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Filter 2: Erhebung des genauen

Unterstützungsbedarfs

Wenn ein Kind einen erhöhten Unterstützungs-

bedarf aufweist, ermitteln Lehrkräfte oder

Kolleginnen aus der Kindertageseinrichtung

anhand einer

Orientierungshilfe

für das Elternge-

spräch (siehe Modul C, Toolbox), ob ein Verdacht

auf eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt.

Es gibt zwei verschiedene Versionen der

Orientierungshilfe:

a) für deutschsprachig aufwachsende Kinder

b) für mehrsprachig aufwachsende Kinder

Optimal ist es, wenn bei Verdacht auf eine

ungünstig verlaufende Sprachentwicklung bei

einem Kind auf Sprachaufnahmen oder Notizen

von Äußerungen des Kindes zurückgegriffen

werden kann, die über einen längeren Zeitraum

hinweg dokumentiert wurden (nur für den

internen Gebrauch). Denn Sprachauffälligkeiten,

die aufgrund ungünstiger Lebensbedingungen

entstehen, sind nur schwer von Sprachentwick-

lungsstörungen zu unterscheiden, müssen aber

nicht therapeutisch bearbeitet werden.

Orientierungshilfen zur Erkennung von eventuellen Sprachentwicklungsstörungen –

Wonach wird gefragt?

Die

Orientierungshilfen

finden Sie in der Toolbox zum Vorkurs in Modul C.

Teil 1: Bedeutsame Verfahren und Instrumente

Hinweise aufeventuelleSprachentwicklungsstörungen (SES)bei

nurDeutsch sprechenden

Kindern

DasKindhateinenerhöhtenUnterstützungsbedarf aufgrundder

Beobachtungmit

Seldak

(zusammengezählteSummenwerte von

„aktiveSprachkompetenz“und „Grammatik“)oderBeobachtung

mitder

Seldak-

Kurzversion:

NamedesKindes:

GeburtsdatumdesKindes:

Namederpäd.Fachkraft:

Ausgefüllt am:

ErhältdasKindeineTherapie?

☐ ja

☐nein

Wenn ja,welche?

vergleichsnormen

4 Jahre

5 Jahre

6 Jahre

summenwert ist gleichoder

kleiner als

62

69

72

Trifft zu

Trifft

nicht zu

☐ ☐

☐ ☐

☐ ☐

☐ ☐

☐ ☐

DieBezugspersonen/Elternmachen sichhinsichtlichderSprach-

entwicklung ihresKindesSorgen

DasKindhat imVergleich zu anderenKindern

auffällig spät

zu

sprechen angefangen

DasKindhat

keine

Hör-oderSehstörungen (OrganischeFähigkeiten

sind abgeklärt!)

InderFamilie gibtesPersonenmitSprachauffälligkeiten

Orientierungshilfezuses:

beinurDeutsch sprechendenKindern

BeobachtungenderSprache

Grammatik

Trifft zu

Trifft

nicht zu

DasKindbildetnur sehr kurzeSätze (mit ca.3–4Wörtern)

☐ ☐

DasKindbildetSätzemiteinemungebeugtenVerb amEndedesSatzes

(z.B.

„MamaKuchen

essen

)

☐ ☐

DasKindbildetSätzemiteinemVerb anderdrittenStelle imSatz

(z.B.

„Ich Jacke

anziehe

)

☐ ☐

DasKindmachtFehlerbei regelmäßigenMehrzahlformen

(z.B.

„vieleBlum

e

“, „vieleBlum“

)

☐ ☐

DieEndungdes gebeugtenVerbspasstnicht zumSubjekt, sie stimmt

nicht inPersonundAnzahlüberein (z.B. statt

„dieSonne schein

t

bildet

dasKind

„dieSonne schein

en

)

☐ ☐

DasKindbildetmit4 Jahrennoch

keine

Nebensätze

(z.B.mit

„weil“, „dass“, „wenn“

)

☐ ☐

Wortschatz

DasKindhatSchwierigkeiten,passendeWörter fürGegenstände (z.B.

Schaufel

)oderHandlungen (z.B.

fahren

) zu findenoder zu gebrauchen

☐ ☐

DasKindhatSchwierigkeiten,neueWörter zu lernenund sie korrekt zu

verwenden

☐ ☐

DasKindbildet

keine

Neuschöpfungen (z.B. „Stehenbleibe“ für „Bus­

haltestelle“)

☐ ☐

DasKindbenutzt

vielePassePartoutWörter

(machen,Dings)

☐ ☐

Verständnis

DasKind antwortet falsch aufFragen (z.B.:Fachkraft: „Werhatdiretwas

geklaut?“ –Kind: „WasSchönes,mitGlitzer.“)

☐ ☐

Aussprache

DasKindwird von seinerUmgebungnichtodernur schlecht verstanden

☐ ☐

Auswertung

Ein

GesprächmitdenEltern

mitderEmp­

fehlung,eine genaue logopädi­

sche/sprachtherapeutischeDiagnostik

durchführen zu lassen, istdannerforderlich,

wenn:

dieBeobachtungmitSeldakeinen

erhöhten

Unterstützungsbedarf

anzeigtund

beimKind

keineHörstörung

vorliegtund

→dieMehrzahl

der

Beobachtungsfragen

mit

„trifft zu“beantwortetwerden.

