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E

n der Ausgabe EZ 2/02 veröffentlichten

wir im Rahmen eines Artikels über das

Eltern-Lehrer-Gespräch 10 Goldene

Regeln für Eltern, die auf große Resonanz

stießen. Unter anderem schickte uns eine

Mutter, die zwei Söhne im Alter von 12

und 17 Jahren hat, folgenden Brief:

„Ihre 10 Goldenen Verhaltensregeln für

Eltern haben mich dazu animiert, im

Sinne der Gleichberechtigung und im

Blick darauf, dass Eltern wie Lehrer am

gleichen Strang ziehen sollten, ebenfalls

10 Goldene Regeln für Lehrer aufzustel-

len. In der Regel kommen Eltern in die

Elternsprechstunde, um etwas über ihr

Kind und sein Lernverhalten ... in der

Schule zu erfahren, um im einen oder an-

deren Fall helfend eingreifen zu können.

Das ist in vielen Fällen gar nicht möglich,

weil es um Kompetenzgerangel geht ...

Um ein besseres Miteinander in der El-

ternsprechstunde zwischen Eltern und

Lehrern zu erreichen, sollten nicht nur

Regeln für Eltern aufgestellt werden,

sondern auch für Lehrer ..."

Ungeachtet der Tatsache, dass viele Leh-

rerinnen und Lehrer Tag für Tag vertrau-

ensvoll mit den Eltern zusammenarbei-

ten, haben wir beschlossen, die Regeln

der engagierten Mutter auf dieser Seite –

leicht gekürzt – zu veröffentlichen. Wir

wissen, dass viele Lehrkräfte auch einen

Blick in unsere Elternzeitschrift werfen,

und hoffen deshalb, dass diese Aus-

führungen dazu beitragen, Eltern-Lehrer-

Gespräche weiter zu verbessern.

Elternsprechstunde

GoldeneRegeln für Lehrer

Die Ausgabe EZ2/02 enthielt

10 Goldene Regeln, die Eltern in der

Sprechstunde beherzigen sollten.

I

Kämpfen Sie nicht

gegen Eltern, suchen Sie

im Gegenteil das Mitei-

nander.

Vermeiden Sie es, El-

tern das Gefühl zu vermit-

teln, sie wären nicht fähig,

ihre Kinder richtig zu er-

ziehen. Denken Sie daran:

Niemand kann Ihnen

mehr über das Kind, seine

Entwicklung, Neigungen,

Ängste, Gaben berichten

als seine Eltern. Nutzen

Sie das subjektive Denken

der Eltern, um das Kind

objektiv einschätzen zu

können.

Berichten Sie über gute

und schlechte Freund-

schaften, über das Verhal-

ten des Kindes gegenüber

seinen Mitschülern und

Lehrern und: Berichten

Sie vor allem über Verän-

derungen. Das müssen El-

tern wissen und das dient

als vorbeugende Maß-

nahme gegen schlechten

Einfluss und Sucht.

Berichten Sie den El-

tern ausführlich über das

Verhalten des Kindes im

Unterricht – über seine

Konzentrationsfähigkeit,

seine Ausdauer, seine Auf-

nahmefähigkeit, seinen

Willen zum Lernen, seine

mündlichen und schriftli-

chen Leistungen und was

Sie zu deren Verbesserung

empfehlen.

Haben Sie keine Angst

vor Eltern. Auch hinter ei-

nem grimmigen Gesicht

steckt ein Mensch. Vor-

teilsdenken ist sicher

manchen Eltern zu eigen,

aber längst nicht allen.

Vermeiden Sie Vorhal-

tungen wie „Er meldet

sich zu wenig“ oder „Un-

ter der Schulbank herrscht

immer Chaos“. Einerseits

ist es die Sache des Leh-

rers, ein Kind in den Un-

terricht mit einzubezie-

hen, andererseits kann

zwar die Schlampigkeit im

Schulranzen von Eltern

beeinflusst werden – die

unter der Schulbank aber

nicht.

Erwarten Sie keinen

perfekt funktionierenden

Musterschüler. Nicht alle

Kinder sind gleich. Man-

che sind eben schwieriger

– warum auch immer.

Eine Möglichkeit mehr für

den Lehrer, sein „Know

how“ freundlich und ge-

duldig einzusetzen.

Hören Sie zu. Um dem

Kind den größtmöglichen

schulischen Nutzen zu-

kommen zu lassen, muss

man erst etwas über das

Kind erfahren.

Eltern sind auch Men-

schen und erwarten eine

gute und freundschaftli-

che Zusammenarbeit –

zum Besten des Kindes.

Erwarten Sie keine fer-

tigen Lösungen – nicht

von den Eltern und nicht

von sich selbst. Manchmal

hilft es, darüber zu schla-

fen und einen zweiten

Termin zu vereinbaren.

foto: anja gindele