Zeitschrift aviso Fremdsein ist uns allen vertraut

Zeitschrift aviso / Titel: Fremd, in der Fremde (zum Lesen auf das Bild klicken)
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Das Gefühl fremd zu sein, ist uns allen vertraut. Erschreckend ist dabei, wieviel Menschenverachtung, Rassismus und Hasstiraden in der heutigen Zeit gerade auch im Netz verbreitet werden. Gerade deshalb bleibt die Achtung der Menschenwürde aber immer ein unantastbares Gebot. Die neue Ausgabe der Zeitschrift aviso beschäftigt sich mit "Fremd, in der Fremde" - jetzt hier als E-Paper lesen!

Editorial von Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Fremdsein gehört zur Conditio Humana, ist uns allen vertraut. Plötzlich fühlen wir uns nicht zugehörig, ungeschützt, verletzlich. Hält der Zustand länger an, so werden wir damit konfrontiert, wie angewiesen auf die anderen wir eigentlich sind. Es täte gut, sich in diesen Tagen an solche Gefühlslagen zu erinnern: Ohne Empathie kommen wir schwer weiter, wenn Angst und Wut immer mehr um sich greifen, Meinungen, Entscheidungen, Handlungen bestimmen.

Ein Riss entsteht in unserer Zivilgesellschaft: Auf der einen Seite steht die Angst vor »den anderen«, die »nicht von uns« sind, die »nicht zu uns gehören« sollen. Im Grunde verbirgt sich dahinter vielleicht die Angst davor, die eigene Welt vor lauter Veränderung nicht mehr wiederzuerkennen. Auf der anderen Seite steht die Angst vor dem Rechtsruck, vor einem wie auch immer gearteten Rückfall in die schlimmste Zeit, die Deutschland je erlebt hat. Erschreckend ist, was an Menschenverachtung, Rassismus, Hasstiraden derzeit besonders im Netz verbreitet wird. Wie diejenigen erreichen, die sich in solchen Denkmustern verfangen haben?

Unverzichtbar bleibt der Dialog, und wir sollten nicht vergessen, dass Auseinandersetzung zum Wesen der Demokratie gehört. Grundwerte müssen dabei verteidigt werden. Die Menschenwürde bleibt unantastbar, es gilt immer wieder, das Humanum, das uns verbindet, zu erkennen.

Wenn man sich von dieser Warte aus auf Begegnung einlässt, kann Fremdes vertraut werden. Dann können wir uns durch das Fremde faszinieren, inspirieren und bereichern lassen. Aber diese Erfahrung ist ohne Eigenleistung nicht zu haben. Eine Eigenleistung, die uns fordert, die sich lohnt.

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