Literarische Brücken bauen 10/11

Nevfel Cumart (4.v.re.) und Ministerialdirigent Dr. Peter Müller (rechts) mit Teilnehmerinnen der Schreibwerkstatt
Nevfel Cumart (4.v.re.) und Ministerialdirigent Dr. Peter Müller (rechts) mit Teilnehmerinnen der Schreibwerkstatt

Schülerinnen und Schüler an Beruflichen Schulen schreiben über ihr Leben, ihre Zukunft und die Welt

Der türkischstämmige deutsche Staatsbürger und Bayerische Förderpreisträger für Literatur 1995, Nevfel Cumart, ist für seine völker- und kulturverbindenden Gedichte und Texte bekannt. Bereits im Jahr 2008 hat er gemeinsam mit der Stiftung art.131 Schreibwerkstätten an insgesamt vier Haupt- und zwei Realschulen mit Gruppen von Jugendlichen der 7. bis 9. Jahrgangstufe durchgeführt. Schülerinnen und Schüler deutscher und nichtdeutscher Herkunft verfassten gemeinsam unter professioneller Anleitung eines Schriftstellers mit Migrationshintergrund literarische Texte zu Themen wie Heimat und Fremde, Toleranz und Völkerverständigung.

Im Projekt „Literarische Brücken bauen 2010/11 -dem Leben entgegen“ leitet er das erste Mal Schreibwerkstätten an beruflichen Schulen. Ziel des kreativen Umgangs mit Sprache war es nicht primär, literarische Kunstwerke zu schaffen, sondern vielmehr, den Teilnehmern die Freude am Prozess des selbständigen Schreibens zu vermitteln und das Vertrauen in das eigene Können zu wecken, indem sie eigene Ideen entwickeln und ihnen wichtige Themen einbringen konnten.

Die Realisierung

Die Schirmherrschaft für das Projekt übernahm Herr Staatssekretär Thomas Kreuzer.

Der Schriftsteller Nevel Cumart führte im Schuljahr 2010/11 an fünf beruflichen Schulen in Bayern an zwei auseinander liegenden Tagen kreative Schreibwerkstätten mit Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus verschiedenen Ausbildungsbereichen durch: Das Spektrum der Teilnehmer reichte von angehenden Kfz-Mechanikern und Zahnarzthelferinnen, über Systemgastronomen und Pflegerinnen bis hin zu Jugendlichen ohne Ausbildung, die versuchen, in einem Berufsintegrationskurs ihren Hauptschulabschluss zu erlangen. Der Leitgedanke des Schreibprojektes war, dass Jugendliche deutscher und nichtdeutscher Herkunft an beruflichen Schulen unter professioneller Anleitung eines Schriftstellers literarische Texte über sich und ihr Leben, über ihre Zukunft aber auch über ihre Empfindungen zu ihrer Heimat und zu aktuellen Problemen der Gesellschaft verfassen.

Als „poetischer Pädagoge“ wagte sich der Schriftsteller gemeinsam mit den rund 120 Schülerinnen und Schülern an die oben genannten  Themenbereiche und stärkte deren Fähigkeit, eigene Erfahrungen, Wünsche und Ängste in Worte zu fassen und letztendlich das Selbstbewusstsein der jungen Erwachsenen.  Neuland war diese Arbeit insofern, als die meisten der Jugendlichen an den fünf beruflichen Schulen über so gut wie keine „literarische“ Schreiberfahrung verfügten.

Auf einer Abschlussveranstaltung mit Lesungen der Schülerinnen und Schülern wurden die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Ausgewählte Texte wurden in Buchform veröffentlicht.

Organisation und Beteiligte

Beteiligter Künstler
Nevfel Cumart

Beteiligte Partner
Staatliches Berufliches Schulzentrum Alfons Goppel Schweinfurt
Staatliche Berufsschule I Rosenheim
Berufliches Schulzentrum Oskar-von-Miller Schwandorf
Staatliche Berufsschule I Landshut
Staatliche Berufsschule I Fürth
Stiftung art.131

Zentrales Ereignis
Öffentliche Abschlussveranstaltungen mit den beteiligten Schulen: Präsentation des Buches "Strandgut" am 20. Juli 2011 im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Organisation
Die Organisation und die künstlerische Beratung dieses Pilotprojektes übernahm Nevfel Cumart. Die Ausschreibung und Auswahl der beteiligten Schulen erfolgte in Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Stiftung art. 131.

Finanzierung
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Weitere Informationen

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