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Aufdem

Wegzur

Mufter·

sprache

Aussiedler sind Deut–

sche, denen im Osten

oft sogar der Gebrauch

der deutschen Sprache

verboten war. Nach der

Ankunft im freien We–

sten hilft ihnen nur in–

tensiver Unterricht, die–

se schwere Benachteili-–

gung zu überwinden.

Moderne technische

Einrichtungen sind da–

bei unentbehrlich. Das

Bild links zeigt Aussied–

lerkinder im Sprachla–

bor der Förderschule

Neu-Uim

Deutsche

lernen

Deutsch

Mit der Sprache verschwinden

auch deutsche Denk-, Gefühls–

und Verhaltensweisen, zumal

die Erziehung in den Schulen

vielfach Züge einer fanatisch

antideutschen

Indoktrination

trägt.

Mit nur geringfügigen Unter–

schieden bietet sich letzlieh

überall das gleiche Bild: Die in

den kommunistischen Ländern

des Ostens zurückgebliebenen

oder dort zurückgehaltenen

Deutschen bleiben Menschen

zweiter Klasse, solange sie

nicht bereit sind, ihr Volkstum,

ihre Sprache und angestammte

Nationalität aufzugeben. Den

Höhepunkt erreichen die Schi–

kanen in der Regel dann, wenn

der Ausreiseantrag gestellt

wird. Es gibt Fälle, in denen er

zwanzig, dreißig Jahre lang ab–

gelehnt wird. Vor dem 8. An–

lauf schafft es kaum einer.

Nicht selten folgt dem Aus–

reiseantrag die Entlassung am

Arbeitsplatz, die Degradierung

vom Facharbeiter zum Hand–

langer. Jeder, der die -Absicht

äußert, das Land zu verlassen,

der stempelt sich sozusagen

amtlich zum Gegner des Regi–

mes und wird dafür bestraft.

Wer wissen will, wo heute die

wohl grausamste Unterdrük–

kung einer ethnischen Minder–

heit sich abspielt, der braucht

nicht bis zur Diskriminierungs–

politik ferner Kontinente abzu–

schweifen. Es gibt zahlreiche

Schauplätze, die uns näher lie–

gen. Leider liest man darüber

gerade in unserer "kritischen"

Presse kein Wort. Dabei leben

die Opfer und Augenzeugen

mitten unter uns.

Nur wer die Zustände in den

Herkunftsländern kennt,

ver–

steht die Schwierigkeiten, die

die deutschen Ostaussiedler

nach dem Eintreffen im Westen

haben. Vor allem ihre Kinder

kommen in ein Vaterland, des–

sen Muttersprache sie nicht be–

herrschen. Sie kommen in eine

Heimat, die ihnen so fremd ist,

wie sonst nichts auf der Welt.

Doch haben sie erst einmal die

Ausreise geschafft, erfüllt sich

ein Lebenstraum. Sie atmen

auf, blicken vertrauensvoll in

die Zukunft: "Endlich sind wir

hier! Jetzt wird alles gut!"

Wird tatsächlich alles gut?

Gelingt der Anschluß an drei–

ßig versäumte Jahre, an eine

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