15

WasMenschen berührt

//

www.zukunftsministerium.bayern.de

Teil 1: Bedeutsame Verfahren und Instrumente

Hinweise aufeventuelleSprachentwicklungsstörungen (SES)bei

mehrsprachigenKindern

vergleichsnormen

Bis4 Jahre

4–5 Jahre

5–6 Jahre

summenwert istkleiner als

24

29

36

Trifft zu

Trifft

nicht zu

DasKindhateinendringend speziellenFörderbedarf aufgrund

derBeobachtungmitder

Sismik-Kurzversion

NamedesKindes:

GeburtsdatumdesKindes:

Namederpäd.Fachkraft:

Ausgefüllt am:

ErhältdasKindeineTherapie?

☐ ja

☐nein

Wenn ja,welche?

WelcheSprache(n) sprichtdasKind?

1.

2.

3.

SeitwannhatdasKind regelmäßigKontakt zumDeutschen?

☐ vonGeburt an ☐ seitdem1.Lebensjahr ☐ seitdem2.Lebensjahr ☐ seit

Monaten

Wie vieleKinder inderGruppe/Einrichtung sindmehrsprachig?

Anzahl

Wie vieleStunden amTag kommuniziertdasKind inder/denErstsprache(n)

(InderFamilienumgebung+ inderKita-Umgebung) ☐1–2 ☐4–6 ☐mehr

DasKindhat

keine

Hör-oderSehstörungen (Organische

Fähigkeiten sind abgeklärt!)

InderFamilie gibtesPersonenmitSprachauffälligkeiten

Orientierungshilfezuses

beimehrsprachigenKindern

BeobachtungsfragenA,die alleSprachendesKindesbetreffen –Familiensprache(n)undDeutsch

Trifft zu

Trifft

nicht zu

DasKindhatte imVergleich zu anderenKindern inder (den)

Familiensprache(n)

auffällig spät

zu sprechen angefangen

DasKindhatSchwierigkeiten,passendeWörter fürGegenstände

(z.B.

Schaufel

)oderHandlungen (z.B.

fahren

) zu findenoder zu

gebrauchen – inder (den)Familiensprache(n)

DasKind stellt

keine

Fragen

DasKindwird von seinerLebensumgebung

in jeder

Sprache,diees

spricht,

nichtodernur schlecht

verstanden

DasKindmacht inderGrammatikderFamiliensprache(n)

und

im

Deutschen (sieheunten) vieleFehler

BeobachtungsfragenBnur fürKinder,dievordem3.Lebensjahrbegonnenhaben,Deutsch zu

lernen,oderdievonGeburt anmit2Sprachen aufwachsen (Familiensprache(n)undDeutsch)

–Fragen,diedasDeutschebetreffen –

Trifft zu

Trifft

nicht zu

DasKind verwendetmit3 Jahren (oder älter)noch

keine

Artikel

(z.B.

„Auto stehtunten“

)

DasKindbildet sehrhäufigSätzemiteinemungebeugtenVerb ander

zweitenStelle imSatz (z.B. *

„Mama

essen

Kuchen“

)oder amSatzende

(z.B. *

„MamaKuchen

essen

)

DasKindbildethäufigSätzemiteinemVerb anderdrittenStelle imSatz

(z.B. *

„[Jetzt] [derVogel] [ fliegt]“oder *„[Mario] [(indie)Schule] [gehen]“

)

1.Stelle 2.Stelle 3.Stelle 1.Stelle 2.Stelle 3.Stelle

DieEndungdes gebeugtenVerbspasstnicht zumSubjekt, sie stimmt

nicht inPersonundAnzahlüberein (z.B. statt

„dieSonne schein

t

bildet

dasKind *

„dieSonne schein

en

)

DieBezugspersonenmachen sichbei ihremKindSorgenhinsichtlichder

Entwicklungder

Familiensprache(n)

und

desDeutschen

WasMenschen berührt

//

www.zukunftsministerium

.bayern.de

Aufgrund weitreichender Konsequenzen bedürfen

Einschätzungen und Bewertungen der Kompetenzen

eines Kindes durch Tests, Beobachtungsinstrumente

oder Screenings besonderer Verantwortung!

Füllen Sie die Orientierungshilfe daher zusammen

mit Kolleginnen – wenn vorhanden mit einem Fach-

dienst – und den Eltern aus – viele Fragen können

ohne die Eltern nicht beantwortet werden.

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