KZ-Gedenkstätte Dachau Gestohlenes Lagertor nun wieder zu sehen

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Abba Naor, Überlebender des Dachauer Außenlagers Kaufering und Vizepräsident des Comité International de Dachau, Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, und Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten (v.li.)
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Abba Naor, Überlebender des Dachauer Außenlagers Kaufering und Vizepräsident des Comité International de Dachau, Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, und Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten (v.li.)

Rückkehr nach drei Jahren: Das 2014 gestohlene Lagertor der KZ-Gedenkstätte Dachau kann wieder besichtigt werden – es wird künftig Teil der Dauerausstellung in der Gedenkstätte sein. Ein Hinweisschild erläutert die Geschichte dieses wichtigen Objekts.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Abba Naor, Vizepräsident des Comité International de Dachau, und Dr. Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte, informierten sich vor Ort über die die neue Vitrine in der Dauerausstellung, die das Lagertor enthält.

Minister Spaenle betonte: „Das historische Eingangstor nimmt einen zentralen Platz in der Ausstellung der KZ-Gedenkstätte ein. Den vielen Tausenden Besucherinnen und Besucher wird an diesem Objekt in besonderer Weise die Perfidie des NS-Verbrechersystems offenkundig. Mit seiner zynischen Aufschrift ,Arbeit macht frei‘ stand und steht es für die Erniedrigung jedes einzelnen Menschen und weiter Teile der Gesellschaft durch die NS-Diktatur. Ihr Schicksal wurde mit der Perversion der Sprache – ,Arbeit macht frei‘ – grausam verharmlost und die menschlichen Werte wurden mit Füßen getreten.“

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (re.) im Gespräch mit Abba Naor, Überlebender des Dachauer Außenlagers Kaufering und Vizepräsident des Comité International de Dachau
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (re.) im Gespräch mit Abba Naor, Überlebender des Dachauer Außenlagers Kaufering und Vizepräsident des Comité International de Dachau

Mit Blick nach vorn schloss Ludwig Spaenle: „Die Erinnerungsarbeit werden wir aktiv fortsetzen, das gehört zu den staatspolitischen Kernaufgaben. Der Grundlosung der Gründungsmütter und -väter der Bundesrepublik Deutschland, dem ,nie wieder‘ mit Blick auf das Unrechtsregime des Dritten Reichs, sind wir verpflichtet. Das Tor steht als stummes Zeugnis für die Entwürdigung und Entrechtung der Menschen unter dem Hakenkreuz. Dem setzen wir den Willen des ,nie wieder‘ entgegen.“

Das 2014 gestohlene Lagertor wurde im Dezember 2016 in Norwegen gefunden und im Februar 2017 nach Dachau zurückgebracht. Nach seiner Restaurierung in den letzten Monaten wurde der Beschluss gefasst, das Lagertor nicht wieder einzusetzen, sondern es als Objekt in die Ausstellung aufzunehmen.

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