Geschichtsbewusstsein: Paneuropa-Union legt Kranz in Dachau nieder

Kranzniederlegung: PEU-Landesvorsitzender Dr. Dirk Hermann Voß, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, der internationale Paneuropa-Präsident Alain Terrenoire und der deutsche Paneuropa-Präsident Bernd Posselt MdEP
Kranzniederlegung: PEU-Landesvorsitzender Dr. Dirk Hermann Voß, Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, der internationale Paneuropa-Präsident Alain Terrenoire und der deutsche Paneuropa-Präsident Bernd Posselt MdEP

Aus der Geschichte lernen: Unter diesem Motto hielt die Paneuropa-Union Bayern ihre Landesversammlung ab. Zur Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit wählte der Verband einen besonderen historischen Ort. So trafen sich in der KZ-Gedenkstätte Dachau prominente Gäste aus dem In- und Ausland zu einer Kranzniederlegung.

Der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle, hat anlässlich der Landesversammlung der Paneuopa-Union Bayern, gemeinsam mit dem bayerischen PEU-Landesvorsitzenden Dr. Dirk Hermann Voß, dem Präsidenten der Paneuropa-Union Deutschland und Münchner Europaabgeordneten Bernd Posselt, sowie dem Internationalen Präsidenten der Paneuropa-Union, dem französischen Europapolitiker Alain Terrenoire, in der KZ-Gedenkstätte Dachau am Internationalen Ehrenmal einen Kranz zu Ehren der Opfer von Nationalismus und Totalitarismus niedergelegt.

Der Vater des anwesenden Internationalen Paneuropa-Präsidenten, der französische Journalist Louis Terrenoire, war als führendes Mitglied der Résistance, des französischen Widerstandes gegen Hitler, nach Folterungen durch die Gestapo zusammen mit Edmond Michelet und anderen französischen Deportierten als politischer Häftling in Dachau interniert. Als Überlebender des Konzentrationslagers war der gaullistische Politiker später in der Französischen Nationalversammlung Berichterstatter für den Elysée-Vertrag, der die Grundlage der deutsch-französischen Aussöhnung und Freundschaft legte. Alain Terrenoire, der 69 Jahre nach der Befreiung seines Vaters zum ersten Mal das Lagergelände betrat, schilderte in einer bewegenden Rede die Erinnerungen seines Vaters an die Zeit in Dachau und dessen Schlussfolgerungen für die Einigung Europas. Seinem Vater sei stets vor Augen gewesen, dass französische, deutsche und andere politische Gefangene in Dachau ebenso wie viele Menschen in der Stadt Dachau und Umgebung die Ablehnung des Nationalsozialismus und die gleiche Zukunftshoffnung geteilt hätten.

Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle, der Schirmherr der Veranstaltung war, würdigte den jahrzehntelangen Einsatz der Paneuropa-Union als der „ältesten und aktivsten europäischen Friedens- und Einigungsbewegung“ für Frieden, Freiheit und Versöhnung und betonte, das Werk der Europäischen Einigung sei auf die grauenvolle Erfahrung von Dachau gegründet. Das versprechen „Nie wieder!“ sei unveräußerlicher Bestandteil der bayerischen und der deutschen Staatsräson. Europaabgeordneter Posselt betonte, die Paneuropa-Union, die zehn Jahre nach ihrer Gründung 1923 unmittelbar nach der sogenannten „Machtergreifung“ im Deutschen Reich verboten worden sei, habe von Anfang an in der Tradition des anti-nationalistischen, anti-rassistischen und anti-totalitären Kampfes gestanden und zu den ersten politischen Opfern des nationalsozialistischen Terrors gehört. Der Landesvorsitzende der Paneuropa-Union, der Augsburger Rechtsanwalt Dr. Dirk Hermann Voß, rief angesichts der Greueltaten der Nazis zur Wachsamkeit in der Gegenwart gegenüber neuen Formen des Nationalismus auf: „Bevor die KZ-Schergen ihr grauenvolles Tun vollstrecken konnten, wurde ihnen von scheinbaren Biedermännern und willfährigen Intellektuellen geistig der Boden bereitet. Zuerst wurden Ideen bekämpft, dann Bücher verbrannt und schließlich Menschen. Das müssen wir aus der Geschichte lernen“, sagte Voß.

Vorlese-Funktion