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Woraus bestehen unsere Lebensmittel

und woher kommen sie? Hier auf dem

Hof wird die Arbeit der Landwirte sicht-

bar. Wenn das den Schülern bewusst

wird, dann schätzen sie Lebensmittel

mehr.“

Inzwischen zieht die zweite Gruppe mit

Schubkarre und Schaufel nach draußen

zum Silo. Warum denn kein Gras oder

Heu verfüttert wird, will Steffi Artner,

die fest auf dem Hibsch-Hof angestellt

ist, von den Kindern wissen. Die Schüler

lernen, wie Silage entsteht und haltbar

für den Winter gemacht wird. Vollbela-

den gehen sie zurück in den Stall. Dort

werden die Bestandteile der täglichen

Futterration einer Kuh erläutert. Die

Schüler machen daraufhin ihre eigene

„Kuhpizza“: Ein Pappteller, auf dem an-

schaulich alle Bestandteile des Tier-

futters zusammengestellt sind. Beim

Füttern kommen die Kinder den Tieren,

die mit ihrer langen Zunge fast auf ein-

mal den Inhalt vomKarton schlecken,

ganz nahe.

Die Gelegenheit imUnterricht vor Ort, das

besondere Verdauungssystem einer

Kuh zu besprechen. Wie viele Mägen

hat eine Kuh und was ist Wiederkäuen?

Anhand eines Schaubilds erfahren die

Schüler, was genau mit dem Futter im

Innern der Kuh passiert. „Leider ist es

nicht mehr selbstverständlich, dass

Kinder Natur aus erster Hand erleben“,

so die Grundschullehrerin. „Der Wochen-

endspaziergang im Wald findet in vie-

len Familien kaummehr statt.“ Für um-

so wertvoller hält sie die ganzheitliche

Erfahrung hier auf dem Hof.

Im Hühnerstall erleben die Grundschü-

ler den weiteren Alltag auf dem Bauern-

hof: Dass ein Hühnerschnabel nicht

wehtut, wenn die Tiere die Maiskörner

aus der Hand picken und wie sich ein

Huhn im Arm anfühlt, können sie ein-

fach selbst spüren. Die Kinder sind

jedenfalls begeistert, zumal hier mit

dem Frühstücksei wieder eine direkte

Verbindung zum Thema Ernährung

hergestellt wird. Ganzheitliches und

lebensnahes Lernen, die Kenntnis

heimischer Tier- und Pflanzenarten

sowie das Spektrum verschiedener

Berufe in der Landwirtschaft: Das Pro-

gramm „Erlebnis Bauernhof“ ist ganz

auf den LehrplanPlus der Grundschule

abgestimmt.

Deshalb darf auf dem Hibsch-Hof ein

bisschen „Lernzielkontrolle“ nicht feh-

len. Die Landwirtin möchte von den

Grundschülern wissen, was sie heute

Neues gelernt haben. Dafür sitzen dann

alle im Stuhlkreis und die Erlebnis-

Bäuerin bittet die Kinder, verschiedene

Gegenstände den unterschiedlichen

Jahreszeiten zuzuordnen. Dass der

Mähdrescher zum Sommer gehört und

Silage vor allem als Winterfutter dient,

wissen die meisten. Und dass die Stall-

arbeit mit den Kühen kein schlechtes

Wetter und keine Schulferien kennt,

ist spätestens seit diesem Vormittag

allen klar.

Und was war der ganz persönliche

Höhepunkt heute? „Mir hat das Hüh-

nerfüttern am besten gefallen“, meint

Lukas. Seiner Klassenkameradin Emma

haben es die Kuhpizza und das Füt-

tern angetan. Und Sarah meint: „Ich

fand die Kälbchen ganz toll.“ Insgesamt

für die Schüler und ihre Lehrerin ein

rundum gelungener Tag. „Ich bin ja

auch von Anfang an dabei, aber mich

begeistert ‚Erlebnis Bauernhof‘ immer

wieder aufs Neue“, freut sich Alexandra

Herrmann.

Unterricht im Stall: Eine Kuh hat vier Mägen

Die Hühner fressen den Kindern aus der Hand

Fotos: © StMBW, StMELF

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