Table of Contents Table of Contents
Previous Page  16 / 24 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 16 / 24 Next Page
Page Background

Die Schulbuchexperten prüfen

nicht nur, sie geben auch Rezepte,

wie man Schwächen kuriert.

.

Was im Schulbuch steht,

Fortsetzung von Seite 15

Wurzel packen, alle Großkon–

zerne knacken! " Diese Beispie–

le sind nicht erfunden. Sie

stammen aus Schulbüchern,

ebenso wie der folgende Text:

" . .. Einmal am Tag laut Schei–

ße sagen, dann geht es euch

gut. Einmal am Tag eine Wand

vollschmieren, dann geht es

euch gut- weitersagen, weiter–

machen . . ."

in Bayern haben solche

Drucksachen keine Aussicht

auf Zulassung. Noch gelten

Haßtiraden gegen die Eltern,

Unternehmerhetze, Kampf ge–

gen Staat und Religion nicht als

Bildungsziele. Darum müssen

immer wieder Schulbücher

auch deshalb abgelehnt wer–

den, weil sie die Kinder einsei–

tig negativ beeinflussen . Texte,

die gegen unsere demokrati–

sche Ordnung agitieren oder

Anarchie predigen, gehören

nicht ins Schulbuch .

muß sich mit dem Lehrplan decken.

Wer dies als Zensur verket–

zert, streut sich und anderen

Sand in die Augen. Denn nie–

mand verbietet hierzulande

einem Verlag, Bücher mit de–

struktivem Inhalt zu veröffentli–

chen. Jeder kann sie, wenn er

will, in den Buchhandlungen

kaufen. Der Staat nimmt sich

Wer das Pensum beherrscht,

braucht vor der Prüfung

nicht zu zittern.

16

lediglich die Freiheit, solche

Druckerzeugnisse nicht mit

Steuergeldern auch noch für

den Schulgebrauch einzu–

führen .

Ein anderer Einwand: Wäre

es nicht von Vorteil, der Staat

ließe gleich in eigener Regie

Schulbücher schreiben und

drucken? Gutachter und Zulas–

sungs-Prozedur fielen dann

weg. Aber das amtliche Ein–

heitslehrbuch, das dadurch

zwangsläufig entstünde, würde

das Ende der Freiheit, der Viel–

falt, der AÜswahlmöglichkeit

auf dem Schulbuchmarkt be–

deuten. Konkurrenz aber belebt

nicht nur das Geschäft, sie hebt

vor allem auch die Qualität.

Und die kommt letztlich immer

den Kindern zugute.

Wie groß ist eigentlich die

Chance für ein neues Schul–

buch, das Klassenziel zu errei–

chen, die TÜV-Plakette " lerr

mittelfrei zugelassen" zu erhal–

ten? Die Hälfte der 1700 im

letzten Schuljahr eingereichten

Titel schaffte die Hürde. 200

wurden wegen offensichtlicher

formaler Mängel gar nicht erst

ins Prüfungsverfahren aufge–

nommen. Oie restlichen 650

wurden abgelehnt oder zur

Umarbeitung an die Verlage

zurückgegeben. Man sieht:

Den Schulbüchern wird in Bay–

ern nichts geschenkt. Die Zu–

lassung erhalten nur solche, die

es tatsächlich verdienen . Den–

noch bleibt ein sehr großes An–

gebot zur Auswahl. Im Amts–

blatt Nr. 9 des bayerischen Kul–

tusministeriums vom Juni 1980

ist es nachzulesen. Die ein–

drucksvolle Liste umfaßt auf

133 engbedruckten Seiten DIN

A 4 rund 4000 Titel.

Das allerletzte Wort darübe ,

welche Bücher von den 4000

zugelassenen am Ende in die

Hand der Schüler gelangen,

sprechen aber die Fachlehrer.

Für den Unterricht wird ihnen

nämlich kein bestimmtes Buch

aufgezwungen. Aus der Fülle

des Zulassungsverzeichnisses

wählen sie die für ihre Arbeit

am besten geeigneten Bücher

aus - ein Verfahren, dem der

Erfolg recht gibt.

Damit vor lauter schulischer

Pflichtlektüre aber die private

Lust am Lesen nicht zu kurz

kommt, stellt S

&

W auf der fol–

genden Seite .noch Empfeh–

lungsverzeichnisse für gute Ju–

gendliteratur vor. Diese be–

währten Ratgeber helfen Eltern,

für ihre Kinder spannende, un–

terhaltsame und lehrreiche Bü–

cher als Freizeitlektüre auszu–

wählen.

e