Sulzbach-Rosenberg Bayern und Tschechien setzen auf Verständigung und kulturellen Austausch

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle (2.v.re.), Daniel Herman, Kulturminister der Tschechischen Republik, (2.v.li.) und Bernd Posselt, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, (re.) mit der Ehrenpreisträgerin Alice Scholze (4.v.re.) sowie Michael Göth, Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg (3.v.li.)
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle (2.v.re.), Daniel Herman, Kulturminister der Tschechischen Republik, (2.v.li.) und Bernd Posselt, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, (re.) mit der Ehrenpreisträgerin Alice Scholze (4.v.re.) sowie Michael Göth, Bürgermeister von Sulzbach-Rosenberg (3.v.li.)

Daniel Herman, Kulturminister der Tschechischen Republik, und Bernd Posselt, Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, wurden in Sulzbach-Rosenberg für ihre Verdienste bei der deutsch-tschechischen Verständigung geehrt. Zuvor unterzeichnete Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Wissenschaftsministerium und dem Centrum Bavaria Bohemia (CeBB).

Anlässlich der Preisverleihung betonte Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle: „Durch Ihren Einsatz tragen die Preisträger dazu bei, dass von beiden Seiten Brücken über die Gräben der Vergangenheit gebaut werden und ein solides Fundament für Versöhnung und Kooperation entstehen kann.“

Mit dem Kunstpreis werden seit 1994 jährlich Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich nachhaltig für die Verständigung zwischen Deutschen und Tschechen, für den Abbau von Vorurteilen und für die Verbesserung der Zusammenarbeit engagieren. In diesem Jahr erhalten Daniel Herman, Kulturminister der Tschechischen Republik (Prag), und Bernd Posselt, Politiker, MdEP a.D. und Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft (München), den Kunstpreis. Die beiden Ehrenpreise gehen an Radek Fridrich, Schriftsteller (Děčín), und Alice Scholze, Leiterin des deutsch-tschechischen Familiennetzwerks (Berlin).

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle bei seiner Ansprache
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle bei seiner Ansprache

In seiner Laudatio würdigte Spaenle die Verdienste von Kulturminister Daniel Herman: „Mit Ihrem Einsatz für die deutsch-tschechische Annäherung sind Sie eine Inspiration für die Bürger beider Länder. Sie suchen den Dialog, wo er noch nicht existiert, vertiefen die bestehenden Kontakte und eröffnen dadurch vielversprechende Perspektiven, um eine langfristige Zusammenarbeit in allen Bereichen von Kunst und Kultur zu ermöglichen.“ Ein besonderes Zeichen habe Herman mit dem Besuch beim diesjährigen Pfingsttreffen der Sudetendeutschen gesetzt und die bayerisch-tschechischen Beziehung damit vertieft, wie der bayerische Minister weiter ausführte.

Absichtserklärung von 2015

Als einen wichtigen Baustein zur Intensivierung der bayerisch-tschechischen Beziehungen bezeichnete Spaenle die gemeinsame Absichtserklärung vom Mai 2015, die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Bayern auszubauen. Die Erklärung sei ein Ausgangspunkt, um die vielfältigen Impulse für verschiedene Initiativen und Projekte zu nutzen.

Minister Spaenle freute sich auch, dass Bernd Posselt für sein langjähriges Engagement mit dem Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung ausgezeichnet wurde. Die Laudatio auf die Verdienste Posselts hielt Milan Horáček, MdEP a.D. und Mitglied des Präsidiums des Bundes der Vertriebenen.

Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung

Der Kunstpreis zur deutsch-tschechischen Verständigung wird seit 1994 jährlich gemeinsam vom Adalbert-Stifter-Verein (München), der Brücke/Most-Stiftung (Dresden), dem Collegium Bohemicum (Aussig/Ústí nad Labem), dem Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren (Prag) und dem Internationalen Kunstverein Pro arte vivendi (Berlin) vergeben.

Kooperationsvereinbarung zwischen Wissenschaftsministerium und Centrum Bavaria Bohemia

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle, Irene Träxler, 1. Vorsitzende Bavaria Bohemia e.V., und Hans Eibauer, Leiter des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB), (v.r.n.l.) mit dem neuen Türschild des Centrums
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle, Irene Träxler, 1. Vorsitzende Bavaria Bohemia e.V., und Hans Eibauer, Leiter des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB), (v.r.n.l.) mit dem neuen Türschild des Centrums

Vor der Preisverleihung unterzeichnete Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle zusammen mit Hans Eibauer, dem Leiter des Centrum Bavaria Bohemia, eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bayerischen Wissenschaftsministerium und dem Centrum Bavaria Bohemia.

Das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee soll, so die Vereinbarung, als Koordinierungsstelle für die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien auf dem kulturellen Gebiet dienen.

Das Collegium Bavaria Bohemia soll in dieser Funktion z. B.

  • Kooperationspartner von Kunstschaffenden, Kulturakteuren und Kultureinrichtungen auf tschechischer und bayerischer Seite vermitteln,
  • Fragen zum grenzüberschreitenden Kultusaustausch bearbeiten oder weitergeben,
  • über Fördermöglichkeiten von grenzüberschreitenden Kulturprojekten informieren und
  • den Kontakt von Antragstellern zu Förderinstitutionen herstellen.

Grundlage für die konkrete Vereinbarung für das Centrum Bavaria Bohemia ist ein Memorandum of Understanding, das im Mai 2015 Bayerns Wissenschaftsminister Spaenle zusammen mit dem Tschechischen Kulturminister Daniel Herman unterzeichnet hatte.

Video: Bayern und Tschechien arbeiten kulturell enger zusammen

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