rübig
Gymnasium München-Trudering
Friedenspromenade 64
81827 München
Telefon: +49 178 1672412 oder +49 89 23366400
Fax: +49 89 23366443
E-Mail: smv@mbost.de

 

Kompetenzzentrum für Begabtenförderung

OStDin Birgit Reiter
StRin S. Lucenic
StR M. Dirmeier
Maria-Theresia-Gymnasium München
Regerplatz 1
81541 München
Telefon: +49 89 4599200
Fax: +49 89 45992026
E-Mail: maria-theresia-gymnasium@muenchen.de

 

Staatliche Schulberatungsstellen

SchBRin Dr. Helga Ulbricht
Staatliche Schulberatungsstelle München
- Adresse -
E-Mail: info@sbmuenchen.bayern.de

 

SchBR Volker Schmalfuß
Schulberatungsstelle Oberbayern-Ost
- Adresse -
E-Mail: info@sbost.de

Die Förderprogramme

Ziele

Ausgehend von der Idee der individuellen Förderung müssen die Angebote, die für Hochbegabte gemacht werden, vielfältig sein, um den Schülern gerecht zu werden. Ein Aspekt ist im Hinblick auf das Folgende von großer Bedeutung: Es ist wichtig diesen Schülern Perspektiven aufzuzeigen, die über den Horizont der eigenen Schule hinausgehen. Deshalb gibt es auch Angebote auf Bezirksebene. Diese Maßnahmen sind wesentlich folgenden Zielen verpflichtet:

  • Die Schülerinnen und Schüler sollen sich, losgelöst von den Verhaltensmustern des Schulalltags, als Teil einer Gruppe empfinden können, die Neugier, Wissensdurst, kritisches Hinterfragen von Informationen und Offenheit für neue Erfahrungen ver-bindet.
  • Die Netzwerkbildung unter den Schülern soll unterstützt werden.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert werden. Zugrunde gelegt wird dabei ein umfassender Bildungsbegriff, der über die intellektuelle Bildung hinausreicht.
  • Den Schülerinnen und Schülern soll der Kontakt mit Persönlichkeiten ermöglicht werden, deren Lebenslauf zur Reflexion über die eigenen Lebensziele motiviert und die u.U. als Vorbild dienen können.
  • Die Angebote sollen handlungs- und kompetenz­orientiert sein.
  • Die Schüler sollen vertieft in wissenschaftliches Arbeiten eingeführt werden.
  • Die Schüler sollen ihr Wissen erweitern können, sowie im kritischen Nachdenken und im vernetzten Denken gefördert werden.

Begabungsstützpunkte

Eine Reihe von Schulen haben ihr Programm der Begabtenförderung für Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen geöffnet. Diese Begabungsstützpunkte, sind:

Inhalte und Formalia, wie z.B. Teilnahmebedingungen sind je auf der Webseite der Schule einsehbar.

Unitag

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst bietet seit 2011 für besonders begabte und vielseitig interessierte Schülerinnen und Schüler aus Oberbayern den Unitag statt das Projekt Unitag - der Begriff Projekt wurde offiziell gestrichen!  an. Es ist vorrangig für Schülerinnen und Schüler aus der Q11 gedacht, die ein Semester lang jeden Freitag ein breitgefächertes Angebot an Vorlesungen, Übungen und Seminaren wahrnehmen dürfen. Im Wintersemester wird der Unitag sowohl von der Ludwig-Maximilians-Universität München als auch von der Technischen Universität München angeboten, im Sommersemester nur von der Ludwig-Maximilians-Universität.

Die Unterlagen zur Bewerbung sind ausschließlich über die Schulleitungen erhältlich. Auswahlkriterien sind zuallerst hervorragende schulische Leistungen in den Jahrgangsstufen 10 und 11 (1. Halbjahr), dann aber insbesondere auch nachgewiesener Einsatz für die Schulgemeinschaft oder die Gesellschaft im Allgemeinen sowie die deutlich erkennbare Bereitschaft sich mit Neuem auseinanderzusetzen, Herausforderungen anzunehmen und Belastbarkeit.

Ansprechpartner bei Fragen zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Organisation:

StD Dr. Thomas Rübig

Ferienseminar

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst veranstaltet seit einigen Jahren ein Ferienseminar für besonders begabte und vielseitig interessierte Schülerinnen und Schüler aus der Q11. Im Regierungsbezirk Oberbayern-Ost findet dieses Seminar i.d.R. in der ersten Ferienwoche statt.

Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen dieses Seminars

  • die Chance erhalten, selbst aktiv zu forschen;
  • Wissenschaftlern in unterschiedlichen Stadien ihrer Wissenschaftsbiographie begegnen (von Studenten über Doktoranden bis hin zu bekannten und einflussreichen Professoren) und mit den Referenten auch über wissenschaftliche Chancen und Karrieren ins Gespräch kommen;
  • sich mit anderen Kulturen und sozialen Fragen in Begegnungen auseinandersetzen können;
  • Angebote wahrnehmen können, die der Selbstreflexion und Selbsterfahrung dienen;
  • Einblicke in aktuelle Forschung und Themen erhalten, die in der Schule nicht oder nur kaum behandelt werden;
  • den Raum bekommen, sich unter fachkundiger Anleitung selbst kreativ und praktisch zu betätigen.

Verantwortlich für das Ferienseminar ist im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost, Herr Ltd. Oberstudiendirektor Richard Rühl.

Die Unterlagen zur Bewerbung sind ausschließlich über die Schulleitungen erhältlich. Auswahlkriterien sind grundsätzlich hervorragende schulische Leistungen in den Jahrgangsstufen 10 und 11 (1. Halbjahr), nachgewiesener Einsatz für die Schulgemeinschaft oder die Gesellschaft im Allgemeinen sowie die deutlich erkennbare Bereitschaft sich mit Neuem auseinanderzusetzen, Herausforderungen anzunehmen...

Ansprechpartner bei Fragen zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Organisation und Programm:

StD Dr. Thomas Rübig

Exzellenzseminare

Bis zu vierzig besonders begabten Schülerinnen und Schülern aus der 9. Klasse eröffnet der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Reihe von Seminaren, die dem Enrichment aber auch und vor allem der Förderung der Persönlichkeit dienen.

Konkret sind dies:

  1. Ein zweitägiges Blockseminar mit den Schwerpunkten Astrophysik, Biochemie, Philosophie, Politikwissenschaften und soziale Arbeit. Gestaltet werden die einzelnen Beiträge zum Programm nicht von Lehrern, sondern von Studenten, wissenschaftlichen Mitarbeiter und Professoren, so dass die Jugendlichen die Gelegenheit bekommen, nicht nur Fachwissen anzusammeln, sondern auch erste Eindrücke zum Leben an der Universität und zu möglichen Studiengängen gewinnen können. Zugleich sollen sie, insbesondere in Philosophie, angeregt werden, scheinbar Selbstverständliches kritisch zu hinterfragen und neue, alternative Wege des Denkens zu gehen.
  2. Ein dreitägiges Rhetorikseminar unter professioneller Leitung. Ziel dieses Seminars ist natürlich vorrangig, die Schüler in ihren rhetorische Fähigkeiten aber auch in ihrer Persönlichkeit – Auftreten vor einer Gruppe, spontane Rede etc. – zu fördern. Immer dabei ist aber auch der politische Diskurs und damit die vertiefte Auseinandersetzung mit einem aktuellen politischen Thema.
  3. Ein dreitägiges Planspiel zu Europa. Die Inhalte und die Entscheidung für ein Planspiel beruhen auf den Überlegungen der Dienststelle, den Begabten einerseits die Chance zu geben, ihr politisches und geographisches Verständnis zu erweitern und zu vertiefen und zum anderen sich in ihrer Persönlichkeit weiter zu entwickeln. In dem von der Dienststelle gewählten Format werden unter kundiger professioneller Anleitung die Strukturen der Europäischen Union differenziert vorgestellt, in ihrer Bedeutung erarbeitet und Entscheidungsprozesse in der EU spielerisch simuliert. Zugleich müssen die Schülerinnen und Schüler Rollen übernehmen und sich so nicht nur in Entscheidungsträger unterschiedlicher Parteien hineinversetzen, sondern auch selbst Entscheidungen herbeiführen, in Reden überzeugen. Selbstverständlich werden auch hier aktuelle Themen der europäischen Politik mit aufgegriffen.

Die Unterlagen zur Bewerbung sind ausschließlich über die Schulleitungen erhältlich. Auswahlkriterien sind grundsätzlich hervorragende schulische Leistungen in der Jahrgangsstufe 9 (1. Halbjahr), nachgewiesener Einsatz für die Schulgemeinschaft oder die Gesellschaft im Allgemeinen sowie die deutlich erkennbare Bereitschaft sich mit Neuem auseinanderzusetzen, Herausforderungen anzunehmen...

