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Teil 1: Beobachtung und Dokumentation

2 SPRACHENTWICKLUNGS­

STÖRUNGEN

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Sprachverständnis und/oder die Sprachprodukti-

on in gesprochener und geschriebener Sprache

in einem, mehreren oder allen sprachlich-kom-

munikativen Bereichen (prosodisch, phonetisch-

phonologisch, lexikalisch-semantisch, morpholo-

gisch-syntaktisch) wie auch auf der Ebene der

Kommunikation (pragmatisch), des Weiteren

die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung,

die Stimme, die motorische Sprechkontrolle und

der Redefluss.

Symptome

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Bis zum Alter von 36 Monaten:

Die Bezugspersonen machen sich hinsichtlich

der Sprachentwicklung Sorgen

Später bzw. ausbleibender Beginn des

Sprechens

Keine oder nur einzelne, individuelle Wörter

(z. B. „Gaga“ für Huhn)

Erste Wörter deutlich später als mit

15 Monaten

Keine Wortkombinationen mit 24 Monaten

Spricht mit 24 Monaten weniger als

50 Wörter

Verlangsamter Verlauf oder Stagnation

der Sprachentwicklung bis zum Alter

von 36 Monaten

Kein Aufholen bis zu einem Alter von

36 Monaten

Nur Ein- bis Zweiwortäußerungen

bis zu einem Alter von 36 Monaten

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Quelle dieses Abschnitts: De Langen-Müller, U./Kauschke, C./Kiesel-Himmel, C./Neumann, K./Noterdaeme, M. (Hrsg.). (2011).

Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen (SES) unter Berücksichtigung umschriebener Sprachentwicklungsstörungen (USES).

Verfügbar unter:

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/049-006.html

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Quelle: De Langen-Müller, U./Kauschke, C./Kiesel-Himmel, C./Neumann, K./Noterdaeme, M. (Hrsg.). (2011).

Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen (SES) unter Berücksichtigung umschriebener Sprachentwicklungsstörungen (USES).

Verfügbar unter:

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/049-006.html

Umgebungsbedingungen können die Sprach­

entwicklung ungünstig beeinflussen, sodass

ähnliche sprachliche Auffälligkeiten wie bei

Sprachentwicklungsstörungen zu beobachten

sind oder sprachlich-kommunikative Auffällig­

keiten auftreten. Umgebungsbedingte Sprach­

auffälligkeiten sind von Sprachentwicklungs­

störungen abzugrenzen. Sprachentwicklungs-

störungen bedürfen einer medizinisch indizierten

Sprachtherapie, umgebungsbedingte Sprachauf-

fälligkeiten hingegen einer (heil)pädagogischen

Sprachförderung.

Sprachentwicklungsstörungen (SES) im Zu­

sammenhang mit Begleiterkrankungen sowie

weitere Störungen des Sprech- und Spracher-

werbs können die Entwicklung eines Kindes

beeinträchtigen. Betroffen sein können das

DEFINITION VON SES

Sprachentwicklungsstörungen umfassen

eine Beeinträchtigung des Spracherwerbs

und des Aufbaus eines sprachlichen Regel-

systems von frühen Stadien der Entwicklung

an sowie einen späten oder ausbleibenden

Beginn des Sprechens und einen verlang-

samten Verlauf oder eine Stagnation der

Sprachentwicklung. Sprachentwicklungs­

störungen können nicht auf sensorische,

organische, mentale oder schwere sozio-

affektive Defizite zurückgeführt werden.