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gerne Lehrer und habe immer noch

Kontakt zu meinen Schülern, obwohl

das jetzt schon fast 50 Jahre her ist.

Aber irgendwann habe ich gemerkt,

entweder ich muss mit ganzem Herzen

Lehrer sein oder mit ganzem Herzen

Autor. Beides nebeneinander geht ein-

fach nicht und dann habe ich gekün-

digt, habe auf mein festes Gehalt und

auf meine Pension verzichtet und war

ab dem Zeitpunkt freier Autor. Ich

habe es nicht bereut

(lacht)

.

Haben Sie früher gerne Bücher gelesen

oder haben Sie lieber Fußball gespielt?

Beim Fußball war ich nicht so be-

sonders gut, da war ich Verteidiger

in der Schulmannschaft und ich bin

AUSZUG AUS „SCHIEFE MÄRCHEN UND SCHRÄGE GESCHICHTEN“

PECH GEHABT!

Hänsel und Gretel, die gehen durch den Wald.

Es ist schon dunkel und ganz empfindlich kalt.

Hänsel sagt zu Gretel: „Hol doch dein Handy raus

Und ruf mal bei der Hexe an im Knusper-Knäuschen-Haus!

Sie soll schon mal die Heizung ein bisschen höher dreh’n,

wir sind jetzt unterwegs und kommen gegen zehn.

Und nicht schon wieder Plätzchen und Pfefferkuchen fein!

Wir schieben uns viel lieber zwei Curry-Würstchen rein.“

Die Botschaft kam nicht an. Das Hexenhaus blieb kalt.

Denn Gretel fand kein Handy-Netz im tiefen dunklen Wald.

(frei nach Paul Maar, erzählt und gesungen während des Interviews)

oft überspielt worden und das hat mich

dann geärgert und so habe ich noch

weniger Fußball gespielt. Ich war nicht

besonders sportlich, das muss ich zu-

geben, und deswegen habe ich auch

lieber Bücher gelesen.

Hatten Sie als Kind einen Spitznamen?

Ja, merkwürdigerweise hieß ich

Philipp. Die Kinder in der Klasse

haben immer Philipp zu mir gesagt,

ich weiß gar nicht, wie sie auf die

Idee kamen

(lacht).

Haben Sie eine Lieblingsfigur in

Ihren Geschichten?

Ja, es gibt natürlich viele Geschichten

und es ist schwierig, eine Figur

herauszuheben, vielleicht ist es der

Lippel aus dem Buch „Lippels Traum“,

der eigentlich Philipp heißt, aber

Lippel genannt wird. Den mag ich

besonders gerne und er hat auch

viel von mir, weil ich als Kind auch

immer ein Träumer war.

Welche Art Bücher lesen Sie heute

noch gerne? Krimis, Kinderbücher?

Kinderbücher lese ich eigentlich

selten. Man hat nicht so viel Zeit als

Erwachsener oder als Schriftsteller,

wenn man selber etwas tut, dann

liest man nicht unbedingt die Bücher,

die für Kinder bestimmt sind, son-

dern ich lese Bücher für Erwachsene,

Romane.

14 | Schule & wir |

Sams-Erfinder Paul Maar zum 80. Geburtstag im Interview mit Grundschülern