Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ Sieger erhalten Auszeichnung

21 Schülerprojekte wurden mit Landes- und Sonderpreisen prämiert
21 Schülerprojekte wurden mit Landes- und Sonderpreisen prämiert

Bayerische Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche jüdischen Lebens im Freistaat: Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Landtagsvizepräsident Karl Freller zeichnen Sieger im Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ aus.  

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo

Der jüdische Glaube ist fest in Bayern verwurzelt – erst im vergangenen Jahr erinnerte das bundesweite Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ daran, welch großen Anteil Jüdinnen und Juden im Laufe der Jahrhunderte an Fortschritt und Entwicklung in der Mitte Europas hatten. „Auch bei uns im Freistaat finden sich überall Spuren jüdischen Lebens. Das Judentum ist ein fester Bestandteil der europäischen Kultur“, sagte Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo anlässlich der Siegerehrung des traditionsreichen Geschichtswettbewerbs „Erinnerungszeichen“, der im laufenden Schuljahr unter dem Motto „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Bayern“ stand.

Mehr als 700 Schülerinnen und Schüler hatten sich trotz Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen auf die Suche nach dem jüdischen Einfluss in Kultur und Geschichte ihrer Heimat gemacht. Michael Piazolo war sichtlich angetan von den Ergebnissen und betonte an die Schülerinnen und Schüler gerichtet: „Mit Eurer Teilnahme am Wettbewerb ‚Erinnerungszeichen‘ wart Ihr auch Teil dieses Festjahres und habt dabei mitgeholfen, jüdisches Leben in Bayern sichtbar zu machen. Eure Projekte haben mich beeindruckt, denn es ist Euch gelungen, Geschichte topmodern in die Gegenwart zu transportieren.“

Beim Wettbewerb wurden insgesamt 21 Landes- und Sonderpreise vergeben. Die ersten Landessieger der einzelnen Schularten kommen aus Bamberg, Nürnberg, München, Holzkirchen, Nördlingen und Amberg. Die siegreichen Schülerinnen und Schüler können sich über Geld- und Sachpreise sowie Projekttage und Aufenthalte in Jugendherbergen freuen.

Zur Bedeutung des Wettbewerbs erklärte Piazolo: „Nur wer die Vergangenheit kennt und sie versteht, der kann auch Gegenwart und Zukunft gestalten. Ganze Schülergenerationen haben sich im Rahmen des Wettbewerbs nun schon auf Spurensuche in der Geschichte ihrer Heimat gemacht. Das freut mich sehr und es wäre toll, wenn diese breite Resonanz auf den Wettbewerb ‚Erinnerungszeichen‘ auch in den kommenden Jahren erhalten bleibt.“

Auch Landtagsvizepräsident Karl Freller überbrachte seine Glückwünsche und betonte beim Festakt: „Tief beeindruckt bin ich von den großartigen Projekten, die im Rahmen des Schülerlandeswettbewerbs ‚Erinnerungszeichen‘ von Schülerinnen und Schülern eingereicht und prämiert wurden. Mit ihren Arbeiten stärken die jungen Leute das Bewusstsein, dass jüdische Menschen in allen Bereichen – Kunst, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Gesellschaft – Herausragendes geleistet und unser Land maßgeblich mitgeprägt haben. Das ist gerade in der heutigen Zeit, wo Antisemitismus leider noch immer in weiten Teilen der Gesellschaft verbreitet ist, von unschätzbarem Wert. Dieser Wettbewerb ist Demokratieerziehung im besten Sinne. Im Namen des Bayerischen Landtags danke ich allen Schülerinnen und Schülern, die teilgenommen haben! Den Siegerinnen und Siegern gratuliere ich herzlich zu ihrem Erfolg!“

Schüler erforschen Geschichte und Kultur ihrer Heimat

Der Schülerlandeswettbewerb fördert bereits seit 1988 das historisch-politische Bewusstsein der jungen Menschen in Bayern. Er wird vom bayerischen Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayerischen Geschichte und weiteren Kooperationspartnern veranstaltet. Die Schirmherrschaft haben die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, und Kultusminister Michael Piazolo übernommen. Im Jahr 2021/2022 haben sich rund 720 Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Altersstufen auf die Suche nach jüdischen Erinnerungszeichen und Spuren in ihrer Region gemacht. Die insgesamt 60 Einzel- oder Gruppenarbeiten reichten von Stadtführungen durch die jüdische Geschichte Münchens über selbst erstellte Apps oder Webseiten bis hin zur Auseinandersetzung mit jüdischen Persönlichkeiten, die die Geschichte vor Ort und darüber hinaus geprägt haben.

