Bayerische Geschichtskultur Nürnberg ist europäische Stadt der Zeitgeschichte

Als Stadt mit reicher Geschichte bewirbt sich Nürnberg für den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025
Als Stadt mit reicher Geschichte bewirbt sich Nürnberg für den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025

Reichsstadt, Industrie- und Gewerbestadt, Stadt der Menschenrechte, der Kunst und Kultur: Kaum eine andere Stadt in Deutschland hat so viele verschiedene Facetten wie Nürnberg. 2025 möchte die Frankenmetropole Kulturhauptstadt Europas werden. In der Bayerischen Vertretung in Brüssel präsentierte sich Nürnberg als deutscher und bayerischer Geschichtsort.

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle

Auf Einladung von Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle und dem Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg Dr. Ulrich Maly trafen sich in Brüssel rund 150 Vertreter aus Politik, Kultur und Wissenschaft zum Thema "Nürnberg - Eine europäische Stadt der Zeitgeschichte". In seinem Grußwort beleuchtete Spaenle zeitgeschichtliche Orte in Bayern sowie die Besonderheiten Nürnbergs im europäischen Kontext.

Das ehemalige Reichsparteitagsgelände und der Saal 600 des Justizpalastes als Schauplatz der Nürnberger Prozesse machten die deutsche und internationale Zeitgeschichte im Stadtbild besonders sichtbar, so Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle. Mit dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände sowie dem Memorium Nürnberger Prozesse ist die mittelfränkische Stadt essentieller Bestandteil der umfassenden Gedenklandschaft in Bayern. Damit steht Nürnberg auch für die Geschichte von Parlamentarisierung und Demokratisierung sowie Verfassung und Rechtsstaatlichkeit.

In jedem Fall, so Spaenle, "lasse sich Nürnberg eben nicht auf die Jahre 1933 bis 1945 reduzieren, sondern war in den übrigen 955 Jahren seines Bestehens eines der wohlhabendsten deutschen Handelszentren und ein Hort kultureller Blüte." Schon lange vor dem 20. Jahrhundert war die mittelfränkische Stadt Schauplatz der Erinnerung: "Gutes Beispiel ist die Reformation. 1983 war Nürnberg Ort der zentralen westdeutschen Gedenkausstellung, im letzten Jahr fand dort das gemeinsame Reformationsfest von Staat und Kirche statt", betonte der Kunstminister. Und weiter: "Während es 2017 um die Reformation und Luther ging, steht 2018 die eigentliche Zeitgeschichte in ganz Bayern im Zentrum. Nürnberg ist im Jubiläumsjahr '100 Jahre Freistaat Bayern' ein denkbar geeigneter Ort, um die vielfältige Geschichte dieses Jahrhunderts zu veranschaulichen."

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle, die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg Professor Dr. Julia Lehner, die Leiterin des Goethe-Instituts Brüssel Susanne Höhn, Professor Neil Gregor von der Universität Southampton,  Prof. Dr. Charlotte Bühl-Gramer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (v.l.n.r.)
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle, die Kulturreferentin der Stadt Nürnberg Professor Dr. Julia Lehner, die Leiterin des Goethe-Instituts Brüssel Susanne Höhn, Professor Neil Gregor von der Universität Southampton, Prof. Dr. Charlotte Bühl-Gramer von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly (v.l.n.r.)

In der anschließenden Podiumsdiskussion unterstrich Spaenle die herausragende Bedeutung von Demokratieerziehung und politischer Bildung an allen bayerischen Schulen. Diese seien als schulart- und fächerübergreifende Bildungsziele in den Lehrplänen fest verankert. Die Menschenrechtsbildung, die für die bayerische Staatsregierung höchste Priorität genießt, komme gerade in Nürnberg in diversen Projekten und Veranstaltungen zum Tragen. Spaenle erwähnte in diesem Zusammenhang die enge Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum und dem Memorium.

Heute ist Nürnberg neben München nicht nur die wichtigste wirtschaftliche Metropole im Freistaat, sondern beeindruckt mit seinen historischen Bauwerken und einer lebendigen Kunst- und Kulturszene. Unter diesem Blickwinkel überrascht es nicht, dass sich die Stadt im Europäischen Kulturerbejahr 2018 für den Titel als Kulturhauptstadt 2025 Europas präsentiert.

Weitere Informationen

Vorlese-Funktion