Ansprechpartner bei Fragen zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Organisation und Programm:

StD Dr. Thomas Rübig

Der Youth-Science-Club

In Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München eröffnet der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost sechsundzwanzig Schülerinnen und Schülern aus der 8. bis 10. Jahrgangsstufe mit dem Youth Science Club die Möglichkeit, echtes wissenschaftliches Arbeiten vertieft kennen zu lernen.

In diesem Sinne wählen sich die Schülerinnen und Schüler zuerst ein Thema, mit dem sie sich im Schuljahr beschäftigen wollen. Sie erhalten dann durch wissenschaftliche Mitarbeiter der Ludwig-Maximilians-Universität München eine Einführung in die zentralen Inhalte ihres Themas und in die Methoden der jeweiligen Disziplin. Da es hier aber nicht darum gehen soll, die Schülerinnen und Schüler zu passiven Konsumenten von wissenschaftlichen Vorträgen zu erziehen, werden sie im Laufe des Jahres mehr und mehr dazu ermutigt, sich selbst Forschungsfragen zu stellen und sich dazu unter anderem eigenständig wissenschaftliche Literatur zu erschließen oder gegebenenfalls Experimente zu machen.

Wie es der Name schon nahe legt, ist der Club auf Dauer angelegt. Er trifft sich vierzehntägig in den Räumen der Ludwig-Maximilians-Universität München und ein Teilnehmer kann über mehrere Jahre Mitglied des Clubs sein.

 

Schuljahr 2018/2019 Künstliche Intelligenz

Um Künstliche Intelligenz geht es auf Wunsch der Jugendlichen im Schuljahr 2018/2019. Die Schülerinnen und Schüler wollen sich nicht nur mit Neuronalen Netzen und Machine Learning auseinandersetzen, sondern auch fundamentalen Fragen nachgehen, insbesondere: „Was ist eigentlich Intelligenz?“ und „Wie ist das Handeln von künstlicher Intelligenz ethisch zu bewerten?“ bzw. „Welche Ethik soll die Basis der Programmierung sein?“

Geplant sind unter anderem Vorträge von Herrn Prof. Dr. emer. K. Heller (LMU über Intelligenz), M. Zec (TUM zum Thema: Wenn künstliche Intelligenz aus dem Ruder läuft) und Dr. B. Moster (LMU über Machine Learning). Weitere Referenten werden durch die Schülerinnen und Schüler angefragt.

 

Archiv:

Schuljahr 2016/2017: Genetik

Unter Anleitung von Herrn Dr. A. Brachmann (Biocenter der LMU München) erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler wesentliche Grundlagen der Genetik, die deutlich über das schulische Niveau hinausgehen. Sie setzten sich dazu selbst einzelne Forschungsthemen, wie z.B. „Unsterblichkeit und Gene“, erschlossen sich dazu den aktuellen Forschungsstand, um dann dem zum Thema eingeladenen Referenten, im Beispiel Prof. Dr. Charles David, als Fachpublikum gegenüber zu sitzen, das vertiefte Verständnisfragen stellt.

Den Abschluss dieses Jahres bildete ein zweitägiges Praktikum. Unterstützt durch Frau Prof. Dr. B. Conradt und Herrn Dr. A. Brachmann bereiteten die Schülerinnen und Schüler ihre Experimente im Detail (z.B. Wahl der Primer) selbst vor und führten diese dann auch eigenständig durch (z.B. Analyse von Zimtpulver auf Herkunft und Echtheit).

Schuljahr 2017/2018: Astrophysik

Die Mitglieder des Clubs beschäftigten sich im Laufe dieses Jahres, unterstützt durch Frau Dr. C. Scorza (Fakultät für Physik der LMU) und Herrn Dr. A. Riffeser (Fakultät für Physik der LMU, Universitätssternwarte München) unter anderem mit dem Lebenszyklus von Sternen, und Gravitationswellen. Sie haben am Computer simuliert, was passieren würde, wenn ein planetenähnliches Objekt in unser Sonnensystem eindringt und sind bei der Beschäftigung mit Schwarzen Löchern an die Grenzen der klassischen Physik vorgedrungen.

