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ine gute Schule beruht auf

dem Engagement von Leh-

rern, Schülern und Eltern.

Das geschieht im täglichen

Umgang auf vielfältige

Weise. Darüber hinaus gibt

es aber für das Zusammen-

spiel der drei „Parteien“ auch eine ei-

gene Einrichtung – das Schulforum.

Dieses Gremium besteht an allen Schu-

len, an denen es auch einen Elternbeirat

gibt, ausgenommen die Grundschulen.

Das Schulforum setzt sich aus insge-

samt neunVertretern von Lehrern,

Schülern und Eltern zusammen. Jede

Gruppe ist durch drei Personen reprä-

sentiert. Zu den Mitgliedern gehören:

der Schulleiter sowie zwei weitere von

der Lehrerkonferenz gewählte Lehrer,

der Elternbeiratsvorsitzende sowie zwei

weitere Elternbeiräte und schließlich

der Schülerausschuss, d.h. die von der

Klassensprecherkonferenz gewählten

drei Schülersprecher. DenVorsitz hat

der Schulleiter.

KlassischeThemen, mit denen sich

das Schulforum bislang befasste, waren

z.B. die Hausordnung und Pausenrege-

lung, die Sicherung des Schulwegs und

dieVerhütung von Unfällen, Baumaß-

nahmen, Schulveranstaltungen und

Schulsozialarbeit. Die Rolle des Schul-

forums bestand darin zu beraten,

Stellung zu nehmen, Empfehlungen

abzugeben und gegebenenfalls zu ver-

mitteln.

Allerdings wurden damit, gerade im

Hinblick auf die innere Schulentwick-

lung, die Möglichkeiten des Schul-

forums bei weitem nicht ausgeschöpft.

Denn wo sonst, wenn nicht in diesem

Gremium, können Schüler, Lehrer und

Eltern gemeinsam für die Qualität ihrer

SchuleVerantwortung übernehmen?

Eine Stärkung der Kompetenzen des

Schulforums war deshalb für Kultusmi-

nisterin Monika Hohlmeier ein persön-

liches Anliegen.

Durch eine Änderung des Bayeri-

schen Erziehungs- und Unterrichtsge-

setzes (BayEUG) wurde nun mit Be-

ginn des neuen Schuljahres der rechtli-

che Rahmen für das Schulforum

deutlich weiter gesteckt. Das Gremium

Mitsprache

Eine kleine Gesetzesänderung,

die es in sich hat: Seit diesem

Schuljahr sind die Kompetenzen

des Schulforums gestärkt.

Mehr

rechte

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NeuesVetorecht

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z

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muss sich künftig nicht mehr nur darauf

beschränken zu beraten und zu emp-

fehlen, sondern besitzt nun auch eine

Entscheidungsbefugnis (vgl.Art. 69),

die mit den Rechten der anderen schu-

lischen Gremien – Elternbeirat, Leh-

rerkonferenz und Schulleitung – abge-

stimmt ist.

Künftig geht es also bei folgenden

Themen nicht mehr ohne die Zu-

stimmung des Schulforums: bei der

Hausordnung, der Pausenordnung und

-verpflegung, bei Leitlinien für Schul-

veranstaltungen und – sehr wichtig –

bei der Entwicklung eines Schulprofils.

Entscheidungen sind hier immer im

Einvernehmen mit dem Schulforum

zu treffen. Das heißt umgekehrt, dass

dieses Gremium auch seinVeto einlegen

kann, wenn es mit einemVorschlag

nicht einverstanden ist. Es wird daher

noch mehr als bisher darauf ankommen,

gemeinsam nach Lösungen zu suchen,

die von möglichst vielen Seiten getra-

gen werden. Falls alle Stricke reißen

und in angemessener Zeit keine einver-

nehmliche Lösung gefunden wird, muss

die Schulaufsichtsbehörde, d.h. die

nächsthöhere Instanz, entscheiden.

foto: sabrina schlegel