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Eröffnung am 6. September 2017

Der fertiggestellte Erinnerungsort der Architekten Brückner & Brückner
Der fertiggestellte Erinnerungsort der Architekten Brückner & Brückner

Die feierliche Einweihung des Erinnerungsortes fand am 6. September 2017 – zum 45. Jahrestag des Geschehens – mit Staatsgästen aus Deutschland und Israel statt. Eröffnet wurde der Erinnerungsort durch Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier, Israels Staatspräsident Reuven Rivlin, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, und Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Beisein der bayerischen Landtagspräsidentin Barbara Stamm und von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann.

Dieser Festakt schloß sich an eine persönliche Gedenkstunde mit den Angehörigen der Opfer an, bei dem der Erinnerungsort an diese und anschließend an die Öffentlichkeit ,übergeben‘ wurde. An dem Festakt haben neben den Staatsgästen auch Angehörige der elf israelischen Sportler und des bayerischen Polizisten teilgenommen, die zu Opfern des terroristischen Attentats geworden waren. Zu den Gästen haben auch der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster und die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern Charlotte Knobloch, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, IOC-Präsident Thomas Bach, der DOSB Vorstandsvorsitzende Michael Vesper sowie Steven Ungerleider von der Foundation for Global Sports Development gezählt.

Minister Dr. Spaenle bei der Vorabbesichtigung des Erinnerungsortes
Minister Dr. Spaenle bei der Vorabbesichtigung des Erinnerungsortes

Kultusminister Spaenle erklärte am Erinnerungsort: „Der terroristische Anschlag auf die israelische Nationalmannschaft während der fröhlichen Spiele 1972 in München war ein bis heute schmerzlicher ,Einschnitt‘ in das Leben der Sportler und ihrer Angehörigen, in die bis dahin heiteren olympischen Spiele in München, in die Idee eines friedlichen Wettstreits zwischen Sportlern aus allen Nationen und auch ein Einschnitt in die deutsche Geschichte. Unser Anliegen ist es, mit dem Gedenkort an die getöteten israelischen Sportler und den bayerischen Polizisten zu erinnern, den terroristischen Anschlag darzustellen und diesen in die Zeit einzuordnen. Wir wollen den Opfern im öffentlichen Bewusstsein ihre Persönlichkeit wieder geben. Dabei war es ein Kernanliegen bei der Entwicklung der Konzeption, den Gegensatz zwischen weltoffenem, sportlichem Wettbewerb nach der olympischen Idee und dem dramatischen Einschnitt des vernichtenden Terrors darzustellen. Die Biographien der Opfer stehen dabei im Mittelpunkt. Ich danke auch dem Architekturbüro Brückner & Brückner, dieses Einliegen mit dem Symbol des Einschnitts im Gelände entwickelt zu haben.“

"Einschnitt" als Siegerentwurf in einem Wettbewerb

Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle mit dem Architekten Peter Brückner
Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle mit dem Architekten Peter Brückner

In einem konkurrierenden Verfahren hatten 2014 mehrere Architektur- und Gestaltungsbüros ihre Entwürfe für einen Erinnerungsort an das Olympia-Attentat München 1972 eingereicht. Die konzeptionelle Vorlage stammte von Werner Karg vom Bayerischen Kultusministerium, Bernhard Purin vom Jüdischen Museum München und Dr. Jörg Skriebeleit von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg in Abstimmung mit Angehörigen der Opfer und dem israelischen Generalkonsulat. Eine Jury unter Vorsitz der Professorin Barbara Holzer hat den Entwurf „Einschnitt“ von Brücker & Brückner Architekten aus Tirschenreuth als Siegerentwurf prämiert. Am westlichen Lindenhügel im Olympiapark wurde der Entwurf realisiert, der Erinnerungsort in einen Hügel am Kolehmainenweg hineingeschnitten und mit Biographien der zwölf Opfer und einer medialen Präsentation des Attentats zur historischen Einbettung in die heiteren Spiele und den palästinensischen Terror ausgestaltet. Bei der Aufarbeitung stehen die politische Dimension der Olympischen Spiele allgemein und die besondere Bedeutung der Olympischen Sommerspiele für die Bundesrepublik Deutschland 1972, der arabisch-israelischer Konflikt und der palästinensische Terror mit dem „Schwarzen September“ im Zentrum.

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Fotos: Steffen Leiprecht

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