Nicht zuletzt erhielten die Schülerinnen und Schüler dank der Unterstützung durch die LMU auch Zugang zum Wendelsteinteleskop und konnten so in der Nacht aber auch am Tag eigene Beobachtungen und Fotographien machen.

 

Der Mathematik-Club

Im Zusammenarbeit mit der Universität der Bundeswehr München, vertreten durch Herrn Prof. Dr. S. Pickl und Herrn M. Moll hat der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-Ost den Matheclub ins Leben gerufen. Zwanzig Schülerinnen und Schüler aus der 8. bis 11. Klasse erhalten hier die Möglichkeit, sich alle vierzehn Tage über mindestens eineinhalb Jahre hinweg intensiv und unter wissenschaftlicher Anleitung mit Mathematik zu beschäftigen.

Das Ziel des Matheclubs ist es, die Mitglieder zu selbstständigem, mathematischen und wissenschaftlichen Denken zu erziehen. Sie sollen ermutigt werden, sich aktiv Fragen zu stellen und kreative Lösungen für Probleme zu finden. Das Training hierfür geschieht anhand von sehr theoretischen, aber auch sehr anwendungsorientierten Themen (z.B. Beweisen und Optimierungsaufgaben) und arbeitet methodisch mit möglichst viel Gruppenarbeit und offenen Fragestellungen, die über das schulische Niveau deutlich hinausgehen. Am Ende, so die Idee, werden die Schülerinnen und Schüler nicht nur viel Spaß beim gemeinsamen Lösen von Aufgaben und beim Programmieren mit „Python“ gehabt haben, sondern auch ein solides Grundwissen und eine gute Basis für ein späteres Studium erworben haben..  

Ansprechpartner bei Fragen zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Organisation und Programm:

StD Dr. Thomas Rübig

History-Club

Mit dem durch Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau geprägten Alltag in München in den 1940er und 1950er Jahren beschäftigen sich derzeit dreiundzwanzig Schülerinnen und Schüler aus der 8. bis 10. Jahrgangsstufe. Ein Schuljahr lang investieren sie dafür alle vierzehn Tage ihren Freitagnachmittag. Manche von ihnen sind weit über eine Stunde unterwegs, um von der Schule in das Historicum der  Ludwig-Maximilians-Universität zu kommen. Aber, es lohnt sich, denn sie nehmen eine Chance wahr, die die LMU, vertreten durch Prof. Dr. Margit Szöllösi-Janze und Britta von Voithenberg (Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte), in Zusammenarbeit mit dem Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-Ost den Schülerinnen und Schüler eröffnet.

Ziel des Angebotes ist es, die Jugendlichen anhand eines alltagsgeschichtlichen Themas in die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens einzuführen und ihnen Räume für eigenständiges historisches Forschen zu geben. Dies geschieht unter fachkundiger Anleitung durch Frau von Voithenberg, die für die Schülerinnen und Schüler das konkrete Programm zusammengestellt und die Kontakte zu Wissenschaftlern, zum Stadtarchiv München und zum NS-Dokumentationszentrum hergestellt hat. So können sich die Jugendlichen unter anderem am Beispiel des Kaufhauses Uhlfelder selbst ein Bild von Verfolgung und Denunziation machen oder einen vertieften Eindruck davon gewinnen, wie die Menschen sich in der vom Krieg zerstörten Stadt versorgten. 

Ansprechpartner bei Fragen zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Organisation und Programm:

StD Dr. Thomas Rübig

 

Philosophie-Proseminar

Ein echtes Proseminar zum Thema Sinn des Lebens? Neun Schülerinnen und Schüler haben diese Herausforderung angenommen. Sie stellen sich im Wintersemester 2018/2019 Fragen wie: Ist Sinnhaftigkeit eine Frage der subjektiven Einstellung und Perspektive oder gibt es auch objektive Gesichtspunkte anhand derer beurteilt werden kann, ob ein Leben sinnvoll ist oder war? Macht es Sinn ein Leben – sozusagen von außen her – als sinnvoll zu betrachten, auch wenn es von „innen“, d.h. aus der Perspektive der ersten Person, nicht als sinnvoll erfahren wird? Und umgekehrt: Kann unser Leben sich als sinnlos entpuppen, selbst wenn wir es als sinnvoll betrachten und erfahren? Und wenn Sinn keine reine subjektive Angelegenheit ist, wie kommt dann Sinn in die Welt?