Die neue Wettbewerbsrunde steht unter dem Motto „Hier bin ich daheim – Was macht deine Region besonders?“. Einsendeschluss ist der 17. März 2023. Weitere Informationen finden sich hier.  

Die Hauptpreisträger im Wettbewerb „Erinnerungszeichen“ 2021/2022:

Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung

  • Adolph-Kolping-Schule Bamberg; Auf den Spuren von Dr. Adalbert Friedrich Marcus. Ein jüdischer Mitbürger und Wohltäter für Bamberg (1. Landespreis)

Grundschule

  • Domschule Bamberg; Jüdischem Leben auf der Spur (1. Landespreis)
  • Ulrich-von-Thürheim-Grundschule Buttenwiesen; Jüdisches Buttenwiesen: Spurensuche einer 1. Klasse (2. Landespreis)
  • Kaldaha-Grundschule Kahl; Erinnern. Immerfort – an meinem Ort. (3. Landespreis)

Mittelschule

  • Mittelschule Hummelsteiner Weg Nürnberg; Jüdisches Leben in unserer Heimat (1. Landespreis)
  • Sophie-Scholl-Mittelschule Burglengenfeld; Edith – Jüdische Spuren in Burglengenfeld (2. Landespreis)

Realschule

  • Maria-Ward-Mädchenrealschule Berg am Laim München; Eine Stadtführung durch die jüdische Geschichte Münchens (1. Landespreis)
  • Oskar-von-Miller-Realschule Rothenburg ob der Tauber; Jüdisches Leben in Rothenburg (2. Landespreis)
  • Max-Ulrich-von-Drechsel-Realschule Regenstauf; Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung (3. Landespreis)
  • Staatliche Realschule Marktheidenfeld; Wir wollen nicht wegschauen! Realschüler unterstützen die Verlegung von Stolpersteinen (Sonderpreis der Bayerischen Einigung)

Berufliche Schulen

  • Staatliche Fachoberschule Holzkirchen; Jüdisches Leben in München – Ausgrenzung oder echtes Miteinander? (1. Landespreis)
  • Berufliche Oberschule Straubing; „Es darf nie Gras darüber wachsen!“ (2. Landespreis)

Gymnasium (5.-9. Jahrgangsstufe)

  • Theodor-Heuss-Gymnasium Nördlingen; www.juedisches.leben.nordilinga.de – Auf Spurensuche nach jüdischem Leben in Nördlingen (1. Landespreis)
  • Kepler-Gymnasium Weiden; Liebe Tante Babette – eine Briefgeschichte zu einem Einkaufsbummel in jüdischen Geschäften 1920 in Weiden (2. Landespreis)
  • Gymnasium Dorfen; „Auf den Spuren jüdischen Lebens in Bayern“ – Juden im mittelalterlichen Landshut – Ein fiktives Tagebuch (3. Landespreis)
  • Maria-Ward-Gymnasium Augsburg; Jewish Traces (Sonderpreis des Deutschen Jugendherbergswerks)
  • Melanchthon-Gymnasium Nürnberg; Jüdische Schicksale in Nürnberg und am MGN – App der 9. Klassen des Melanchthon-Gymnasiums (Sonderpreis des Deutschen Jugendherbergswerks)

Gymnasium (10.-12. Jahrgangsstufe)

  • Erasmus-Gymnasium Amberg; „Shalom Amberg – Eine Audio-Zeitreise auf den Spuren jüdischen Lebens (1. Landespreis)
  • Hans-Carossa-Gymnasium Landshut; Jüdisches Leben – Denkmal für ehemalige jüdische Mitschüler am Vorgängergymnasium des heutigen Hans-Carossa-Gymnasiums (2. Landespreis)
  • Katharinen-Gymnasium Ingolstadt; Die Flucht von Ingolstadt nach Argentinien (3. Landespreis)
  • Illertal-Gymnasium Vöhringen; Multimediaguide Jüdisches Fellheim (Sonderpreis der Bayerischen Einigung)

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