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elbst Experten geraten sich bei

dieser Frage in die Haare: Sind

die elektromagnetischen Felder,

die von Handys ausgestrahlt

werden, ein gesundheitliches Risiko?

Dazu gibt es zahlreiche Studien und

Gegenstudien, doch wer sie liest, gerät

nur noch mehr inVerwirrung. Sicher ist

zunächst eines: Elektromagnetische

Strahlung führt zu einer Erwärmung

von Körperzellen.

Experimente haben gezeigt, dass ge-

sundheitlicheWirkungen auftreten

können, wenn sich einzelne Körperbe-

reiche oder das gesamte Körpergewebe

um mehr als 1°C erwärmen. Bei Über-

schreiten diesesWertes über einen län-

geren Zeitraum können Stoffwechsel

und Nervensystem gestört werden. Un-

ter extremen Bedingungen kann sich

beimAuge grauer Star entwickeln.

Dieser „thermische Effekt“ ist wissen-

schaftlich belegt. Moderne Handys ar-

beiten jedoch mit so geringer Sendeleis-

tung, dass eine Überwärmung des Kör-

pergewebes nahezu ausgeschlossen ist.

Heiß diskutiert wird derzeit noch die

„nicht-thermischeWirkung“ auf den

menschlichen Organismus. Mobiltele-

fone senden mit 217 Funkblitzen pro

Sekunde. Diese so genannte „gepulste

Strahlung“ hat einen Einfluss auf Kör-

perzellen und Gehirn – das ist durch

Tierversuche bereits belegt. Die Frage

ist nur, ob die Strahlung auch den Men-

schen krank macht.Von Schlaflosigkeit

und Stimmungsschwankungen ist die

Rede, von Nervosität und Muskelver-

spannungen, sogar Herzrhythmus-

Handys in Kinderhand

Machen Handys unsere Kinder krank? Eine Frage, die

derzeit niemand abschließend beantworten kann.

Eines kann man aber tun: sich vor zu viel Strahlung schützen.

Können Handys Krebs

auslösen?

S

störungen, genetische Defekte und

Krebs sind im Gespräch.

Krebs wird meist durch zahlreiche Fak-

toren ausgelöst – selten ist nur einer

allein dafür verantwortlich. Ob eine

dauerhafte Belastung durch elektroma-

gnetische Felder von Handys zurTu-

morentstehung oder -entwicklung bei-

trägt, kann niemand mit Bestimmtheit

sagen. Da der Handyboom erst ein paar

Jahre dauert, fehlen Erfahrungen über

einen längeren Zeitraum. Expertengre-

mien wie die Strahlenschutzkommissi-

on in Deutschland oder die britische

Stewart-Gruppe kommen nach sorgfälti-

ger Bewertung aller bisher abgeschlosse-

nen Studien zu dem Ergebnis, dass

Handys – wenn überhaupt – nur unwe-

sentlich zur Krebsentstehung beitragen.

Ob die Handybenutzung andere Ge-

sundheitsprobleme wie Kopfschmer-

zen, Schlafstörungen,Tinnitus oder

Herzrhythmusstörungen hervorrufen

kann, wollen Mediziner derzeit nicht

ausschließen. Aber in keiner der vielen

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Foto: julia fisher/getty