"Die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hat die Aufgabe, auf überparteilicher Grundlage das Gedankengut der freiheitlich-demokratischen Staatsordnung im Bewusstsein der Bevölkerung zu fördern und zu festigen"
(§ 2 der Verordnung über die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in der Fassung vom 28.11.1995)

Die hier formulierte Kernaufgabe gilt es in der Fläche des Landes umzusetzen. Vorrangiges Ziel ist es dabei, einen Beitrag zur Toleranz- und Werteerziehung zu leisten, die demokratische Kompetenz zu stärken sowie das politische Bewusstsein zu fördern.  Dazu gehört insbesondere, die Bevölkerung zu politischem und ehrenamtlichem Engagement und der Teilhabe an politischen Prozessen zu ermutigen. Dies ist ein Anliegen, das speziell die kommunale Ebene als Ort der unmittelbaren Demokratie und Teilhabe in den Blick rücken lässt. Allgemein stehen die Menschen und ihre jeweiligen Lebensumstände im Fokus. Daraus resultiert die Beschäftigung mit Themen, die jeden von uns angehen und Auswirkungen auf unser Leben haben. Die Themenpalette reicht hier von internationalen Beziehungen über Integration und Migration bis hin zur Frage der aktuellen Entwicklungen in den sozialen Beziehungen. Alle Aufgabenbereiche der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit haben darüber hinaus ein gemeinsames Ziel: Durch Aufklärungsarbeit extremistischen Haltungen, Auffassungen und Positionen entgegenzuwirken.

Zur Tätigkeit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit zählen überdies die Darstellung und Aufbereitung wesentlicher geschichtlicher, gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge. Dabei stehen die politischen Ordnungen in Bayern, Deutschland und Europa im Fokus. Aus historischer Perspektive werden insbesondere die Geschichte Bayerns seit dem 19. Jahrhundert als Keimzelle des modernen Bayern und die deutsche Zeitgeschichte als Voraussetzung unserer  Gegenwart beleuchtet. Außerdem vermittelt die Bayerische Landeszentrale politische Bildung durch die didaktische Erschließung historischer Orte, die die politische und kulturelle Identität des Landes wesentlich prägen. Sie ist in diesem Zusammenhang für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg zuständig, sowie für zeitgeschichtliche museale Einrichtungen in Bayern wie das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg oder das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth.

Zur Erfüllung der genannten Aufgaben stellt die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit ein breites Spektrum an Vermittlungsangeboten und Kommunikationsmitteln für verschiedene Zielgruppen bereit. Die Angebote richten sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, beinhalten jedoch auch spezielle Formate für Jugendliche und Multiplikatoren. Dazu gehören zahlreiche Veranstaltungen zu verschiedensten Themen. Im Fokus stehen dabei aktuell insbesondere die Themen Migration, Flucht & Asyl, Europa, der Erinnerungsort Olympia-Attentat und die Geschichte der Sinti und Roma. Das Programm umfasst neben Einzelveranstaltungen auch ganzjährig stattfindende Angebote wie den Lernort Staatsregierung, das Projekt Perspektivwechsel oder Projekttage zu Flüchtlingen in Europa. Zum anderen bietet die Landeszentrale ein umfassendes Programm an Publikationen und Medien, mit dem sich Interessierte über historische und aktuelle Themen informieren können. Die viermal jährlich erscheinende Zeitschrift "Einsichten und Perspektiven" vermittelt vertiefende Einblicke in Themen der historisch-politischen Bildung und unterstützt ebenso wie die aktuellen Handreichungen und didaktisch-pädagogische Materialien, die zum Einsatz für bestimmte Zielgruppen didaktisch aufbereitet sind, die Umsetzung der entsprechenden Kernthemen.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben kooperiert  die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit mit allen Einrichtungen und Vereinigungen, die sich der staatsbürgerlichen Erziehung und Fortbildung widmen.

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit wurde im Jahr 1955 als "Bayerische Zentrale für Heimatdienst" gegründet. Als erste Aufgaben formulierte der damalige Ministerpräsident Wilhelm Hoegner die Herausgabe einer Staatsbürgerfibel und eines Buches über Bayern. Neben eigenen Projekten förderte sie von Beginn an auch die Tätigkeit anderer politischer Bildungsträger. 1957 erhielt die Landeszentrale einen parlamentarischen Beirat, der die Überparteilichkeit ihrer Arbeit gewährleisten sollte. Dieser nimmt seine Funktion bis heute wahr. 1964 erfolgte schließlich die Umbenennung in Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit und seit 1995 gehört sie organisatorisch dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst an. Als unmittelbare Institution der staatlichen politischen Bildungsarbeit im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung bildet sie somit keine Stiftung bzw. Einrichtung der Bürgergesellschaft. Vor diesem Hintergrund ist sie innerhalb der staatlichen Verwaltung, unbeschadet ihrer parteipolitischen Neutralität, auch als Beratungs- und Ausführungsorgan tätig.

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