Demokratische Kultur und NS-Vergangenheit Projekt erforscht Nachkriegsgeschichte in Bayern

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle informiert sich bei einem Mitglied des Historikerteams über das neue Forschungsprojekt
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle informiert sich bei einem Mitglied des Historikerteams über das neue Forschungsprojekt

Welche personellen Kontinuitäten und Brüche gab es beim Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern? Welche Eliten aus der Weimarer Republik oder dem Dritten Reich spielten beim Wiederaufbau eine Rolle? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich nun ein historisches Forschungsprojekt, das die bayerische Staatsverwaltung nach 1945 untersucht.

Prof. Dr. Andreas Wirsching
Prof. Dr. Andreas Wirsching

Als „sehr wichtiges Projekt der Zeitgeschichte und der bayerischen Landesgeschichte“ bezeichnete Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle in München das Forschungsprojekt „Demokratische Kultur und NS-Vergangenheit“. Dieses Projekt wird das Institut für Zeitgeschichte (IfZ) unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Wirsching auf Beschluss des Bayerischen Landtags in den kommenden Jahren durchführen. Dazu hat der Freistaat Bayern 1,8 Millionen Euro bereitgestellt. Im Mittelpunkt steht der Blick auf die Staatsregierung und die Regierungsadministration von 1945 bis in die 1970er Jahre hinein.

„Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage nach einer Kontinuität von Eliten aus dem Dritten Reich im Nachkriegsbayern und in der jungen Bundesrepublik Deutschland und der Blick auf die demokratische Kultur beim Neuanfang und dem Wiederaufbau“, so Minister Spaenle. „Bei der Betrachtung der Kontinuitäten werden aber auch Brüche beim Neuanfang deutlich werden. Bei der Untersuchung wird z. B. sichtbar werden, wie stark z. B. Kräfte aus der Weimarer Republik, die unter dem Hakenkreuz ihrer Funktionen enthoben und nicht selten verfolgt wurden, den Neuanfang nach 1945 wieder mitgeprägt und zum Gelingen des demokratischen Weges beigetragen haben“, ergänzte Minister Spaenle. Beide Aspekte seien wichtig für die Darstellung der Nachkriegszeit in Bayern und in Deutschland und beide ergänzen sich.

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle (2.v.l.) , IfZ-Direktor Prof. Dr. Andreas Wirsching (l.) und Generaldirektorin Dr. Margit Ksoll-Marcon (3.v.l.) präsentierten zusammen mit den Mitgliedern der Historikerkommission das Forschungsprojekt „Demokratische Kultur und NS-Vergangenheit“
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle (2.v.l.) , IfZ-Direktor Prof. Dr. Andreas Wirsching (l.) und Generaldirektorin Dr. Margit Ksoll-Marcon (3.v.l.) präsentierten zusammen mit den Mitgliedern der Historikerkommission das Forschungsprojekt „Demokratische Kultur und NS-Vergangenheit“

Die Vernetzung der bayerischen Landesgeschichte mit der Zeitgeschichte ist vor allem durch eine hochrangig besetzte Expertenkommission und die enge Zusammenarbeit des IfZ mit der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Archive unter Generaldirektorin Dr. Margit Ksoll-Marcon sichergestellt.

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