Am 8. Juni 2026 ist der ehemalige bayerische Kultusminister Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier im Alter von 94 Jahren verstorben. Kultusministerin Anna Stolz würdigt ihren Vorgänger im Amt.
Am gestrigen Montag, dem 8. Juni 2026 ist der ehemalige Kultusminister Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hans Maier im Alter von 94 Jahren verstorben. Kultusministerin Anna Stolz würdigt ihren Vorgänger im Amt: „Mit Hans Maier verlieren wir einen herausragenden Politiker und Pädagogen, der als Kultusminister, Parlamentarier und Publizist die Bildungspolitik in Bayern über Jahrzehnte geprägt hat. Bei all seinen Entscheidungen als Kultusminister waren Hans Maiers christliches Menschenbild, seine Achtung vor der Würde des Einzelnen und sein Eintreten für eine starke Demokratie spürbar. Er war ein Politiker mit Haltung und Überzeugungskraft. Es war mir eine Ehre, ihn persönlich gekannt zu haben. Unser Austausch und unsere Gespräche haben mir viel bedeutet. Ich werde ihn nie vergessen.“
Vita von Prof. Hans Maier
Hans Maier wurde 1931 in Freiburg im Breisgau geboren. Der studierte Gymnasiallehrer engagierte sich in der Jugendarbeit und war auch als freier Journalist tätig. 1962 habilitierte sich Maier für politische Wissenschaft und wurde im selben Jahr ordentlicher Professor am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Hans Maier war (von 1970 bis 1986) der bisher dienstälteste bayerische Kultusminister der Nachkriegszeit, von 1978 bis 1987 hatte er auch ein Landtagsmandat inne (Stimmkreis Günzburg). Von 1976 bis 1988 war er zudem Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Anfang 1988 kehrte Maier an die LMU zurück und übernahm dort den Guardini-Lehrstuhl für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie, welchen er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 innehatte. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und war Träger hoher und höchster staatlicher und kirchlicher Orden; u. a. das Große Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland, der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold sowie das Großkreuz es des Päpstlichen Gregorius-Ordens.
Wirken als Kultusminister
Hans Maier setzte sich als bayerischer Kultusminister maßgeblich dafür ein, den Menschen im Freistaat – auch in ländlichen Regionen – optimale Bildungschancen zu ermöglichen. Die Zahl der staatlichen Gymnasien und Realschulen stieg zwischen 1970 und 1986 jeweils um rund 30 Prozent. Auch für Chancengerechtigkeit hat sich Hans Maier stark gemacht. Dank seiner Reformen stieg der Anteil junger Frauen mit Abitur von rund 34 Prozent im Jahr 1970 auf fast 50 Prozent im Jahr 1986. Durch den 1972 von Bayern angestoßenen Weg „zur Schulbildung fremdsprachiger Kinder“ profitierten viele Kinder von Geflüchteten und Migranten durch das Erlernen der deutschen Sprache von den bayerischen Bildungsangeboten.
Ein weiterer Schwerpunkt in Hans Maiers Bildungspolitik war die Professionalisierung der Lehrkräfteausbildung. In seine Zeit als Kultusminister fiel die Gründung der Akademie für Lehrerfortbildung in Dillingen im Jahr 1971, die heute als Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) die zentrale Anlaufstelle die Fortbildung der bayerischen Lehrkräfte und die Weiterbildung des Führungspersonals der Schulen im Freistaat ist. 1970 wurden die Pädagogischen Hochschulen, verantwortlich für die Ausbildung von Volksschullehrkräften in die Universitäten integriert. Das Lehrerbildungsgesetz von 1977 schrieb die universitäre Ausbildung für alle Lehramtsstudiengänge vor, und die Lehramtsprüfungsordnung (LPO) von 1978 regelte das Studium inhaltlich. Seither ist für die Lehrkräfte aller Schularten ein Universitätsstudium verpflichtend, differenziert nach den Bedürfnissen der jeweiligen Schulart. In Maiers Amtszeit wurden der Wiederaufbau des Ministeriumsgebäudes am Salvatorplatz abgeschlossen sowie die Universität Augsburg gegründet und die Universität Regensburg fertig gestellt.
Kultusministerin Anna Stolz erinnert an die bildungspolitische Leistung von Hans Maier: „Optimale Bildungschancen in Stadt und Land, auch und insbesondere dank unserer hervorragenden Lehrkräfte – das sind auch heute große Stärken unseres bayerischen Schulsystems. Wir bauen in unserem Bildungsland Bayern auf den Reformen auf, die Hans Maier als Kultusminister vorangetrieben hat. Wir machen unsere Schulen fit für die Zukunft, unterstützen unsere Lehrkräfte und helfen unseren Schülerinnen und Schülern, zu starken Persönlichkeiten heranzuwachsen, die Lust haben, Leistung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.“
Stand: 11. Juni 2026