Lehrerfortbildung Fortbildungsoffensive gegen Antisemitismus findet großen Anklang

Aufklärung über Israel und das Judentum als Beitrag zum Kampf gegen Antisemitismus
Aufklärung über Israel und das Judentum als Beitrag zum Kampf gegen Antisemitismus

Die digitale Lehrerfortbildungsoffensive „Antisemitismus“ mit namhaften Experten ist erfolgreich abgeschlossen. Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo würdigt die vertiefte Vermittlung von Hintergrundwissen und das herausragende Engagement der Lehrkräfte.

Seit April bestand für alle bayerischen Lehrerinnen und Lehrer die Möglichkeit, sich im Rahmen einer elfteiligen Vortragsreihe über die unterschiedlichen Facetten des jüdischen Lebens, über die Erscheinungsformen von Antisemitismus, aber auch über die Präventions- und Interventionsarbeit zu informieren. 1.362 Lehrkräfte haben dieses Angebot wahrgenommen.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo ist überzeugt: „Es ist eine notwendige gesellschaftliche Aufgabe, Antisemitismus mit aller Macht zu bekämpfen. Das entschiedene Eintreten gegen Antisemitismus kann nur auf Basis von profunden Sachkenntnissen und mithilfe von praxiserprobten Handlungsstrategien gelingen. Wir unterstützen die Schulen bei dieser tagtäglichen Herausforderung soweit irgend möglich!“ Das Kultusministerium hat in Zusammenarbeit mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen (ALP) eine digitale Fortbildungsreihe zum Thema Antisemitismus entwickelt. Die hohe Teilnehmerzahl belegt den Erfolg des Fortbildungsformats. Auch Kultusminister Piazolo zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung: „Ich freue mich sehr, dass so viele Lehrkräfte das digitale Fortbildungsangebot wahrgenommen und sich neben den vielen Anforderungen in diesem Schuljahr noch Zeit für ein so wichtiges wie sensibles Thema genommen haben! Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten mit ihrer tagtäglichen Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag zur demokratischen Werteerziehung unserer Schülerinnen und Schüler. Dafür bin ich sehr dankbar!“

Fortbildungen weiter verfügbar

Die Fortbildungsreihe steht für weitere drei Schuljahre allen bayerischen Lehrkräften auch weiterhin als Schulungsangebot zur Verfügung, denn die Fachvorträge der wissenschaftlichen Dozenten wurden aufgezeichnet und werden demnächst auf dem Portal „Bayern gegen Antisemitismus“ (Freischaltung: Herbst 2022) als Stream abrufbar sein.

Einblicke in die Fortbildungsreihe

Zum Auftakt der Fortbildungsreihe referierte der bekannte Nahost-Experte Prof. Dr. Michael Wolffsohn über die israelische Geschichte, aber auch über das politische System und die Gesellschaft Israels. In weiteren Vortragsabenden beleuchteten Prof. Dr. Johannes Heil, Prof. Dr. Johannes Becke (jeweils Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg) sowie PD Dr. Philipp Lenhard (LMU München) verschiedene Erscheinungsformen des Antisemitismus, während die bekannte Publizistin Katharina Nocun den Fokus ihres Vortrages auf antisemitische Verschwörungserzählungen und deren Gefahrenpotential legte. Speziell auf den Umgang mit Antisemitismus in der Schule ging der Antisemitismusbeauftragte des Landes Berlin, Prof. Dr. Samuel Salzborn (Justus-Liebig-Universität Gießen), ein. Weitere Vorträge lieferten sicherheitsbehördliche Informationen zu diesem Phänomenbereich und zeigten auf, wie Demokratiebildung zur Antisemitismusprävention beiträgt. Konkrete Formen von Prävention und Intervention wurden bei den Vorträgen der Regionalbeauftragten für Demokratie und Toleranz diskutiert: Diese Experten der schulischen Extremismusprävention sensibilisierten im Hinblick auf Antisemitismus und erklärten anhand konkreter Fallbeispiele, wie sich Lehrkräfte bei antisemitischen Vorfällen verhalten sollten. Selbstverständlich gab es aber auch Beiträge zu Geschichte und Gegenwart des jüdischen Lebens, um bewusst zu machen, dass das Judentum konstitutiver Teil unseres Gemeinwesens war und ist.

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