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7

– 2 07

werteerziehung

m vergangenen Jahr gab es an deut-

schen Schulen einige Vorkommnisse,

die die Öffentlichkeit gehörig auf-

schreckten. Es wurde offenkundig, dass

sich manche Überzeugungen der jungen

Generation gegenüber denen der Er-

wachsenen deutlich verändert hatten.

Als Folge gab es nach heftigen Diskussio-

nen über das Warum und Weshalb den

Ruf nach einer neuen Wertedebatte.

Denn was „gut“, „richtig“ oder

„falsch“ ist – darüber gibt es in der heuti-

gen pluralistischen Gesellschaft nicht von

vornherein eine einheitliche Meinung.

Im Dialog zwischen Eltern, Lehrern und

Schülern kann jedoch an der einzelnen

Schule ein spezifischer Wertekonsens

erreicht werden. Umfassen könnte er z.B.

folgende Bereiche:

religiöse/ethische Orientierungsfähigkeit

Toleranz, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft,

Fairness, Disziplin

Teamfähig-

keit, Kreativität,

Zivilcourage

Zuverlässigkeit,

Leistungsbe-

reitschaft, Selb-

ständigkeit und

Verantwortungs-

bewusstsein.

Kultusminister

Siegfried Schneider

nahm die Diskus-

sion zum Anlass,

eine Initiative „zur

werteorientierten

I

und Projekte mitzuteilen, um

eine Zusammenschau und Ideenbörse

entstehen zu lassen,

den innerschulischen Dialog über diese

Thematik zu intensivieren und

durch gezielte Aktionen eine positive

Resonanz in den Medien zu erreichen.

Aus den vielen Bewerbungen wurden

neun Schulen ausgewählt, deren Projekte

der Öffentlichkeit gut vermittelt werden

können. Zu den gezielten Aktionen ge-

hört der Besuch von Schulen durch Mit-

glieder des Bayerischen Kabinetts. Unter-

stützt werden sie dabei von Prominenten

– Sportlern, Künstlern, Sängern usw.

Der Auftakt fand im März dieses

Jahres am Gymnasium Starnberg statt.

Ministerpräsident Edmund Stoiber und

Kultusminister Siegfried Schneider war-

ben mit ihrem Besuch an der Schule für

die neue Aktion. Unterstützt wurden sie

dabei von Prominenten wie Herzchirurg

Prof. Bruno Reichart und Rockidol Peter

Maffay.

Kultusminister Siegfried Schneider

warb in seiner Rede abschließend um die

Unterstützung der Eltern: „Sie tragen die

größte Verantwortung bei der Vermitt-

lung von Wertorientierung. Deshalb sind

sie auch die wichtigsten Erziehungspart-

ner der Schulen.“

Junge Menschen brauchen Orientierung. Helfen

können hier Elternhaus und Schule. Die Bayerische Staats-

regierung unterstützt sie mit einer neuen Initiative.

Persönlichkeitserziehung“ an den Schulen

ins Leben zu rufen. Das Motto: „Werte

machen stark.“ Denn neben dem natür-

lichen Recht der Eltern auf Erziehung

stehen auch die Schulen in der Pflicht. In

Art. 131 Abs.1 der Bayerischen Verfassung

heißt es dazu, dass sie nicht nur Wissen

und Können zu vermitteln, sondern auch

„Herz und Charakter“ zu bilden haben.

Zu Beginn der Aktion im Herbst letzten

Jahres wandte sich Kultusminister Schnei-

der in einem Schreiben an die Schulen.

Darin bekräftigte er, dass bereits an vielen

Schulen in vorbildlicher Weise Werteer-

ziehung geleistet werde. Dies, so der Mi-

nister, zeige sich z.B. in den Schulprofilen,

Schulverfassungen und -vereinbarungen

zwischen Schülern, Eltern und Lehrern.

In seinem Schreiben erläuterte der

Kultusminister auch, dass er mit seiner

Aktion das Ziel habe, dieses Engage-

ment einer breiten Öffentlichkeit

bekannt zu machen. Er forderte

deshalb die Schulen

auf, dem Ministe-

rium gute Ideen

Prominente Zugpferde

Schulen in der Pflicht

Projekte, bei denen die Werteerziehung im Mittelpunkt steht,

gibt es an vielen Schulen. Das Gymnasium Starnberg ist ein Beispiel dafür.

foto: privat