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für das Lehramt an Gymnasien stu-

diert und erwirbt imMoment in einer

Zweitqualifizierung die Berechtigung

für das Lehramt an Grundschulen.

Durch ihr Studium ist sie für den Un-

terricht in den Französisch-AGs her-

vorragend qualifiziert.

Eine elegante Sprache

Die neunjährige Hannah und ihr Mit-

schüler Jacob gehen sehr gerne in die

Französisch-AG: „Frau Schmid erklärt

uns viel auf Französisch und wir ver-

stehen das schon sehr gut“, erzählt Ja-

cob. „Die Lehrerin hilft uns und spricht

zum Beispiel sehr deutlich. Oft wieder-

holt sie auch etwas oder zeigt uns Bilder.“

Die Schüler denken schon über die

Unterschiede zwischen den Sprachen

nach: „Ich finde, Französisch ist eine

sehr elegante Sprache, und es ist inter-

essant, dass es andere Buchstaben gibt,

zum Beispiel ein ‚e‘ mit zwei Pünkt-

chen“, berichtet Hannah. Sie freut sich

schon auf einen Urlaub in Frankreich,

in dem sie die neue Sprache im Kon-

takt mit anderen Kindern ausprobieren

kann.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Der Modellversuch „Bilinguale Grund-

schule“ soll Erkenntnisse über das

Fremdsprachenlernen in der

Grundschule erbringen.

Deshalb wird er wissen-

schaftlich begleitet.

Für die „Bilingualen

Grundschulen“ Fran-

zösisch zuständig ist

Prof. Dr. Thorsten Piske von der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg. Er sieht einen besonderen Vorteil des

Konzepts für die Schüler: „Unabhängig

vom Lernalter werden Fremdsprachen

besonders dann erfolgreich gelernt,

wenn die Lernenden über möglichst

lange Zeit regelmäßigen Kontakt zur

Fremdsprache haben. Sie sollten zu-

dem die Gelegenheit dazu bekommen,

die Fremdsprache so oft wie möglich

in motivierenden und anschaulichen

Kontexten selbst aktiv zu verwenden.

Außerdem ist es sehr wichtig, wenn sie

von Lehrkräften unterrichtet werden,

die selbst über eine hohe Kompetenz in

der Fremdsprache und über

sehr gute fremdsprachendi-

daktische Fähigkeiten verfü-

gen“, erklärt Prof. Piske.

„Durch die Verbindung von

fremdsprachlichem und

fachlichem Lernen in Fä-

chern wie z. B. Kunst oder

Heimat- und Sachunterricht

bietet der bilinguale Unter-

richt viele Sprech- und

Schreibanlässe in der Fremd-

sprache“, so der Experte.

Einen frühen Beginn des

Fremdsprachenlernens

sieht er mit verschiedenen

Vorteilen verbunden: „Je frü-

her der Unterricht in der ers-

ten Fremdsprache einsetzt,

desto mehr Zeit wird nicht

nur für das Erlernen dieser Fremdspra-

che gewonnen, sondern auch weitere

Fremdsprachen können grundsätzlich

früher eingeführt und somit insgesamt

länger gelernt werden.“

In Augsburg kommt der Modellversuch

jedenfalls sehr gut an. Schulleiterin

Christiane Strom freut sich auf eine

Ausweitung: Für das nächste Schul-

jahr ist sie mit ihrer Schule bei der

Einrichtung einer bilingualen Klasse

Französisch in der ersten Jahrgangs-

stufe dabei. Den Kindern werden dann

auch z. B. im Heimat- und Sachunter-

richt geeignete Themen in französi-

scher Sprache vermittelt.

„Bilinguale Grundschule“ Englisch

Schon etwas mehr Erfahrungen ge-

sammelt hat die Grundschule an der

Durch die Verbindung von

fremdsprachlichem und

fachlichem Lernen in Fächern

wie z. B. Kunst oder Heimat-

und Sachunterricht bietet der

bilinguale Unterricht viele

Sprech- und Schreibanlässe

in der Fremdsprache.

Prof. Dr. Thorsten Piske

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Merci!

Fotos: © StMBW; Privat

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