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Was gilt für den Übergang vom Kindergarten zur

Grundschule?

Dieser Übergang ist eine großeVeränderung. Das Kind

definiert sich neu: „Jetzt bin ich ein Schulkind.“ An

die Stelle der Spielwelt tritt die Lernwelt, Freunde ge-

hen verloren, neue müssen gewonnen werden, derTa-

gesablauf in der Familie wird anders. Bisher versuchten

wir, den Übergang möglichst gleitend zu gestalten.

Doch die Praxis zeigt: Es

bleiben Brüche. Im neuen

Bildungsplan haben wir

einen anderen Ansatz: Es

gilt, die Kinder zu stärken

und ihnen zu vermitteln,

dass derWechsel in die

Grundschule eine Her-

ausforderung ist, die sie

bewältigen können. Die

Bewältigung von Über-

gängen ist eine Grund-

kompetenz für das Leben,

das ja voller Umbrüche ist.

7

– 4 02

z

E

Wie sieht der Fahrplan für die Umsetzung des

Bildungs- und Erziehungsplanes aus?

Im Sommer 2003 soll eine erste Fassung vorliegen.

2003/2004 haben dann die Erzieherinnen die Mög-

lichkeit, ein Jahr lang mit diesem Entwurf Erfahrun-

gen zu sammeln.Anschließend wird die Fachkom-

mission die Ergebnisse prüfen und den Plan überar-

beiten. Im Jahr darauf wollen wir ihn in einer Reihe

von Kindergärten systematisch testen und einen

Vergleich mit Kindergärten ziehen, die nicht nach

diesem Plan arbeiten. Im Jahr 2005/2006 könnte

der Bildungsplan dann für alle Einrichtungen gelten.

Noch ein Wort an die Eltern?

Ich möchte allen Eltern empfehlen, sich nicht als

Kunden des Kindergartens zu begreifen, sondern als

Mitgestalter. Sie wirken gemeinsam mit dem Kin-

dergarten am Bildungsprozess ihrer Kinder mit.

Und zweitens: Bewerten Sie ein Kind nicht imVer-

gleich mit anderen Kindern oder seinen Geschwis-

tern. Respektieren Sie die Unterschiede und bauen

Sie auf die Stärken Ihres Kindes.

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fotos: daniel biskup

So fördern

Eltern

die Sprach-

entwicklung

Von Geburt an auf die Kom-

munikation mit dem Kind

achten. Die Sprachentwick-

lung beginnt lange vor dem

ersten selbst gesprochenen

Wort.

Gemeinsam Bilderbücher be-

trachten – das erweitert den

Wortschatz.

Gedichte, Lieder oder Reime

schaffen ein Bewusstsein für

den Klang der Sprache und für

die einzelnen Laute.

Dem Kind Geschichten er-

zählen und vorlesen – das

macht neugierig auf eigenes

Lesen.

Das Kind erzählen lassen –

von den Erlebnissen im Kin-

dergarten, in der Schule, von

seinen Träumen etc.

Das Kind durch Nachfragen

dazu bringen, sorgfältig und

genau auszudrücken, was es

sagen will.

Bücher auswählen, die den In-

teressen des Kindes entspre-

chen. Bücher lesen fördert die

geistige Aktivität und Fanta-

sie mehr als Fernsehen und

Videos.

Sich über Bücher und Filme

unterhalten.

W. Griebel/

R. Niesel:

Abschied

vom Kinder-

garten – Start

in die Schule,

Don Bosco

Verlag, Mün-

chen 2002

www.familien-

handbuch.de

Weitere

Informationen:

Bildungspolitik