Table of Contents Table of Contents
Previous Page  4 / 20 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 4 / 20 Next Page
Page Background

ihrer Beeinträchtigun-

gen ihr Potenzial meist

nicht ausschöpfen. Da-

mit sie im Unterricht bes-

sere Leistungen errei-

chen und das

Leben für sie

und ihre Mitmenschen leichter wird, haben sich fol-

gende Strategien bewährt.

Eltern und Lehrer von aufmerksamkeitsgestörten Kin-

dern kämpfen mit den gleichen erzieherischen Proble-

men. Deshalb ist es wichtig sich auszutauschen:Wel-

che Situationen sind besonders schwierig?Was klappt

gut?Worauf spricht das Kind an?Wenn Eltern und

Lehrer sich auf bestimmteVorgehensweisen einigen,

steigen die Chancen,Verbesserungen zu erreichen.

Für die Lehrkräfte ist es außerdem eine große Hilfe,

wenn die Eltern sie über Diagnose und ärztliche Be-

handlung des Kindes informieren. Dass darüber Still-

schweigen zu wahren ist, gehört zum vertrauensvollen

Umgang zwischen Eltern und Lehrern. Muss das Kind

während des Unterrichts regelmäßig Medikamente

nehmen, sollten die Eltern die Lehrkraft bitten, auf die

pünktliche Einnahme zu achten.

Ein Kind mit einer Aufmerksamkeitsstörung kann sich

nicht selbst ausreichend steuern. Es braucht deshalb

Vorgaben von außen – mehr als andere Kinder. Durch

ein geordnetes Umfeld, klare Zeitabläufe, kleine Ar-

beitsschritte, feste Rituale können Eltern und Lehrer

dem Kind quasi ein „Stützkorsett“ gegen das innere

Chaos geben.

Eltern und Lehrer brauchen einen langen Atem. Denn

selbst bei gutemWillen des Kindes halten Ermahnun-

– 4 02

4

z

E

*Eine Vielzahl von Vorschlägen finden sich in: Staatsinstitut für Schulpädagogik und

Bildungsforschung (Hg.): Aufmerksamkeitsgestörte, hyperaktive Kinder

und Jugendliche im Unterricht (Handreichung für Lehrkräfte), Auer Verlag

3

2000.

arkus schaukelt auf seinem Stuhl, setzt sich

verkehrt herum, legt sich auf denTisch,

läuft durch den Raum. Ermahnungen, sich

ruhig zu verhalten, zeigen keineWirkung. Sobald die

Lehrerin eine Frage stellt, schreit Markus die Antwort

hinaus. Das Arbeitsblatt hat er nach wenigen Minuten

„fertig“.Allerdings herrscht darauf das reinste Chaos.

Anders als Markus macht die kleineVera zwar nicht

ihren Mitmenschen das Leben schwer.Aber auch sie

hat größte Mühe, sich auf eine Sache zu konzentrie-

ren. Geistesabwesend träumt sie vor sich hin, tausend

Gedanken schwirren durch ihren Kopf.AuchVeras

Arbeitsblatt bleibt halb leer. Und bei beiden Kindern

werden die Hausaufgaben zur täglichen Qual – für

sie und ihre Eltern.

Kinder mit einer Aufmerksamkeitsstörung (ADS)

springen von einer Aktivität zur anderen, führen

nichts zu Ende, sind leicht ablenkbar. Ihre Leistungs-

fähigkeit unterliegt starken Schwankungen. Oft ist

die Feinmotorik der Kinder beeinträchtigt und das

Schriftbild chaotisch.Vor allem wenn die Aufmerk-

samkeitsstörung mit Hyperaktivität einhergeht, ecken

die Kinder schnell an. Denn sie wollen stets im Mit-

telpunkt stehen und sich an keine Spielregeln halten.

Manche wirken aufbrausend und aggressiv, zeigen

Überreaktionen, weil sie Mimik und Gestik anderer

Personen nicht richtig einschätzen können. Oft ist

ihr Selbstwertgefühl wegen Misserfolg und Ableh-

nung stark angeschlagen.

Grundsätzlich sind diese Kinder jedoch nicht we-

niger begabt als andere.Allerdings können sie wegen

Für Kinder, die an einer

Aufmerksamkeitsstörung lei-

den, ist die Schule oft ein

großes Problem. Zusammen

können Lehrer und Eltern

die Situation verbessern.

Schulprobleme

Kopf

im

H

Enger Kontakt

Strukturen schaffen

Große Geduld

M

foto: bertram wagner