Das Proseminar, an dem neben den Schülerinnen und Schülern auch Studenten teilnehmen, ist ein Angebot, dass die Hochschule für Philosophie München in Zusammenarbeit mit dem Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern-Ost den Schülerinnen und Schüler eröffnet. Unter der fachkundigen Anleitung durch Herrn Dr. P. Zoll SJ lernen die Jugendlichen echtes wissenschaftliches Arbeiten theoretisch und praktisch kennen und haben zugleich die Chance, auf hohem Niveau eine der zentralsten Fragen des menschlichen Lebens intensiv zu diskutieren.

Ansprechpartner bei Fragen zur Bewerbung und Zulassung sowie zur Organisation und Programm:

StD Dr. Thomas Rübig

 

 

Max-Weber-Programm

Das Max Weber-Programm richtet sich an hochbegabte Studierende an Hochschulen in Bayern. Die Durchführung hat der Freistaat Bayern der Studienstiftung des deutschen Volkes übertragen. Das Programm basiert auf dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz (BayEFG).
Der früheste Weg in das Max Weber-Programm führt über die Hochschulreife an einer bayerischen Schule. Eine Eigenbewerbung ist hier nicht möglich. Die Schulleitung entscheidet, wen sie dem Ministerialbeauftragten zur Prüfung vorschlägt.

Voraussetzungen für die Zulassung zur MB-Prüfung:

  • Erwerb der Hochschulreife in Bayern
  • Abiturschnitt von mindestens 1,30

Anforderungen an die in die Gesamtqualifikation einzubringenden Leistungen in der gymnasialen Oberstufe im Bereich der allgemeinbildenden Gymnasien:

  • Summe von mindestens 524 Punkten aus Block I (Qualifikationsphase), davon aus den Fächern Deutsch, Mathematik, fortgeführter Fremdsprache sowie entweder aus dem Fach Geschichte oder einer in vier Ausbildungsabschnitten belegten Naturwissenschaft eine Summe von insgesamt mindestens 209 Punkten
  • Summe von mindestens 250 Punkten aus Block II (Abiturprüfung)

Form:

Diese Prüfung erfolgt mündlich, wird benotet und wird von den Ministerialbeauftragten der verschiedenen Bezirke im Freistaat Bayern in Zusammenarbeit mit Lehrerinnen und Lehrern an bayerischen Schulen abgenommen. Neben dem Wissensstand der Prüflinge hat die Prüfung deren Hochbegabung, die umfassende Allgemeinbildung und die Fähigkeit, Wissen zu vernetzen, aufzuzeigen.

Voraussetzungen für die Aufnahme in das Max Weber-Programm:

  • Bestehen der MB-Prüfung
  • Verfügbarkeit von Plätzen (derzeit 180 pro Jahr)
  • Aufnahme eines Studiums an einer bayerischen Hochschule

Alle Stipendiatinnen und Stipendiaten des Max Weber-Programms erhalten eine Bildungspauschale in Höhe von 1.290 € pro Semester, die jeweils zum 1. Oktober bzw. zum 1. April ausgezahlt wird. Diese Pauschale ist zur Deckung eigenständiger bildungsbezogener Aktivitäten bestimmt. Die Bildungspauschale wird unabhängig vom eigenen oder elterlichen Einkommen gewährt.

Bei Auslandsaufenthalten erfolgt eine zusätzlich finanzielle Unterstützung. Darüber hinaus steht den Stipendiatinnen und Stipendiaten ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges studienbegleitendes Exzellenzprogramm offen.

Frühstudium

Gerade für besonders begabte Schülerinnen und Schüler, die sich schon sicher sind, was sie studieren wollen, ist das Frühstudium eine Option. Angebote dazu gibt es an der Ludwigs-Maximilians-Universität in fast allen Fächern außer Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin und an der Technischen Universität (dort allerdings nur in Informatik).

Ansprechpartner

StD Dr. Thomas Rübig

An der Ludwig-Maximilians-Universität:

Andrea Lutz und Dr. Veronika Schmideder
Zentrale Studienberatung – Schulkontakte
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Telefon: +49 89 21803855 bzw. +49 89 21803561
E-Mail: schulkontakte.zsb@lmu.de
 

An der Technischen Universität München

ExploreTUM Schnittstelle Schule-Hochschule
Technische Universität München
Arcisstraße 21
80333 München
Telefon +49 89 28922694
E-Mail: exploretum@tum.de

Förderklassen für hochbegabte Schülerinnen und Schüler im Bezirk Oberbayern-Ost

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