Die Staatsgründung Israels

Die Proklamierung des Staates Israel durch David Ben-Gurion am 14. Mai 1948
Die Proklamierung des Staates Israel durch David Ben-Gurion am 14. Mai 1948

Das Gebiet des heutigen Staates Israel gehörte bis 1920 zum Osmanischen Reich. Seit seiner Gründung im Jahr 1299 wurde das Reich von der Dynastie der Osmanen regiert und erstreckte sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung im 17. Jahrhundert von Kleinasien bis nach Südosteuropa. Ab dem 18. Jahrhundert begann der Zerfall des Großreiches, das sich im Ersten Weltkrieg mit Österreich-Ungarn verbündete und somit zu den Verlierern des Krieges zählte. In der Folge wurden seine Territorien aufgeteilt und 1923 die Republik Türkei als Nachfolgestaat gegründet.

Während des Ersten Weltkriegs hatte Großbritannien sowohl der arabischen als auch der jüdischen Seite die Überlassung Palästinas zugesichert. Nach der Begründung der zionistischen Bewegung 1897 hatte die jüdische Einwanderung in dieses Gebiet stark zugenommen. Ziel der Zionisten war die Rückkehr der Juden in ihre biblisch überlieferte Heimat und die Gründung eines eigenen jüdischen Staates. Seit Ende des 19. Jahrhunderts nahm der jüdische Anteil der Bevölkerung aufgrund mehrerer Einwanderungswellen deutlich zu. Damit verschärften sich die bestehenden Gegensätze. Während des Holocaust und unmittelbar danach flohen etwa 300 000 Juden nach Palästina. Großbritannien, das seit dem Ende des Ersten Weltkriegs Palästina im Auftrag des Völkerbundes verwaltet hatte, versuchte diese Einwanderung zu begrenzen. Jüdische und arabische Gruppierungen kämpften gegen die Briten, aber auch gegeneinander, um die Vorherrschaft im Land.

1920 übernahm Großbritannien ein Völkerbundsmandat für Palästina, das somit unter britischer Herrschaft stand. In diese Zeit fielen die ersten Auseinandersetzungen zwischen jüdischen Siedlern und den ansässigen Arabern, die immer wieder in gewaltsamen Unruhen mündeten. Großbritannien versuchte die jüdische Einwanderung zu begrenzen. Jüdische und arabische Gruppierungen kämpften gegen die Briten, aber auch gegeneinander, um die Vorherrschaft im Land.

Angesichts der unübersichtlichen Lage und der massiv zunehmenden Gewalt in Palästina, übergab die britische Regierung die Verantwortung für das Territorium den Vereinten Nationen. Im November 1947 stimmten diese für die Errichtung zweier Staaten – einen jüdischen und einen arabischen. Dieser Teilungsplan wurde von großen Teilen der jüdischer Seite begrüßt, von der arabischen Bevölkerung jedoch abgelehnt. Die folgenden Monate waren von schweren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen geprägt.

Am 14. Mai 1948 - dem Tag der Niederlegung des britischen Mandats - rief der Führer der zionistisch-sozialistischen Arbeiterpartei Israels David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Die arabischen Nachbarländer reagierten sofort mit einem Angriff auf den neugegründeten Staat. Israel konnte seine Existenz in diesem ersten Nahostkrieg behaupten, der 1949 mit einem militärischen Sieg Israels endete. Der Krieg führte zu dem bis heute bestehenden palästinensischen Flüchtlingsproblem: Hunderttausende Araber flohen oder wurden aus ihrer Heimat vertrieben.

Foto: Rudi Weissenstein - Israel Ministry of Foreign Affairs, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33261039

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