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ie bayernwei-

ten Regio-

nalkongresse

der beiden

letzten Jahre

haben es gezeigt: Die

Reaktionen sind äußerst

positiv, wenn das Kultus-

ministerium die Amtsstu-

ben verlässt und sich als

bürgernahe Behörde prä-

sentiert. Anlass genug,

auch außerhalb der Bil-

dungskongresse bei der

Öffentlichkeitsarbeit

neueWege zu gehen.

Eine erste Gelegenheit

bot die Unterfranken-

messe (Ufra) Ende Sep-

tember dieses Jahres in

Schweinfurt, die in der

Region großen Zulauf

hat. Schon seit Jahren

nehmen an ihr – neben

den übrigen Ausstellern –

andere bayerische Minis-

terien teil. Nun beteiligte

sich, ebenso wie der

Bayerische Landtag, zum

ersten Mal auch das Kul-

tusministerium mit ei-

nem eigenen Stand an

der Ufra.

Im Mittelpunkt stand die

persönliche Beratung

durch Fachleute der

Staatlichen Schulbera-

tungsstelle inWürzburg.

Sie und Mitarbeiter aus

dem Ministerium gaben

Antwort auf alle Fragen

rund um das Thema

„Schule“. Darüber hin-

aus konnten sich die

gen undVereinbarungen oft nur kurze Zeit

vor. Sie müssen immer wieder nachdrück-

lich, aber möglichst ruhig wiederholt wer-

den. Schuldgefühle der Erwachsenen, weil

sie als Erzieher versagen, oder gegenseitige

Schuldzuweisungen helfen nicht weiter.

Trotz fester Strukturen und klarer Regeln wird das

Kind immer wieder dagegen verstoßen. Soweit nie-

mand darunter leidet, ist es bisweilen besser, das Stör-

verhalten zu ignorieren, anstatt ständig zu ermahnen.

Jedes ordentlicheVerhalten – für andere eine Selbst-

verständlichkeit, für diese

Kinder aber eine große

Leistung – sollte sofort

gelobt werden.

Eltern und Lehrer gera-

ten leicht in Gefahr, sich

nur noch auf die „Unar-

ten“ des Kindes zu fixie-

ren. Deshalb ist es wich-

tig, dem gegenzusteuern

und sich die positiven Sei-

ten ins Bewusstsein zu ru-

fen. Das gibt Kraft für die

tägliche Erziehungsarbeit

und tut dem Selbstwert-

gefühl des Kindes gut.

Da ADS in ganz unter-

schiedlicher Ausprägung

auftritt, gibt es keine star-

ren Richtlinien, wie

Lehrkräfte im Unterricht

auf die besondere Situa-

tion dieser Kinder einge-

hen sollen. Es bieten sich

jedoch viele Möglichkei-

ten an: Art und Umfang

der Übungsaufgaben oder

Hausaufgaben, der Einsatz

eines Computers als

Schreibgerät, die Form

der Leistungserhebung,

z.B. vermehrte mündliche

Prüfungen.Auch ein

Zeitzuschlag bei Prüfun-

gen ist denkbar.*

5

– 4 02

z

E

Bürgerinnen und Bür-

ger über das Konzept

und die Ergebnisse der

PISA-Studie eingehend

informieren. Neben

Schautafeln war als be-

sonderer Blickfang ein

historisches Klassenzim-

mer samt Schultafel aus

dem Jahre 1932 einge-

richtet, das zu bestimmten

Zeiten von Schülern –

ebenfalls in historischer

Kleidung – aus Schwein-

furter Schulen „belebt“

wurde.Als Kontrast dazu

diente eine moderne

elektronischeTafel, auf

der den staunenden Be-

suchern die vielfältigen

Einsatzmöglichkeiten im

Unterricht demonstriert

wurden.

Angesichts des großen

Echos ist deshalb geplant,

neben der Bildungsmesse

vom 31. März bis 4.April

2003 in Nürnberg an

weiteren regionalen

Messen teilzunehmen.

D

Viel Lob

Stärken beachten

Pädagogischer

Spielraum

foto: erich biebl

Eine Behörde

kommt zumBürger

DAS KULTUSMINISTERIUM

Information

A

ufmerksam-

keits

D

efizit-

S

yndrom (ADS)

Die Ursache für ADS ist

hauptsächlich biologisch fass-

bar: Botenstoffe des Gehirns –

so genannte Neurotransmitter

– werden zu rasch und zu in-

tensiv abgebaut. Daher ist die

Übertragung von Information

gestört oder erfolgt nicht, was

zu Konzentrationsschwäche,

erhöhter Impulsivität oder

auch zu Überaktivität führen

kann. Ungünstige familiäre

Verhältnisse verschärfen die

Störung. Man schätzt, dass

etwa 5 Prozent aller Kinder

und Jugendlichen von ADS

betroffen sind.

Wenn ein Kind massive und

länger dauernde Auffälligkei-

ten zeigt, empfiehlt sich zu-

nächst das Gespräch mit Kin-

dergärtnerinnen bzw. Lehrern

und der Gang zum Haus- oder

Kinderarzt. Für eine differen-

zierte Diagnose von ADS ist in

der Regel ein Kinder- und Ju-

gendpsychiater erforderlich.

Die Behandlung ist sehr indi-

viduell und richtet sich nach

der Schwere der Störung.

Empfehlenswerte Literatur:

E. Aust-Claus, P.-M. Hammer:

Das A.D.S.-Buch, Oberste-

Brink Verlag 1999

M. Döpfner u.a.: Ratgeber

Hyperkinetische Störungen,

Hogrefe Verlag 2000

Informationen zusammen-

gestellt von Dr. Roland

Albert, Facharzt für Kinder-

und Jugendpsychiatrie und

-psychotherapie, Rathsber-

ger Str. 10, 91054 Erlangen,

Fax: (0 91 31) 97 63 78