Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn - Wir in Europa

Gemeinsames Grußwort von Europaministerin Melanie Huml und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo.

Der Wettbewerb „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn – Wir in Europa“ füllt die europäische Idee mit Leben! Schülerinnen und Schüler werden selbst aktiv und erfahren hautnah, was Begegnung zwischen Kulturen bedeutet. Deshalb liegt uns dieser interkulturelle Schülerwettbewerb besonders am Herzen. Für ein einiges und starkes Europa brauchen wir das Verständnis aller europäischen Partner füreinander.

Prof. Dr. Michael Piazolo
Bayerischer Staatsminister für
Unterricht und Kultus
Prof. Dr. Michael Piazolo
Bayerischer Staatsminister für
Unterricht und Kultus

Dieses Mal steht Rumänien im Zentrum des Wettbewerbs! Unter dem Motto „Ein europäisches Mosaik“ sind alle Schülerinnen und Schüler in Bayern und in unseren östlichen Nachbarstaaten eingeladen, sich mit der bewegten Geschichte Rumäniens bis in die Gegenwart hinein auseinanderzusetzen. Schon in der Antike war Rumänien ein Ort der Begegnung der Völker und Kulturen. Seit dem Mittelalter und der Ansiedlung deutscher Minderheiten gibt es eine enge Beziehung der Deutschen zu Rumänien. Im 20. Jahrhundert wurde sie durch die deutsche Aggression im Zweiten Weltkrieg und die sich anschließende wechselvolle Geschichte der deutschen Minderheiten unter der sozialistischen Diktatur in Rumänien belastet. Seit dem Sturz des sozialistischen Regimes 1989 und insbesondere seit dem Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union 2007 ist wieder eine enge Freundschaft und Partnerschaft entstanden.

Melanie Huml
Bayerische Staatsministerin für
Europaangelegenheiten und Internationales
Melanie Huml
Bayerische Staatsministerin für
Europaangelegenheiten und Internationales

Sie ist stark geprägt von über 400.000 (Spät-)Aussiedlern, die seit 1950 aus Rumänien zurück nach Deutschland und insbesondere auch nach Bayern gekommen sind.
Darüber hinaus werden die bayerisch-rumänischen Beziehungen getragen von beinahe 200.000 rumänischen Staatsbürgern, die im Freistaat leben und arbeiten.

Regelmäßige Kontaktpflege auf politischer Ebene sowie in vielen gesellschaftlichen Bereichen ist Ausdruck der Zusammenarbeit. Vertieft wird diese darüber hinaus in gemeinsamen Projekten in Kultur, Wissenschaft und nicht zuletzt auch in der Wirtschaft, wo sich Rumänien zu einem ausgewiesenen Expertenstandort im Bereich IT und Cybersicherheit entwickelt hat.

Die Schülerinnen und Schüler erkennen durch ihre Beteiligung am Wettbewerb die vielfältigen und besonderen Beziehungen, die Deutschland und Bayern mit Rumänien verbinden, erinnern mit ihrem Engagement an die Vergangenheit und füllen das europäische Miteinander mit Zukunft. Ein wichtiger Beitrag zum gemeinsamen Zusammenleben in Europa!

Allen Schülerinnen und Schülern sowie den begleitenden Lehrkräften wünschen wir viel Freude, Kreativität und Erfolg im diesjährigen Wettbewerb.

München, im Juli 2021

Ein Schülerwettbewerb baut Brücken in Europa

Geschichte und Zielsetzung des Wettbewerbs

Warum befasst sich ein Schülerwettbewerb des bayerischen Kultusministeriums überhaupt mit den östlichen Nachbarländern? Bei der Antwort auf diese Frage muss man zunächst einen Blick auf den § 96 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) aus dem Jahr 1957 werfen. Darin steht: „Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten […].

Im Zuge der Umsetzung dieser Verpflichtung installierte das Kultusministerium einen Schülerwettbewerb, der sich zunächst als jährliches Geschichtsquiz an die Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufen richtete.

Der politische Umbruch in den Staaten des ehemaligen Ostblocks nach 1989 und die in diesem Zusammenhang stehende Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2005 legten eine intensive Beschäftigung mit unseren „neuen / alten Nachbarn im Osten“ besonders nahe. Gleichzeitig bot sich dabei die Chance, an die vielfältigen, teils jahrhundertelangen Beziehungen der „Deutschen im Osten“ mit ihren Nachbarvölkern anzuknüpfen.

Darüber hinaus nahm der Wettbewerb aber auch die Anforderungen eines modernen, kompetenzorientierten Unterrichts ins Visier, der (fächerübergreifende) Projektarbeit, entdeckendes Lernen sowie selbstständiges, kreatives Arbeiten der Schülerinnen und Schüler anregt bzw. unterstützt. Deshalb wurde der Wettbewerb neu konzipiert. Seit dem Schuljahr 2004/05 richtet sich der Wettbewerb im zweijährigen Turnus an alle bayerischen Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 2 bis 13, unterteilt in vier Altersstufen.

Neben einem Quiz, das sich an einzelne Schülerinnen und Schüler richtet, gibt es zu jeder Altersstufe auch Projektideen der Kreativwerkstatt in den Bereichen Kunst, Literatur, Musik, Land und Leute sowie Spurensuche. Hier können sich die Schülerinnen und Schüler einzeln, als Gruppe, als Klasse oder als klassenübergreifende Gruppe beteiligen. Zu gewinnen gibt es Sachpreise und Geldpreise. Ein besonderes Highlight stellt die Einladung von Vertreterinnen und Vertretern der Gewinnerteams zur dreitägigen Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung und Rahmenprogramm dar.

Die Ausweitung des Wettbewerbs und die Vielfalt der möglichen Wettbewerbsformen führten unter anderem dazu, dass sich der Kreis der Teilnehmenden erheblich vergrößerte. Durch die Unterstützung des Hauses des Deutschen Ostens (HDO) in München wurde zudem auch die Teilnahme von Schülerinnen und Schüler aus unseren östlichen Nachbarstaaten ermöglicht. Die Begegnung der bayerischen Siegerinnen und Sieger mit den Gewinnern aus den östlichen Nachbarländern bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung trägt dem europäischen Geist des Wettbewerbs in besonderer Weise Rechnung.

Das aktuelle Wettbewerbsthema im Schuljahr 2021/22 mit dem Titel „Rumänien – ein europäisches Mosaik. Entdecke die Vielfalt!“ beschäftigt sich mit den vielen Facetten der Landschaft, Kultur, Geschichte und Gesellschaft Rumäniens. Wie immer sollen dabei auch die Verbindungslinien zwischen dem Nachbarland und Bayern bzw. Deutschland sichtbar werden.

Der polnische Historiker Bronislaw Geremek sagte: „Europa kann als Solidargemeinschaft nur dauerhaft bestehen, wenn es auch eine über die nationalen Gedächtnisse hinausreichende gemeinsame Erinnerung gibt.“ Es ist das Anliegen des Schülerwettbewerbs „Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn – Wir in Europa“ einen entsprechenden Beitrag zu leisten, nicht zuletzt dadurch, dass durch die Teilnehmenden neue gemeinsame Erinnerungen geschaffen werden.

Bisherige Wettbewerbsrunden

2018/19 2016/17 2014/15 2012/13 2010/11 2008/09 2006/07 2004/05

Vorlese-Funktion

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