Gedenkraum für Opfer des Olympia-Attentats 1972: Kultusminister Ludwig Spaenle präsentiert Konzept

Das Olympia-Attentat 1972 - der brutale Anschlag auf israelische Sportler erschütterte die Welt
Das Olympia-Attentat 1972 - der brutale Anschlag auf israelische Sportler erschütterte die Welt

Das Attentat auf israelische Athleten bei den XX. Olympischen Spielen in München schockierte 1972 die Welt. Zum 41. Jahrestag des brutalen Überfalls stellte Bayerns Kultus- und Sportminister Dr. Ludwig Spaenle das Konzept für einen Gedenkraum für die Opfer vor.

Am 5. September 2013 jährt sich zum 41. Mal der brutale Überfall von Terroristen des „Schwarzen September“ auf die Mitglieder der israelischen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München. Die Attentäter waren in das Olympische Dorf eingedrungen, in das Gebäude Connollystraße 31, und hatten die Sportler als Geiseln genommen. Israelische Sportler und ein deutscher Polizist wurden bei der Geiselnahme von den Terroristen getötet.

Generalkonsul des Staates Israel für Süddeutschland, Dr. Dan Shaham
Generalkonsul des Staates Israel für Süddeutschland, Dr. Dan Shaham

Das Konzept für einen Gedenkraum in München an das Attentat auf die israelischen Athleten bei den Olympischen Spielen 1972 stellte Bayerns Kultus- und Sportminister Dr. Ludwig Spaenle vor.

Bis 2016 soll auf dem ehemaligen Olympiagelände in München ein pavillonartiger, gut zugänglicher Gedenkraum an das terroristische Attentat und die Opfer, elf israelische Sportler und ein bayerischer Polizist, erstellt werden.

An der Präsentation nahm auch der Generalkonsul des Staates Israel, Dr. Dan Shaham, teil.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

„Auch heute macht diese Bluttat von Terroristen die Menschen in Bayern tief betroffen“, betonte der gebürtige Münchner Ludwig Spaenle. „Das blutige Attentat im Umfeld der friedlichen XX. Olympischen Spiele wirft Fragen zu den Ursachen, zum Ablauf und zu den Konsequenzen auf. Deshalb haben Ministerpräsident Seehofer und ich im vergangenen Jahr bei einem Israelbesuch angeregt, einen Gedenkraum zu errichten“, so Spaenle.

Dabei geht es dem Minister um drei Kernanliegen: an das Geschehene zu erinnern, das Geschehene zu erklären und aus dem Geschehenen den Alltag zu gestalten.

Der Gedenkort will uns zum einen das Attentat selbst ins Gedächtnis rufen, jene schockierenden Vorfälle am 5. und 6. September 1972 in München und Fürstenfeldbruck, und vor allem auch an die Opfer erinnern, elf israelische Sportler und ein bayerischer Polizist. Zum anderen soll der Besucher auch den Zusammenhang begreifen, in dem das Massaker der XX. Olympischen Spiele in München 1972 erklärt werden kann, der internationale Terrorismus und die Attentäter des „Schwarzen September“ sowie die Frage nach den Folgen, den Nachwirkungen und das Erinnern.

Standort am Kolehmainenweg eröffnet Sicht auf Connollystraße 31

Der geplante Standort am Kolehmainenweg, eine Anhöhe südlich der Connollystraße, ist gut erreichbar und eröffnet einen Blick auf die Connollystraße 31 als authentischem Ort des Verbrechens und zugleich auf Symbole von Olympia 1972. Das eigentliche Gebäude in der Connollystraße ist aufgrund der heutigen Nutzung als Wohnhaus ungeeignet für einen öffentlich zugänglichen Gedenkort. Der Tower des Fliegerhorsts Fürstenfeldbruck soll als zweiter Standort in den kommenden Jahren miteinbezogen werden.

Die Konzeption des Gedenkortes ist im engen Dialog mit Angehörigen der Opfer, mit den zuständigen Behörden, Experten der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, des Jüdischen Museums in München und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit sowie dem Generalkonsulat des Staates Israel erstellt worden. Eine Publikation sowie mediale Angebote wie eine App für Smartphones und eine Website sollen das Projekt ergänzen.

Die Reaktion des für Westeuropa zuständigen Abteilungsleiters im Israelischen Außenministerium, Ilan Ben Dov, auf das Vorhaben ist erfreulich: „Die Initiative Bayerns ist für uns außerordentlich wichtig. Das Projekt wirkt sich positiv auf die deutsch-israelischen Beziehungen aus und das werden wir auch so äußern. Für uns ist München 72 ein historischer Begriff, es ist ein Trauma für meine gesamte Generation. Jede israelische Gruppe, die im Rahmen des Jugendaustausches und der Bildungskooperation nach Deutschland kommt, soll diesen Ort besuchen.“

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