Anti-Mobbing-Koffer: Unterrichtsmaterial von Präventionsprojekt vorgestellt

Staatssekretär Thomas Kreuzer; Christian Bredl (TK Bayern) und Markus Prummer, Anti-Mobbing-Experte
Staatssekretär Thomas Kreuzer; Christian Bredl (TK Bayern) und Markus Prummer, Anti-Mobbing-Experte

Etwa 15 Prozent aller bayerischen Schüler hatten schon mal Probleme mit Mobbing. Das Kultusministerium und die Techniker Krankenkasse haben ein Projekt gegen Ausgrenzung gestartet. Teil des Projekts Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein!  ist ein Koffer mit Unterrichtsmaterialien für eine Projektwoche. Lehrkräfte können ihn kostenlos anfordern.

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat es untersuchen lassen: Die Forsa-Befragung ergab, dass sich 15 Prozent der bayerischen Kinder und Jugendlichen schon einmal durch Mitschüler ausgegrenzt oder durch Mobbing stark unter Druck gesetzt gefühlt hat. Die Opfer leiden oft jahrelang. Die Kinder ziehen sich zurück, sie werden unkonzentriert, depressiv oder wollen nicht mehr zur Schule gehen. Mobbing macht krank: Typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. Gemobbte Kinder und Jugendliche fühlen sich in der Falle, sie fühlen sich einsam und hilflos. Viele Betroffene entwickeln Rachegefühle, Selbstmordgedanken oder Amokfantasien.

Anti-Mobbing-Experte Markus Prummer
Anti-Mobbing-Experte Markus Prummer

Damit es nicht soweit kommt, soll das Projekt frühzeitig vorbeugen. Es ist  in ein Landesprogramm des Kultusministeriums eingebettet. Ziel ist eine Schule, in der weder Schüler noch Lehrkräfte Mobbing erfahren müssen – die mobbingfreie Schule. Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer hat das Projekt in München gemeinsam mit Christian Bredl vorgestellt, dem Leiter der TK-Landesvertretung Bayern. Markus Prummer, Anti-Mobbing-Experte und Lehrer an einem Gymnasium berichtete aus dem Schulalltag und gab Tipps zum Verhalten bei Mobbing.

Großes Medien-Interesse
Großes Medien-Interesse

„Ein gutes Schulklima sowie gegenseitige Achtung und Anerkennung sind die Basis für erfolgreiches Lernen und Lehren. Schule muss ein Raum sein, der frei von Bedrohung, Schikane und Ausgrenzung ist“, betonte Kultusstaatssekretär Kreuzer. „Das Projekt Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein! sensibilisiert Lehrkräfte, Schüler und Eltern für das Thema und hilft ihnen dabei, Aus- grenzung wirksam vorzubeugen“, so der Kultusstaatssekretär zum Start des Projektes in Bayern.

„Der TK liegt die Gesundheit Heranwachsender besonders am Herzen. Wir haben großes Interesse daran, den psychischen und physischen Schäden vorzubeugen, die durch Mobbing entstehen können wie beispielsweise Schlafstörungen, Depressionen und Ängste“, erklärte Christian Bredl, „mit dem Präventions- programm möchten wir an den Schulen eine Anti-Mobbing-Kultur etablieren und die Schüler dabei unterstützen, andere einzubeziehen, statt Einzelne auszugrenzen.“

Das Auditorium bei der Vorstellung des Gemeinschaftsprojekts in München
Das Auditorium bei der Vorstellung des Gemeinschaftsprojekts in München

Das Präventionsangebot richtet sich an alle weiterführenden Schulen in Bayern. Die Teilnahme der Schulen ist freiwillig. In eintägigen Fortbildungsveranstaltungen werden interessierte Lehrkräfte durch Multiplikatoren in das Programm und seine Materialien eingeführt. Im Rahmen einer Projektwoche lernen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis acht in Rollenspielen und Übungen Konfliktsituationen zu lösen und Regeln für ein friedliches und respektvolles Miteinander zu erarbeiten. Zur Unterstützung erhalten die Schulen einen Anti-Mobbing-Koffer, bestehend aus Unterrichtsmaterialien, Anleitungen, DVDs und Informationsmaterial für Eltern. Die TK stellt den Schulen im Freistaat insgesamt 1.200 Koffer kostenfrei zu Verfügung.

Interessierte Lehrkräfte wenden sich an die Staatlichen Schulberatungsstellen.

Weitere Informationen der Staatlichen Schulberatung

Weitere Informationen der Techniker Krankenkasse

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