Kultusministerin Anna Stolz betont die Bedeutung der Erinnerungskultur und politischen Bildungsarbeit
Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erinnert Kultusministerin Anna Stolz an die Millionen Menschen, die dem menschenverachtenden Rassenwahn der Nationalsozialisten zum Opfer fielen. Der Gedenktag verweist auf die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945. Die Ministerin betont in diesem Zusammenhang die zentrale Bedeutung der Erinnerungskultur und der politischen Bildung: „Das Gedenken an die unmenschlichen Verbrechen des Nationalsozialismus mahnt uns alle eindringlich, innezuhalten und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Millionen unschuldiger Menschen wurden entrechtet, verfolgt und ermordet. Ihr Schicksal verpflichtet uns, Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. Die Lehren aus unserer Geschichte sind unmissverständlich: Nur ein starker Rechtsstaat und eine wehrhafte Demokratie schützen unsere Gesellschaft wirksam vor Extremismus. Bildung ist dabei ein zentraler Schlüssel, um Vorurteile abzubauen, gegenseitigen Respekt zu fördern und demokratische Werte nachhaltig zu festigen. Daher vermitteln wir an schulischen und außerschulischen Lernorten Werte wie Menschenwürde, Toleranz und Verantwortung und stärken somit die Grundlagen für ein friedliches und solidarisches Miteinander.“
Gesamtkonzepte der Politischen Bildungsarbeit und Erinnerungskultur an bayerischen Schulen
Der Freistaat Bayern bekennt sich ausdrücklich zu seiner historischen Verantwortung: Er fördert die Bildungsarbeit an den KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg umfassend, entwickelt diese Gedenkorte konsequent weiter, gewährleistet den Erhalt und die Pflege der 75 KZ-Friedhöfe in Bayern und trägt so dazu bei, das Erinnern an das Leid der Opfer dauerhaft wachzuhalten. Das Kultusministerium stärkt mit dem Gesamtkonzept Politische Bildung an bayerischen Schulen die Extremismusprävention und die demokratische Wertebildung u. a. durch die Verankerung dieser Themen im Lehrplan. Die historische Aufarbeitung der NS-Verbrechen sowie das aktive Erinnern und Gedenken an deren Opfer – insbesondere gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern – sind zudem wesentliche Bestandteile des „Gesamtkonzepts Erinnerungskultur“ der Bayerischen Staatsregierung.
Zur Unterstützung der Schulen stellt das vom Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) betreute Portal www.politischebildung.schule.bayern.de umfassende Informationen, Materialien und weiterführende Links zur Verfügung. Ergänzend bieten die beiden ISB-Themenportale „Bayern gegen Antisemitismus“ ( www.gegen-antisemitismus.bayern.de ) sowie „Historisches Forum“ ( www.historisches-forum.bayern.de ) insbesondere Schulleitungen und Lehrkräften neben Vorschlägen für die Präventionsarbeit konkrete Handlungsoptionen für den Umgang mit antisemitischen Vorfällen im schulischen Alltag. Weitere wichtige Impulse, Materialien und Angebote zur Aufklärungs- und Bildungsarbeit liefert die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Ein umfassender Überblick über die aktuellen Angebote der Landeszentrale findet sich unter Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit (bayern.de) . Seit dem vergangenen Schuljahr ergänzt die Verfassungsviertelstunde das bereits bestehende Angebot der Demokratie- und Wertebildung an allen Schulen im Freistaat. Sie stärkt das Bewusstsein für die fundamentale Bedeutung der Verfassungswerte für das gesellschaftliche Zusammenleben und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung junger Menschen ( Verfassungsviertelstunde | Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus ).
Stand: 29. Januar 2026